Papst nimmt Rücktrittsgesuch des Bischofs von Speyer an


Papst Leo XIV. hat das Rücktrittsgesuch des Bischofs von Speyer, Karl-Heinz Wiesemann, angenommen. Das gab der Vatikan an diesem Mittwoch bekannt, wie üblich ohne weitere Details. Laut dem Bistum erfolgte das Gesuch aus gesundheitlichen Gründen. Bischöfe sind gehalten, mit 75 Jahren ihren Rücktritt einzureichen; diese Altersgrenze hat der 66-jährige Wiesemann noch nicht erreicht.

Quelle

Das Bistum Speyer leitete Bischof Karl-Heinz Wiesemann seit dem Jahr 2008.  Persönlicher Stellvertreter war Generalvikar Markus Magin, der Leiter des Bischöflichen Ordinariates.  Mit der Annahme des Amtsverzichts von Bischof Wiesemann ist die sogenannte Sedisvakanz des bischöflichen Stuhls eingetreten. Damit endet auch automatisch die Amtszeit Magins. Ebenso hören der Priesterrat und die Diözesanversammlung auf zu bestehen. Laut Bistum sollen sich zeitnah die Mitglieder des Domkapitels zusammenfinden und einen Diözesanadministrator wählen, der bis zu Ernennung eines neuen Bischofs die Amtsgeschäfte mit eingeschränkten Rechten weiterführen wird.

Gesundheitliche Gründe

Zum Rücktritt heißt es auf der Internetseite des Bistums, Wiesemann habe den Papst aus gesundheitlichen Gründen um seine Entpflichtung vom Amt des Bischofs von Speyer gebeten: „Ich bin mit ganzem Herzen und großer innerer Freude mit Ihnen Christ und für Sie Bischof gewesen. Dennoch hat die Last der umfänglichen Verantwortung in mir körperlich wie vor allem seelisch schwerwiegende Spuren hinterlassen.“

„Sehe es auch als Verantwortung an, wenn man weiß, dass man einer Aufgabe nicht mehr im nötigen Umfang gerecht werden kann, das auf Zeit verliehene Amt für einen anderen, nun besser Geeigneten, wieder freizugeben“

Ihm sei bewusst geworden, dass er die Kraft nicht mehr habe, „die ganze Wegstrecke bis zur vollständigen Umsetzung der anstehenden Strukturreformen zu gehen“. Hinzu komme, „dass wir mit dem kommenden Jahr in eine dreijährige Vorbereitung der 1000 Jahrfeier der Grundsteinlegung unseres Domes eintreten, die dann im ganzen Jahr 2030 feierlich begangen werden soll. Der Speyrer Dom mit seiner europäischen, ja weltweit herausgehobenen Bedeutung hat es verdient, dass ein Bischof mit entsprechender Kraft und Leidenschaft in dieser Zeit dauerhaft präsent ist.“

„Ich sehe es auch als Verantwortung an, wenn man weiß, dass man einer Aufgabe nicht mehr im nötigen Umfang gerecht werden kann, das auf Zeit verliehene Amt für einen anderen, nun besser Geeigneten, wieder freizugeben“, schreibt Wiesemann in einem Brief an alle Gläubigen. Er wisse, dass seine Entscheidung viele Menschen bewegen werde, und bitte um Verständnis für seinen Schritt.

Bischof dankt 

Wiesemann erklärt auf der Bistumsseite, ihm sei das „Herz schwer“, weil er „gerne und mit Freude in unserer nicht nur landschaftlich wunderschönen Diözese“ Bischof gewesen sei, in der ihm die Menschen „mit ihrer Offenheit, ihrem Vertrauen und ihrer (saar-)pfälzischen Geselligkeit zu einer echten Heimat geworden sind, in der ich mich sehr wohl gefühlt habe“. Er dankt allen, die mit ihm und der Diözese den zurückliegenden Weg gemeinsam gegangen sind .

Seit 2008 im Amt

Wiesemann, der am 1. August seinen 66. Geburtstag feierte, leitete das Bistum Speyer seit März 2008. Am 19. Dezember 2007 hatte Papst Benedikt XVI. Weihbischof Wiesemann zum Nachfolger von Bischof Anton Schlembach ernannt, der das Bistum Speyer von 1983 bis 2007 geleitet hatte. Die Amtseinführung folgte am 2. März 2008 im Speyerer Dom.

In der Deutschen Bischofskonferenz führte Bischof Wiesemann die Jugend-Kommission von 2011 bis 2016. Von 2016 bis 2021 hatte er den Vorsitz der Glaubenskommission. Seit 2021 ist er stellvertretender Vorsitzender der Liturgie-Kommission und zugleich Mitglied der Ökumene-Kommission.

Von 2013 bis 2019 leitete Bischof Wiesemann die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) auf Bundesebene.

Synodalität, Ökumene, Menschennähe und Missbrauchsaufarbeitung

Als besondere Anliegen Wiesemanns nennt das Bistum Speyer Synodalität und Ökumene sowie die Nähe zu den Menschen. Auch das Thema „sexualisierte Gewalt“ habe Bischof Wiesemann während seiner Amtszeit besonders beschäftigt. „Die Veröffentlichung der MHG-Studie 2018 war für ihn Anlass, den Blick konsequent auf die Betroffenen zu richten. Er führte zahlreiche Gespräche mit Betroffenen und setzt sich für unabhängige Strukturen der Aufarbeitung ein. Das Bistum Speyer richtete eine Unabhängige Aufarbeitungskommission und einen Betroffenenbeirat ein. 2025 wurde der erste Teil der unabhängigen Aufarbeitungsstudie für das Bistum Speyer veröffentlicht“, heißt es dazu auf der Internetseite des Bistums.

vatican news/bistum speyer – sst, 19. August 2026

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

Dein Beitrag zu einer großen Mission: Unterstütze uns dabei, das Wort des Papstes in jedes Haus zu tragen

Themen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Vatikan.va

Archiv

Empfehlung