Franziskus bestürzt über antichristlichen Terror im Irak
Papst Franziskus hat beim Angelusgebet über die Christenverfolgung im Irak durch die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) gesprochen
KathTube: Angelus 20. Juli 2014
Seit den Anfängen des Christentums hätten Christen im Irak gelebt und dort wie in anderen Teilen des Orients einen wertvollen Beitrag zum Wohl der Gesellschaft geleistet, sagte Franziskus vor Tausenden Menschen, die sich zum traditionellen Mittagsgebet mit dem Papst auf dem Petersplatz versammelt hatten. Heute, so Franziskus weiter, „werden unser Brüder und Schwestern verfolgt und weggejagt“.
„Sie müssen ihre Häuser verlassen, ohne die Möglichkeit zu haben, irgendetwas mitzunehmen. Ich versichere diesen Familien und Menschen meine Nähe und mein andauerndes Gebet. Liebe Brüder und Schwestern, die ihr verfolgt werdet: ich weiss, wie viel ihr leidet. Ich weiss, dass ihr von allem beraubt seid. Ich bin mit euch im Glauben an den, der das Böse besiegt hat.“
Irak: Gnadenlose Jagd auf Christen
Die Attacken der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) gegen Christen beginnen mit voller Härte

Am Samstag verbrannten Terroristen den Sitz des syrisch-katholischen Bischofs in Mossul im Irak. Das Gebäude ist restlos zerstört, wie der syrisch-katholische Patriarch Ignatius Joseph III. Younan gegenüber Radio Vatikan sagte. Der Patriarch selbst ist in Sicherheit, er hält sich derzeit in Rom auf; Samstagmorgen traf er Erzbischof Dominique Mamberti, den Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten, also den vatikanischen „Aussenminister“. Hier der Patriarch im Originalton.
„Die letzten Nachrichten sind desaströs. Wir wiederholen, was wir immer gesagt haben: Man darf Religion und Politik nicht vermischen. Wenn es Feindseligkeiten gibt zwischen Schiiten, Sunniten und anderen, darf das absolut kein Grund sein, schuldlose Christen und andere Minderheiten in Mossul und anderswo zu attackieren.
Christenverfolgung heute: Die vergessenen Märtyrer
Autor Thomas Schirrmacher

