2016 Jubiläum der Barmherzigkeit

„Land der Göttlichen Barmherzigkeit“

Der Weltjugendtag 2016 in Polen rückt näher – Wichtige Programmpunkte des Papstes sind noch offen

Quelle
Weltjugendtag Krakau
Jugend (142)

Von Stefan Meetschen

Warschau, Die Tagespost, 30. Dezember 2015

An den Info-Kästen der polnischen Pfarreien und in polnischen Kirchenzeitschriften lässt es sich nicht übersehen: Der Weltjugendtag (WJT) 2016 in Krakau rückt näher – nicht nur zeitlich, sondern auch emotional. Die Frage des Papstes „Are you ready?“ (Seid ihr bereit?) im offiziellen WJT-2016-Promovideo – für viele junge Gläubige Polens scheint die Antwort festzustehen. Ja, man ist bereit. Sowohl für die Betreuung und Begrüssung der Gäste, wie auch für das Programm des WJT, um unter dem Motto „Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden“ die eigene Spiritualität während des Grossereignisses zu vertiefen.

Und nicht nur in Polen ist man bereit. Unlängst porträtierte die grösste katholische Zeitschrift des Landes, „Gosc Niedzielny“, ein paar junge Leute aus der ganzen Welt, die bereits ihr Ticket in der Tasche haben. Stellvertretend für mittlerweile über 500 000, sozusagen. Dabei zeigte sich, was für viele internationale Teilnehmer das ganz grosse Magnet des Weltjugendtag 2016 zu sein scheint, das, was sie notfalls auch über Tausende von Flugkilometern anzieht: die polnische Spiritualität.

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Gebet um die Fürbitte Johannes Pauls II

Gebet um Gnaden zu erhalten auf die Fürsprache des seligen Papst Johannes Paul II.

Quelle

Mit kirchlicher Zustimmung von Kardinal Camillo Ruini

O heilige Dreifaltigkeit!

Wir danken dir, dass Du der Kirche Papst Johannes Paul II. geschenkt hast und dafür, dass Du in ihm die Zärtlichkeit Deiner väterlichen Liebe, die Herrlichkeit des Kreuzes Christi und den Glanz des Geistes der Liebe hast erstrahlen lassen.

Er hat sich ganz und gar Deiner unbegrenzten Barmherzigkeit sowie der mütterlichen Fürbitte Mariens anvertraut und gab uns so ein lebendiges Bild von Jesus, dem guten Hirten.

Er hat uns die Heiligkeit als hohen Massstab für ein christliches Leben im Alltag aufgezeigt, welches auf diese Weise ein Weg zur ewigen Gemeinschaft mit Dir werden kann.

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Novene zum heiligen Johannes Paul II.

Novene zum heiligen Johannes Paul II. 13. Oktober – 21. Oktober (oder an sonstigen 9 Tagen im Jahr)

Quelle

O, heiliger Johannes Paul II. gewähre uns deinen Segen vom Fenster des Himmels! Segne die Kirche, die du geliebt hast, der du gedient und die du geführt hast, die du mutig durch die Welt geleitet hast, um Jesus zu allen und alle zu Jesus zu bringen. Segne die jungen Menschen, die deine grosse Passion waren. Hilf ihnen wieder zu träumen, hilf ihnen wieder hoch hinauf zu schauen, um das Licht zu finden, das hier auf Erden die Lebenswege erleuchtet.

Segne die Familien, segne jede einzelne Familie! Du hast gewarnt, vor den Angriffen Satans auf diesen wertvollen und unersetzlichen göttlichen Funken, den Gott auf Erden entzündet hat. Heiliger Johannes Paul II. beschütze mit deinem Gebet die Familie und jedes Leben, das in der Familie erblüht.

Bete für die ganze Welt, die weiterhin gekennzeichnet von Spannungen, Kriegen und Ungerechtigkeiten ist. Du bist dem Krieg entgegengetreten, indem du den Dialog erbittet und Samen der Liebe gesät hast. Bitte für uns, dass wir unermüdliche Säer des Friedens sind.

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Heiliges Land

Heiliges Land: „Barmherzigkeit üben und Gerechtigkeit fordern gehören zusammen“

Quelle

Bald werden in Bethlehem und Nazareth die Heiligen Pforten geöffnet – Weihbischof Marcuzzo aus Nazareth betont, dass Verzeihen im Heiligen Land auch politische Dimensionen hat.
YouTube-Film über das Leben der Christen im Hl. Land Produkte aus dem Heiligen Land bei Kirche in Not

21.12.2015

„Das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ist sehr wichtig für das Heilige Land. Es hat spirituelle, aber auch soziale und politische Dimensionen“:

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Im hellen Licht der Barmherzigkeit

Das Altarbild der „Werke der Barmherzigkeit“ (1606/07) von Caravaggio zu Neapel

Quelle: L’Osservatore Romano. Wochenausgabe in deutscher Sprache, 25.12.2015, S. 5
Pio Monte della Misericordia

Von Ralf van Bühren, Päpstliche Universität Santa Croce, Rom

Seit der Spätantike sind die leiblichen Werke der Barmherzigkeit ein wichtiges Element der sozialen Verantwortung und Armenfürsorge im Christentum. Theologisch gelten sie als äussere Akte der „Caritas“, der christlichen Gottes- und Nächstenliebe. Ihr literarischer Ursprung ist die biblische Perikope Mt 25, 31-46, in der sechs Werke als Gebot des Weltenrichters aufgeführt sind: Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde beherbergen, Nackte bekleiden, Kranke und Gefangene besuchen. Mittelalterliche Autoren fügten dieser biblischen Aufzählung, die exemplarisch zu verstehen ist, das siebte Werk „Tote begraben“ hinzu.

