Sind wir noch zu retten?
Hässliche Dinge bestimmen den gegenwärtigen Alltag
In Befürchtung des atomaren Supergaus, an dem wir durch Gottes Gnade hoffentlich noch einmal glücklich vorbeischliddern werden, schaut die Welt gebannt nach Japan. Beinahe sämtliche Anrainerstaaten des Pazifiks sind traumatisiert durch Ereignisse apokalyptischen Ausmasses.
Nichts destotrotz wird die katholische Kirche in unserem Lande wieder einmal nach allen Regeln der Kunst medial “vorgeführt”. Der Teil der katholischen Kirche der sich “Bruder gegen Bruder” auf dem bischöflichen Feldzug befindet, kann einen Etappensieg verbuchen. Medienwirksam aufgemacht werden Bischof Vitus Huonder und ein Teilnehmer des letztjährigen Zurich Pride Festival unter dem Motto Gottes Ebenbild in der Tagespresse präsentiert. Unter fadenscheiniger Definition wird das Ganze den Katholiken als “stille Einkehr” und “Gebetstreffen” “verkauft”. Selbstverständlich weiss jeder Katholik, dass kein Mensch, auch kein Christ irgendwelche Minderheiten diskriminieren darf. Gemäss der Bibel Römer 3.23: „Haben alle gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.“ Selbst Jesus Christus persönlich beurteilt nicht den Sünder, sondern die Sünde: Johannes 8.11:
“So verurteile auch ich dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“
“Denk ich an Deutschland in der Nacht…
Dann bin ich um den Schlaf gebracht”
Ich möchte als zunehmend genervter Laie einfach nur meine Meinung (und vielleicht das eine oder andere gegen die im Memorandum vertretene Auffassung von Katholizismus) darlegen.
Ein Gastkommentar von Simone Bernauer, kath.net, Münster
Hach ja, das Theologenmemorandum 2011 – voll theologischen Sachverstands und intellektueller Brillanz wird hier der Finger auf Missstände innerhalb der katholischen Kirche gelegt und werden Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, die – uups, ich bitte um Entschuldigung, da bin ich doch mal wieder an Passagen aus Joseph Ratzingers/Papst Benedikt XVI. “Salz der Erde” hängen geblieben- Nun also die ganze Konzentration auf das Theologenmemorandum 2011 gerichtet. Hmm… Schon viel Konstruktives und Informatives wurde in den letzten Tagen darüber geschrieben, insbesondere hier auf kath.net. Das Folgende soll dementsprechend auch keine weitere Auseinandersetzung mit dem Memorandum auf theologischer Ebene sein, das überlasse ich gerne Spezialisten wie Armin Schwibach, Peter Seewald oder Bischof Laun.
Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein
Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht Lukas 19.45-46
Fasnachts-Polonaise in der Kirche
Bischofszell. Es ist schon ein besonderer Gottesdienst, wenn Pfarrer Christoph Baumgartner als Clown, assistiert von einer Humor-Medizinerin und der Guggenmusik Näbelhusaren, in der Bischofszeller Pelagiuskirche auftritt. Zum 10. Mal wurde der Fasnachtsgottesdienst musikalisch von den Näbelhusaren mitgestaltet. Der närrische Pfarrer schaffte es, aufzuzeigen, dass Fröhlichkeit und Besinnung nahe beieinander sind und beide im kirchlichen Leben Platz haben.
Faszinierend, wie sich der Pfarrer der närrischen Zeit und die Guggenmusik der kirchlichen Umgebung anpassten. Höhepunkt des Gottesdienstes war dann die fasnächtliche Polonaise fast aller Gottesdienstbesucher, egal ob maskiert oder nicht. Zum Abschluss begleitete ein Apéro mit Klängen der Guggenmusik Näbelhusaren die Gottesdienstteilnehmer wieder hinaus in die kurzen restlichen Tage vor dem Beginn der Fastenzeit.
St. Galler Tagblatt, 08.03.2011 Weiterlesen
Professor Hans Küng
“Huonder ist in der gleichen Situation wie Ghadhafi”
Dem Bischof von Chur laufen zurzeit die Kaderleute davon. Theologe Hans Küng fordert nun den Rücktritt von Vitus Huonder.
