Europa ist noch nicht krisenfest
Europa war immer in der Krise
Die Tagespost, 13. Februar 2015
Von Stephan Baier
Europa war immer in der Krise. Kein anderes Wort und Phänomen begleitet die Geschichte der europäischen Einigung so zuverlässig wie die Krise. Fast jeder EU-Gipfel der vergangenen Jahrzehnte verdiente den Qualitätsstempel „Krisengipfel“, auch der jüngste am Donnerstag in Brüssel. Sich sanft zurückzulehnen und über das Endziel der Einigung nachzusinnen, war stets Sache von Professoren und politischen Beobachtern. Die handelnden Akteure mussten sich immer als Krisenmanager bewähren.
In zwei Aspekten ist jedoch ein Wandel zu bemerken: in den Ursachen der Krisen und im Umgang der EU mit ihnen. Immer häufiger wird Europa von Krisen gepackt und erschüttert, die ihren Ursprung fernab der EU haben, dann aber die Verwundbarkeit und Schwäche Europas offenlegen:
Zynisches Wegschauen
Jetzt schnellen die Opferzahlen in die Höhe
War Italien am Sonntag entsetzt über 29 erfrorene Mittelmeer-Flüchtlinge, so muss man seit gestern davon ausgehen, dass mehr als 300 Menschen gestorben sind.
Die Tagespost, 11. Februar 2015
Von Guido Horst
Jetzt schnellen die Opferzahlen in die Höhe. War Italien am Sonntag entsetzt über 29 erfrorene Mittelmeer-Flüchtlinge, so muss man seit gestern davon ausgehen, dass mehr als 300 Menschen gestorben sind. Zwei angeschwemmte Schlauchboote, in denen man nur noch neun Überlebende fand. Die übrigen wurden bei Windstärke acht und neun und Meter hohen Wellen ins Meer gespült.
XXIII. Welttag der Kranken
„Die wahre Nächstenliebe ist hingegen eine Teilnahme, die nicht urteilt“
Rom, , zenit.org, Britta Dörre
Weltweit wird heute, am Festtag „Unserer Lieben Frau von Lourdes“ der „Welttag der Kranken“ begangen. Der Gedenktag wurde 1993 von Papst Johannes Paul II. eingeführt. Dieses Jahr steht der Welttag unter dem Thema: „Sapentia cordis – Auge war ich für den Blinden, dem Lahmen wurde ich zum Fuss“ (Ijob 29,15).
In seiner schon am 30. Dezember 2014 veröffentlichten Botschaft zum heutigen XXIII. Weltkrankentag, hatte sich Papst Franziskus vor allem an die Kranken und die im Gesundheitswesen Tätigen gewandt.
Ende der Plattheiten
Der Dresdner Politologe Professor Werner Patzelt hat eine Studie über Pegida-Demonstranten vorgestellt
Politologe Werner Patzelt kritisiert den Umgang der Politik mit Pegida, fordert inhaltliche Auseinandersetzung und sieht die Bewegung vor dem Aus
Die Tagespost, 04. Februar 2015
Von Markus Reder
Der Dresdner Politologe Professor Werner Patzelt hat eine Studie über Pegida-Demonstranten vorgestellt. Der Politik rät Patzelt zu kommunizieren und zu diskutieren und Pegida zu konkreten Forderungen zu veranlassen.
Islamische Seelsorge gegen Radikalisierung
Jeden Freitag kommt er zum Freitagsgebet in die Justizvollzugsanstalt Freiburg: Jörg Imran Schröter
Der 44jährige ist in christlichem Milieu aufgewachsen, als junger Mann faszinierte ihn der mystische Islam. Schröter konvertierte, studierte Islamwissenschaft und Lehramt. Heute ist er Lehrer an einer Grundschule, gibt islamischen Religionsunterricht und beteiligt sich an der Ausbildung islamischer Religionslehrer. Als ehrenamtlich Seelsorger im Gefängnis ist er zuständig für das Freitagsgebet. Michael Hermann hat sich für Radio Vatikan mit ihm getroffen.
Er sieht sich als religiöser Übersetzer zwischen dem Gefängnis und muslimischen Gefangenen. Seine Meinung ist, dass der Strafvollzug noch nicht ausreichend auf die religiösen Bedürfnisse der muslimischen Gefangenen eingestellt ist, das fängt beim Essen an und geht beim Gebet weiter, weiss Schröter: „Man möchte vielleicht das Ritualgebet verrichten und auch das ist nicht immer möglich.
Triumph des Pragmatismus
‚Deutschland im Winterschlaf‘
Unter Bundeskanzlerin Angela Merkel vollzieht sich die Staatsräson nach Moden und Sachzwängen: Das erfüllt die Sehnsüchte und Harmoniewünsche vieler Bürger. Doch Vorsicht! Eine Politik ohne Wertemassstäbe schwächt die Demokratie und stärkt die extremen Ränder.
Die Tagespost, 12. Januar 2015
Von Björn Hayer
Deutschland im Winterschlaf. Wie selig schlummerte das Volk der Dichter und Denker, der Fleissigen und Ordentlichen in den vergangenen Jahren. Kein Wunder: Eine unaufgeregte Mutter der Nation wiegte es in ihren Armen.
Pariser Kardinal beim Papst
Das Treffen war schon lange geplant
Papst Franziskus traf an diesem Donnerstag, einen Tag nach dem Anschlag auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo, mit dem Erzbischof von Paris, Kardinal André Vingt-Trois, im Vatikan zu einer privaten Unterredung zusammen. Angaben über Anlass und Inhalt des Gesprächs machte der Vatikan wie üblich nicht. Am Donnerstag endete im Vatikan auch eine Konferenz über den interreligiösen Dialog in Frankreich, an der auch vier Imame aus dem Land teilgenommen haben. Sie hatten am Mittwoch die Generalaudienz von Papst Franziskus besucht und waren von ihm begrüsst worden.
Attacken auf muslimische Einrichtungen
In Frankreich ist es in der Nacht auf Donnerstag und am darauffolgenden Morgen zu Angriffen auf muslimische Einrichtungen gekommen. Nach dem offenbar islamistisch motivierten Anschlag auf die Charlie Hebdo in Paris wurden eine Moschee im nordwestfranzösischen Mans sowie ein muslimischer Gebetsraum im südfranzösischen Port-la-Nouvelle beschossen. Eine Explosion gab es nach Polizeiangaben zudem am Donnerstagmorgen vor einem Kebab-Lokal nahe einer Moschee im ostfranzösischen Villefranche-sur-Saone. Verletzte gab es keine.





Neueste Kommentare