Haben sie mich verfolgt , werden sie auch euch verfolgen: Christenverfolgung gestern und heute
Christen werden auf der ganzen Welt verfolgt. Christenverfolgung ist heute eine der zahlenmässig häufigsten Menschenrechtsverletzung weltweit. Doch nicht nur Kirchen und Christen sind verpflichtet, ihren verfolgten Glaubensgenossen zu helfen. Auch Politik und Staat können Anhänger friedlicher Religionen vor religiöser und atheistischer Gewalt schützen.
Der Autor liefert kurz und bündig die wichtigsten Informationen.
Mehr über den Autor: Biografie
Prof. Dr. mult. Thomas Schirrmacher (geb. 1960) ist Sprecher für Menschenrechte der Weltweiten Evangelischen Allianz, die weltweit etwa 600 Mio. evangelische Christen vertritt und Direktor von deren 2006 gegründeten Internationalen Instituts für Religionsfreiheit (Bonn, Kapstadt, Colombo). Er ist Vorstandsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte.
Terroristen überfallen Christendorf in Nigeria
45 Christen sind bei einem Terrorüberfall und einem anschliessenden Luftangriff der Armee im Nordosten Nigerias ums Leben gekommen
Quelle
Nigeria: Kirche in Not
Nigeria: Fides Dienst
Dill, kath.net, idea, 17. Juli 2014
45 Christen sind bei einem Terrorüberfall und einem anschliessenden Luftangriff der Armee im Nordosten Nigerias ums Leben gekommen. Augenzeugen zufolge brannten die Angreifer am 13. Juli das Dorf Dille nieder. Dem Flammen fielen auch drei Kirchen zum Opfer.
Medienberichten zufolge ist für den Überfall die islamische Terrorgruppe Boko Haram (Westliche Bildung ist Sünde) verantwortlich. Dutzende Bewaffnete seien am späten Abend des 13. Juli mit Geländewagen und auf Motorrädern in das überwiegend von Bauern bewohnte Dorf eingedrungen. Sie hätten wahllos auf die Menschen geschossen sowie Handgranaten auf Häuser geworfen. Daraufhin flohen die Bewohner in den Busch und verbrachten dort die Nacht. Als sie am Morgen zurückkehrten, nahmen die Terroristen sie von umliegenden Hügeln erneut unter Beschuss.
‚Politische Korrektheit‘ schüchtert Christen ein
Grossbritannien: Gewissens- und Meinungsfreiheit wird unterdrückt
– Christen bekämen heute bisweilen schon Schwierigkeiten, wenn sie im Beruf ein Kreuz trügen, mit jemandem beten oder „Gott segne Sie!“ wünschen wollten.
London, kath.net/idea, 14. Juli 2014
In Grossbritannien ist es für Christen sehr schwer geworden, in der Öffentlichkeit zu ihrem Glauben zu stehen. Ein militanter Säkularismus und die Sorge, ja nicht gegen „politische Korrektheit“ zu verstossen, schüchtert viele ein.
Das erklärte die Publizistin und konservative Politikerin Ann Widdecombe (London) in einem BBC-Interview.
Ukraine: Kirchenvertreter unter Druck
Die Lage in der Ostukraine ist weiterhin sehr angespannt
Die Kämpfe – vor allem von Seiten der Separatisten – waren auch während der Feuerpause nie wirklich unterbrochen worden. Die Kirchenvertreter rufen weiter eindringlich zu einem Ende der Gewalt und zu Versöhnung auf. Das Oberhaupt der nichtkanonischen orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats, Filaret, beschuldigt derweil Orthodoxe des Moskauer Patriarchats, in der Krisenregion Donbass „vor allem die Interessen Russlands“ zu verteidigen anstatt an das Wohl der dortigen Bürger zu denken. Filaret äusserte sich bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Kiew:
„Keine Kirche kann die derzeitige Situation im Donbass (Region in der Ostukraine, Anm. d. Red.) akzeptieren. Wir müssen stattdessen den Menschen in der Ostukraine helfen. Das tun wir beispielsweise seit Wochen. Unsere Sozialhilfe-Abteilung etwa arbeitet mit der katholischen Caritas zusammen. Caritas Ukraine erhält ihrerseits Hilfe von Europa. So können wir gemeinsam, ohne auf die Konfessionsangehörigkeit zu schauen, allen Hilfsbedürftigen helfen.“
Argentinien
Argentinien: Junta-Offiziere wegen Mord an Bischof verurteilt
Zwei ehemalige Militärbeamte sind wegen der Ermordung eines Bischofs vor vierzig Jahren zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Menschenrechtsanwalt Guillermo Díaz Martínez nannte den Richterspruch vom Freitag ein „historisches Urteil“, da erstmals ranghohe Junta-Vertreter wegen der Tötung eines hohen Geistlichen schuldig gesprochen worden seien. Zu den Schlüsseldokumenten im Prozess gegen einen Ex-General und einen Ex-Kommodore gehörten Briefe des Opfers, Bischof Enrique Angelelli, an den Vatikan. Papst Franziskus soll sie der Justiz seiner argentinischen Heimat zugänglich gemacht haben.
Bei den Angeklagten handelt es sich um den 87-jährigen General Luciano Benjamin Menendez, damals Kommandant der dritten Armee, sowie den 82 Jahre alten ehemaligen Vizekommandeur Luis Fernando Estrella. Die genauen Todesumstände des Bischofs sind indes bis heute nicht vollständig geklärt. Der Wagen Angelellis war am 4. August 1974 von zwei weiteren Wagen von der Strasse abgedrängt worden.


Neueste Kommentare