Der bekannte Theologe und Kirchenkritiker Hans Küng fordert Vitus Huonder, den Bischof von Chur, zum Rücktritt auf. “Huonder ist in der gleichen Situation wie der libysche Diktator Muammar al-Ghadhafi, dem die Generäle davonlaufen”, sagt Küng in einem Interview in der “Südostschweiz am Sonntag”.
Huonder sei nicht mehr in der Lage, das Bistum Chur zu führen, sagt Küng. Elf von 17 Dekanen haben sich inzwischen von Bischof Vitus Huonder distanziert. Er, Küng, würde in einer solchen Situation als Bischof zurücktreten. Weiterlesen
Diesem Hirten fehlt das Gespür für die Herde
Wie lange sollen wir diese systematischen Hetzereien noch stillschweigend hinnehmen?
(Anm. Redaktion)
Zürichsee-Zeitung, Sarah Gaffuri, 05.03.2011
Im Churer Bistum geht es wieder zu wie in den Neunzigerjahren unter Bischof Wolfgang Haas. Nicht nur die katholisch-konservative Haltung des heutigen Bischofs Vitus Huonder erzürnt die Kirchenbasis. Die damit verbundenen personalpolitischen Entscheide – wiederum genau wie im Fall Haas – lösen in einem Grossteil der Katholiken im Churer Bistum höchste Konsternation aus. Und mittlerweile ist fraglich, ob sich der Churer Scherbenhaufen noch zu einem einigermassen glaubwürdigen Ganzen kitten lässt.
Schon die Ernennung des Uzners Marian Eleganti zum regionalen Weihbischof überrumpelte die Zürcher Katholiken. Man hatte damit gerechnet, dass Generalvikar Josef Annen, mit dem man sich bereits gut arrangiert hatte, in die Kränze kommen würde.
Wer ist diese “Basis”? Wir?
Baut man so Brücken?
Offener Brief: Die neusten unglaublichen Ereignisse im Bistum Chur, dürfen nicht unbeantwortet bleiben
So wie man gegenwärtig die Ehe und die Familie nur noch über die Sexualität in all ihren Varianten zu definieren versucht, möchte man die katholische Kirche an den Äusserungen der sogenannten Basis messen. Wer sich heute um die katholische Kirche verdient machen möchte, müsste in erster Linie versuchen, den Begriff „Basis“ zu definieren! Wer ist sie, was will sie?
Sind das tatsächlich grosse Teile der Gläubigen, die im Namen Gottes versuchen nach der Lehre Jesu Christi von Frieden und Freiheit für alle zu leben? Oder ist das ein Teil der Kirche, der zwar unablässig Demokratie fordert, aber in unangenehm diktatorischer Manier versucht, seine eigenen Interessen und Bedürfnisse zu verteidigen? Derjenige Part, der hemmungslos die Medien für sich instrumentalisiert, um seine oft sehr irdischen Forderungen, nämlich Macht und Geld durchzusetzen? Weiterlesen
Das Tribunal der Selbstgerechten
So schnell kann man eine grosse Zukunft hinter sich haben
Die Tagespost, 02.03.2011, von Markus Reder
Noch vor wenigen Wochen wurde Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg von Hochglanzmagazinen als “Mann des Jahres” gefeiert. Man verneigte sich vor einem, dem die politische Zukunft in Deutschland gehört. Vor einem, der anders ist. Der nicht nur einen neuen Ton, sondern auch einen neuen Stil in den biederen Berliner Budenzauber bringt. Gefeiert wurde ein Kommunikator, der seinesgleichen sucht. Politisch hochbegabt, parkettsicher, rhetorisch brillant. Kein Amt, das man Guttenberg nicht zugetraut, in das man ihn nicht hineingeschrieben hätte. Aus und vorbei. Der Überflieger ist zurückgetreten. So schnell wie Guttenberg ist noch kein Politiker aufgestiegen. So brutal noch niemand abgestürzt.


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