Seit dem 12. Jahrhundert wurden die Werke der Barmherzigkeit auch in der Kunst dargestellt, vermehrt seit dem 16. Jahrhundert. Ein Hauptwerk dieser ikonographischen Tradition ist das berühmte Altarbild von Caravaggio (1571-1610) in Neapel. Das Gemälde befindet sich noch heute am ursprünglichen Ort, für den es 1606/07 im Auftrag der „Confraternità del Pio Monte della Misericordia“ als Retabelbild für den Hauptaltar ihrer neuen Kirche entstand (Via dei Tribunali 253). Laut erhaltenem Vertrag erhielt der Künstler 470 Dukaten für das Bild.

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Predigt von Bischof Vitus am Hochfest von Weihnachten

‚Die Heilige Nacht 1886 wurde für die heilige Theresia von Lisieux zur Nacht der sogenannten Bekehrung‘

bischof_vitus01Quelle
Erbarmen und Sündenbewusstsein

Brüder und Schwestern im Herrn,

die Heilige Nacht 1886 wurde für die heilige Theresia von Lisieux zur Nacht der sogenannten Bekehrung. Das haben wir in der Weihnachtsmette vernommen. Deshalb nennt Theresia Weihnachten den Gnadentag aller Gnadentage. Weihnachten hat sie wohl nicht ihre Berufung erkennen lassen. Denn die Berufung hatte sie nach eigenen Aussagen von der Wiege an. Doch Weihnachten hat ihr die Kraft, die Gnade geschenkt, die Berufung anzunehmen und zu verwirklichen. Dazu sagt sie die folgenden starken und für uns wohl ungewöhnlich klingenden Worte: „Die heilige Theresia (sie meint damit ihre Ordensmutter Theresia von Ávila) sagte zu ihren Töchtern (also zu den Ordenfrauen ihres Klosters): ‘Ich will, dass ihr in nichts Frauen seid, sondern in allem starken Männern gleicht’. Sie hätte mich daher nicht als ihre Tochter anerkennen können, wenn der Herr mich nicht mit seiner göttlichen Kraft bekleidet hätte, wenn er mich nicht selbst für den Krieg ausgerüstet hätte“. Mit den Worten von Theresia hat der Herr die damals Dreizehnjährige an jenem Weihnachtsfest „für den Krieg ausgerüstet“. Das bedeutet in unser Denken und Sprechen übersetzt: Der Herr hat ihr die Gnade und die Kraft geschenkt, sich für das Kloster zu entscheiden und das strenge Ordensleben im Karmel auf sich zu nehmen.

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Warum muss Gott barmherzig sein?

Der Türkei-Experte, katholische Pfarrer und Islam-Beauftragte der Erzdiözese Wien, Martin Rupprecht, sieht Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Verständnis der Barmherzigkeit von Christen und Muslimen

Von Stephan Baier

Die Tagespost, 28. Dezember 2015

Papst Franziskus hat am 8. Dezember ein „Heiliges Jahr der Barmherzigkeit“ eröffnet. Auch gläubige Muslime rufen Gott als den „Allbarmherzigen“ und „Allerbarmer“ an. Was versteht der Islam unter der Barmherzigkeit Gottes?

Jede der 114 Suren des Koran beginnt mit dem Wort „Im Namen Gottes des Allerbarmers, des Barmherzigen“. Das Wort „rahma“, Barmherzigkeit, kommt als Eigenschaft und als Name Gottes mehr als 700 Mal im Koran vor. Es ist das zentrale Verstehen wie Gott in sich ist, und wie er zu den Menschen, seinen Dienern, ist: Gott gewährt Güte, ohne dass der Mensch es verdient. Der türkische Geistliche Bediüzzaman Said Nursi (gestorben 1960) schreibt dazu: „Das, was diesen unendlichen Kosmos belebt, ist, wie wir augenscheinlich bezeugen können, Barmherzigkeit. Und das, was die Finsternis allen Seins erleuchtet, ist eindeutig wieder die Barmherzigkeit. Und das, was diesen vergänglichen Menschen zum Anwärter für die Ewigkeit macht und den Herrn aller Ewigkeit zu seinem Ansprechpartner und Freund macht, ist eindeutig die Barmherzigkeit. Oh Mensch! Da die Barmherzigkeit nun einmal eine so starke, reizvolle, liebenswerte, hilfreiche, geliebte Wahrheit ist, sage ‚Bismillahi r-Rahmani r-Rahim – im Namen Gottes des Allerbarmers, des Barmherzigen‘, hefte dich an diese Wahrheit und errette dich vor absoluter Einsamkeit und vor den Plagen zahlloser Bedürfnisse!“

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