Kardinal Scherer
“Wir bieten kein Wunder an, sollten aber zuhören”
Eine grosse Herausforderung für die katholische Kirche in Lateinamerika sind die Freikirchen und auch die Sekten, die in den vergangenen Jahren zahlenmässig enorm zugenommen haben. Bei einem Pressegespräch im Jahr 2008 deutete der Erzbischof von Sao Paolo und Kardinal Odilo Pedro Scherer an, dass die katholische Kirche diese Entwicklung auch durch ein stärkeres Zugehen auf die Menschen aufhalten könne.
“Man weiss, dass es natürlich innerkirchliche Gründe gibt, wir müssen in der Kirche vielleicht ein bisschen anders handeln. Das heisst, wir müssen mehr auf die Leute zugehen und nicht warten, bis Leute zu uns kommen. Wir müssen viel mehr die Leute verstehen und nicht einfach Befehle erteilen. Verstehen bedeutet, ihre Nöte zu kennen.”
Aphorismus des Tages
Wer darüber lamentiert, dass die Religion in unseren Gesellschaften verdunste, hat übersehen, dass sie sich inzwischen im weltumspannenden Gesundheitskult neu kristallisiert hat.
– Manfred Lütz
Ohne Kommentar: Matthäus 18:1-4
“Wer ist in der neuen Welt Gottes der Grösste?
Spiegel.tv stalkt Gloria.TV und wird dabei handgreiflich
Um diese Zeit kamen die Jünger zu Jesus und fragten ihn: “Wer ist in der neuen Welt Gottes der Grösste?” Da rief Jesus ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: “Ich versichere euch: Wenn ihr euch nicht ändert und den Kindern gleich werdet, dann könnt ihr in Gottes neue Welt überhaupt nicht hineinkommen.
Der private Reformstau
Brauchen wir eine zeitgemässere Kirche
………mit der Fähigkeit, die kleinen, schnellen Gerichtsverfahren unserer mündigen Zeitgenossen besser zu überstehen? Ein Gastkommentar von Giuseppe Gracia
Chur, kath.net, 6. März 2013
Da der Stuhl Petri jetzt leer ist und der neue Papst noch fehlt, werden viele Erwartungen wach. Diese kreisen meist um die Frage, wie man die katholische Kirche zeitgemässer machen kann. Damit sie sich besser ins Konzert der restlichen Gesellschaft einfügt. Damit sie die Fähigkeit erlangt, die kleinen, schnellen Gerichtsverfahren unserer mündigen Zeitgenossen besser zu überstehen.
Ich habe keine solchen Erwartungen an den Papst und gehe davon aus, dass ich für ein gelungenes Christsein von der Kirche nichts fordern muss. Ich denke zum Beispiel an die Selige Mutter Teresa, die vor über 20 Jahren einem Journalisten auf die Frage, was sich in der Kirche ändern müsse, geantwortet hat: “Sie und ich.”
Kommen und gehen
Was bringts dem Glauben und der katholischen Kirche? Nichts!
Kommen: “Der österreichische Mitinitiator der Pfarrer-Initiative, Helmut Schüller, hat die Katholiken aufgerufen, “die eingespielte Rolle der Untertanen” zu verlassen. Sie müssten ihre Rechte in der Kirche selbst in die Hand nehmen, sagte Schüller am Sonntagabend in Nürnberg. Das Subsidiaritätsprinzip der katholischen Soziallehre gelte in der Kirche selbst bisher nicht, bemängelte der Pfarrer. “Wie will eigentlich die Kirche Transparenz, Mut des Einzelnen, Verantwortung gegenüber Verantwortlichen predigen, wenn sie es nicht in den eigenen Reihen praktiziert?”
Das zerredete Pontifikat
Es hilft alles nichts
Es hilft alles nichts: In einer Woche endet das relativ kurze, aber dennoch grosse Pontifikat von Papst Benedikt XVI., dem deutschen Papst. Wie man ihn im Ausland sah. Voll des Lobes und der Bewunderung. In der Heimat des Papstes war man zurückhaltender. Mehr noch: Man verzerrte und übertönte den genialen Theologen mit kleingeistigen Wortmeldungen. Eine nationale Unfall-Analyse. Von Andreas Püttmann
Die Tagespost, 22. Februar 2013
Von Winston Churchill ist der Satz überliefert, man habe die Deutschen “entweder an der Gurgel oder zu Füssen”. Ganz so extrem erging es “il Papa tedesco” Joseph Ratzinger zwar nicht, doch bekam er gerade in seinem Heimatland zu spüren, wie nah das “Hosianna” und die Geisselung beieinanderliegen können.
Vatikan: Verurteilung von Thesen, nicht von Sobrino
Die vatikanische Glaubenskongregation verurteilt einzelne Thesen des Befreiungstheologen Jon Sobrino
…..jedoch nicht das gesamte Werk des Jesuitenpaters. Auch die Option für die Armen wolle die Glaubenskongregation nicht zurückweisen, sondern teile sie, heisst es in der heute veröffentlichten “Notifikation” über die Schriften Sobrinos. Der grösste Kritikpunkt: Die Göttlichkeit Jesu wird zu wenig betont. Die Glaubenskongregation habe die Aufgabe, über die Glaubenslehre und die Gebräuche in der katholischen Welt zu wachen und das Recht einzuschreiten, wenn sie gefährdet sei, so die Notifikation. Einige Thesen Sobrinos können “den Gläubigen durch ihre Irrtümer und Gefährlichkeit schaden”. In seinen Werken “finden sich grosse Mängel, sowohl methodologisch als inhaltlich”. Laut Sobrino sei “die Kirche der Armen” der Ort, an dem Christus gegenwärtig sei, so die Glaubenskongregation.


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