Nur noch Bürger erster Klasse
Die Tagespost, 31.08.2011, von Stephan Baier
Es ist nicht das erste und nicht das folgenreichste Entgegenkommen, aber das für den türkischen Staat teuerste. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan unterzeichnete Anfang dieser Woche ein Dekret, das nicht-muslimischen Stiftungen ab 1936 konfisziertes Eigentum zurückerstattet und sie auch finanziell entschädigt (“Die Tagespost” berichtete am Dienstag). Dabei geht es um mindestens 1 400 Immobilien in teilweise sehr guter Lage, überwiegend in Istanbul. Der Staat will den christlichen und jüdischen Stiftungen für jene Gebäude und Grundstücke, die bereits an Dritte veräussert wurden, Entschädigungen “zum Marktpreis” zahlen. Und der ist in der boomenden Metropole am Bosporus derzeit exorbitant hoch. Türkische Medien bezifferten die Entschädigungskosten auf rund 700 Millionen Euro.
Erdogan betont Gleichberechtigung aller Religionen in der Türkei
“An dieser Tafel ist Platz für alle”, sagte Erdogan.
Nach internationalen Gerichtsverfahren hat die türkische Regierung die Rückgabe von Eigentum an Christen und Juden im Land beschlossen
Ankara, kath.net/KAP, 30.08.2011
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat nach dem Beschluss zur Rückgabe von Eigentum an Christen und Juden im Land die Gleichberechtigung von Nicht-Muslimen betont. In der Türkei gebe es unabhängig von der Religionszugehörigkeit nur “Bürger erster Klasse”, sagte Erdogan laut Presseberichten vom Montag bei einem gemeinsamen Abendessen mit Vertretern der 161 nicht-muslimischen Stiftungen des Landes.
Die Begegnung war das erste Treffen eines türkischen Regierungschefs mit Christen und Juden anlässlich eines traditionellen Fastenbrechens im islamischen Fastenmonat Ramadan. An dem Treffen nahmen unter anderem der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I., der amtierende armenische Patriarch Aram Atesyan sowie der türkische Oberrabbiner Isak Haleva teil. Auch der Chef des Religionsamtes, Mehmet Görmez, sowie einige Minister aus Erdogans Kabinett und Erdogans Ehefrau Emine waren Gäste des Treffens im Archäologischen Museum von Istanbul. Weiterlesen
Zwei Seelen, ach, in meiner Brust
Seit den Zeiten Julius Cäsars hat das Land nördlich der Alpen zwei Seelen
Die Tagespost, 12.08.2011, von Guido Horst
Heute “informieren” der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und die sogenannte “Steuerungsgruppe”, Kardinal Reinhard Marx sowie die Bischöfe Franz-Josef Bode und Franz-Josef Overbeck, den Papst in Castel Gandolfo über den Dialogprozess innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland. Ein solches Treffen hatte Erzbischof Robert Zollitsch bereits vor der Mannheimer Auftaktveranstaltung angekündigt – der Papst soll wissen, was in seiner Heimat vor sich geht, zumal er selber in knapp sechs Wochen dorthin aufbrechen wird. Die Bischöfe wollen den Eindruck vermeiden, unter der nach den Missbrauchsskandalen und jetzt immer noch brodelnden Oberfläche des deutschen Gremienkatholizismus bereite sich so etwas wie die Geburt einer von Rom unabhängigen Nationalkirche vor. Doch wenn es um die typisch deutsch-katholische Denkungsart geht, um Äusserungen von Theologen und Funktionären des Laienkatholizismus, um Memoranden und Mentalitäten, so ist diese Nationalkirche schon längst entstanden. Und in der Kirche geht es in dieser Hinsicht ähnlich zu wie bei staatlichen Gebilden. Wer zahlt, schafft an. Wer die Kasse führt, wer die Finanzhoheit hat, kann gestalten. Solange in Deutschland die Kirchensteuer fliesst – Rom und die Weltkirche bekommen natürlich einen guten Batzen ab –, kann diese Nationalkirche die vielen Funktionäre nähren, die sie zur Festigung ihrer Strukturen braucht.
Schulden: Die globale Krankheit
Es gibt keine Schulbuchweisheit, wie die Finanzkrise zu bewältigen ist
Denn eine Schuldenkrise von so dramatischen Ausmassen hat es noch nie gegeben. Zwei Zahlen belegen dies: Im vergangenen Jahr wurden weltweit staatliche und private Schuldtitel für 95 Billionen Dollar begeben. Demgegenüber betrug die Marktkapitalisierung aller an Aktienbörsen der Welt gelisteten Unternehmen nur 65 Billionen Dollar. Anders gewertet: Nach der Statistik der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich betrug die Verschuldung 130 Prozent der Wirtschaftsleistung der Welt. In juristischen Termini gesprochen ist das die Insolvenz wegen Überschuldung.
Assad ertränkt Proteste in Blut
Vatikan fürchtet: Stimmung könnte sich gegen Christen wenden
Assads Schergen reagieren weiter mit brutaler Härte gegen Demonstranten
Mahnende Stimmen überall, doch die syrische Führung lenkt nicht ein
Damaskus/Riad/Kairo (DT/dpa/KNA), 08.08.2011
Der internationale Druck auf das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad wird stärker. Nach UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Papst Benedikt XVI. und führenden westlichen Politikern hat nun auch der saudische König Abdullah zu raschen und radikalen Reformen in Syrien aufgerufen. “Die Todesmaschinerie und das Blutvergiessen müssen gestoppt werden”, verlangte Abdullah in einer vom staatlichen Fernsehen übertragenen Rede am Sonntagabend.
Gesellschaftlicher Druck auf irische Priester nimmt zu
Jüngere Priester trauen sich nicht mehr in die Öffentlichkeit und werden bespuckt
Junge irische Priester haben wegen dem Sexskandal, der durch einige Priester verursacht wurde, Angst, sich in der Öffentlichkeit als Priester erkennbar zu zeigen. Dies teilte P. Paddy Dunne, der Pressesprecher der Diözese Raphoe gegenüber der irischen Tageszeitung “The Irish Independent” mit.
“Ich kenne einige junge Priester, die sich nicht mehr in der Öffentlichkeit zeigen trauen. Sie bleiben zu Hause. Ich kenne auch Priester aus Dublin, die in der Öffentlichkeit angespuckt wurden, weil sie als Priester erkennbar waren.” P. Dunne stellte klar, dass sich diese jüngeren Priester wegen der Vorkomnisse in der Vergangenheit sehr beschämt fühlen.
Stellungnahme des Netzwerks katholischer Priester
Datenschutzrechtliches Problem
Stellungnahme des Netzwerks katholischer Priester zur Entscheidung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz auf der 185. Sitzung vom 20. /21. Juni 2011 zur Überlassung aller Personalakten sämtlicher Priester aus den deutschen Diözesen an das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. (KFN) zur Durchführung einer empirischen Untersuchung
Das Forschungskonzept des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e.V. (KFN) für eine empirische Untersuchung des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz sieht die Durchsicht aller Personalakten des genannten Personenkreise der letzten 65 Jahre vor.
Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz hat auf seiner 185. Sitzung am 20./21. Juni 2011 beschlossen, mit KFN einen Vertrag zu schliessen, der eben dieses Vorgehen regelt.




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