Die Nummer auf deinem Unterarm ist blau wie deine Augen
Die Nummer auf deinem Unterarm ist blau wie deine Augen: Erinnerungen
„Vergessen Sie das Kind, es wird nicht leben.“ Mit diesen Worten wird Eva Umlaufs Mutter Anfang 1945 in Auschwitz konfrontiert. Ihre Tochter ist mit zwei Jahren eine der Jüngsten im Lager, ist, abgemagert und todkrank. Eva Umlauf wird sich später nicht an diese Zeit erinnern können, und dennoch schlummert das Erbe ihrer Vergangenheit unter der Oberfläche und prägt ihren gesamten Lebensweg.
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Eva Umlauf, geboren 1942 in Novaky, einem »Arbeitslager für Juden« in der Slowakei, überlebte Auschwitz. Sie promovierte in Kinderheilkunde in Bratislava und ging 1967 nach München, wo sie zunächst als Klinikärztin arbeitete. Später betrieb sie eine Kinderarztpraxis und ist bis heute als Psychotherapeutin tätig. 2011 sprach Eva Umlauf bei der Gedenkfeier in Auschwitz, seither engagiert sie sich als Zeitzeugin.
Stefanie Oswalt promovierte in Potsdam in Jüdischen Studien. Sie arbeitet als freie Journalistin u.a. für Deutschlandradio und als Autorin in Berlin. Zuletzt erschien 2012 Ari heisst Löwe (mit Ari Rath, Zsolnay-Verlag).
Papst-Treffen in Auschwitz
Beeindruckte Überlebende nach Papst-Treffen in Auschwitz
Als Eva Umlauf zwei Jahre alt ist, wird sie im November 1944 ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Weil sie sowieso schon todkrank war, sagte man ihrer Mutter, dass diese ihre Tochter vergessen sollte – denn sie würde sowieso nicht überleben. Sie hat aber überlebt, am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Heute ist sie 74 Jahre alt und als Fachärztin für Psychotherapeutische Medizin in München tätig. Am Freitag hat sie mit einigen anderen Überlebenden des ehemaligen Vernichtungslagers Papst Franziskus getroffen. Im Gespräch mit Pia Dyckmans berichtet sie, wie das Treffen mit dem Papst war.
Papst Franziskus in Polen — Programm am 29. Juli 2016
Ein Vormittag ganz im Zeichen des Erinnerns an die Opfer des Nationalsozialismus
Der heutige Freitagvormittag war dem Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus und des Holocausts gewidmet. Um 8.45 Uhr flog Papst Franziskus mit dem Hubschrauber nach Oswięcim. Früher als es das offizielle Programm vorsah, traf der Papst in Auschwitz ein. In Auschwitz verweilte der Papst zum Gebet in der Zelle Maximilian Kolbes und traf eine Gruppe Überlebender. Von Auschwitz aus fuhr Papst Franziskus anschliessend weiter zum Vernichtungslager Birkenau, wo er einer Gruppe „Gerechter unter den Völkern“ begegnete. Danach reiste der Papst nach Krakau zurück.
Den Nachmittag wird Papst Franziskus mit Kindern und Jugendlichen verbringen.








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