Religionsfreiheit/Christenverfolgung

Papstbrief an Ban Ki-moon

Papstbrief an Ban Ki-moon: Systematische Gewalt gegen Christen stoppen

Storer Schutzmantelmadonna 1626Hl. Papst Johannes Paul II. bitte für unsIn einem Brief an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, ruft der Papst die Staatengemeinschaft dazu auf, die systematische Gewalt gegen Christen und andere religiöse Minderheiten im Irak zu stoppen. Der Brief ist auf den 9. August 2014 datiert. Lesen Sie hier das Schreiben, das an diesem Mittwoch bekannt wurde, in einer Arbeitsübersetzung.

Ich habe mit schwerem und schmerzendem Herzen die dramatischen Ereignisse der vergangenen Tage im Nordirak verfolgt, wo Christen und andere religiöse Minderheiten gezwungen wurden, aus ihren Häusern zu fliehen und der Zerstörung ihrer Kultstätten und ihres religiösen Erbes zusehen mussten. Bewegt durch ihre Notlage habe ich Kardinal Fernando Filoni, den Präfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, der als Vertreter meiner Vorgänger Papst Johannes Paul II. und Papst Benedikt XVI. den Menschen im Irak diente, gebeten, meine spirituelle Nähe und meine Sorge sowie die der gesamten Katholischen Kirche auszudrücken – angesichts des unerträglichen Leids jener, die lediglich in Frieden, Harmonie und Freiheit im Land ihrer Ahnen leben möchten.

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Irak: Finstere Aussichten

Immer tiefer versinkt der Irak im Chaos

Die Tagespost, 11. August 2014

Von Oliver Maksan

Immer tiefer versinkt der Irak im Chaos. Zur jüngsten Offensive des „Islamischen Staats“, die Christen und Jesiden in existenzielle Verzweiflung treibt, kommt die sich verschärfende innenpolitische Krise. Die Regierungsbildung will nicht gelingen. Premier Maliki, Hauptschuldiger der konfessionell-ethnischen Polarisierung, besteht in einer verfassungsformalistischen Geisterfahrt auf seinem Recht auf eine dritte Amtszeit. Der Buchstabe mag für ihn sein: das Wohl des Landes und gesunder Menschenverstand hingegen nicht. Zu einer glaubwürdigen Regierung der nationalen Einheit ohne ihn gibt es keine Alternative. Der Vorstoss der Extremisten und die Verfassungskrise haben zusammen das Zeug, dem geschundenen Land den Todesstoss zu versetzen.

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Diese Brutalität schnürt den Atem ab

Vorsitzender des Zentralrates Orientalischer Christen in Deutschland

Simon Jacob, Vorsitzender des Zentralrates Orientalischer Christen in Deutschland, sieht das Christentum im Irak kurz vor der „totalen Auslöschung“.

Die Tagespost, 11. August 2014, Von Markus Reder

Die Situation im Irak hat sich dramatisch zugespitzt. Eine halbe Millionen Menschen sind auf der Flucht. Sehen Sie noch eine Überlebenschance für das Christentum im Irak?

In Anbetracht der Tatsache, dass das Christentum, das Jesidentum, uralte Kulturen und Traditionen, die ein Teil unserer Geschichte sind, vor den Augen der Welt kurz vor einer totalen Auslöschung stehen, kann ich Ihnen die Frage mit einem klaren und schmerzlichen „Nein“ beantworten.

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„Wir werden massakriert und niemanden kümmert es“

Kümmert es jemanden, dass die ISIS Christen massakriert?

Quelle

Britisches Oberhausmitglied David Alton zitiert Angehörige von Genozidopfern im Irak: „Wir werden massakriert und niemanden kümmert es. Wir sprechen die Sprache Jesu, wir gehören zu den ersten Christen, doch die christliche Welt hat uns vergessen.“

London, kath.net, 11. August 2014

„Niemand kümmert sich um uns. Wir fliehen von einem Ort zum nächsten, wir sind erschöpft. Wir wurden betrogen. Wir werden massakriert und niemanden kümmert es. Wir sprechen die Sprache Jesu, wir gehören zu den ersten Christen, doch die christliche Welt hat uns vergessen. Wir sind die ursprüngliche Bevölkerung von Ninive und jeder möchte uns getötet sehen.“

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„Folge des Einmarschs der Amerikaner im Irak“

Filoni: „Islamischer Staat“ ist Folge des Einmarschs der Amerikaner im Irak

Irak: Für eine Einrichtung von Schutzzonen

Der Vormarsch der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ im Irak ist eine Folge des Krieges der USA gegen das Land im Jahr 2003. Das denkt der päpstliche Sondergesandte für den Irak, Kardinal Fernando Filoni. Papst Johannes Paul II. habe die politisch Verantwortlichen damals zum Frieden ermahnt, aber vergeblich. „Deshalb leiden wir heute unter diesen Konsequenzen“ sagte Filoni in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „Avvenire“ von diesem Sonntag. Seit diesem Krieg, der „ein Fehler“ gewesen sei, habe sich die Lage im Irak nie wieder verbessert, in vieler Hinsicht sogar verschlechtert, so der Kurienkardinal.

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Irak

Irak: Ostkirchen-Patriarchen beklagen verheerende Entwicklung

Vatikan Diplomat: „Eine Militäraktion ist vielleicht in diesem Moment nötig“

Mit einem dramatischen Appell angesichts der jüngsten Vertreibung von rund 200.000 Christen aus der irakischen Ninive-Ebene haben sich Vertreter der orientalischen christlichen Kirchen an die Vereinten Nationen gewendet: Die Vertreibung durch die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) bedeute einen „Völkermord“, so die Patriarchen der orthodoxen und katholischen orientalischen Kirchen in einem gemeinsamen Schreiben an den UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon sowie die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates. Die Patriarchen hatten sich im libanesischen Dimane, der Sommerresidenz des maronitischen Patriarchen, zu einem Sondertreffen versammelt.

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Hl. Papst Johannes Paul II. bitte für uns

„Globalisierung der Gleichgültigkeit“ – Den Völkermord stoppen

Wappen Papst Johannes Paul II.

Siegel Papst Johannes Paul II.Denver 1993Hl. Papst Johannes Paul II.

Im Irak ist ein Völkermord kein drohendes Schreckgespenst mehr, er hat bereits begonnen.

Die Tagespost, 08. August 2014, von Markus Reder

Stell Dir vor, da geschieht ein Völkermord und alle machen Urlaub. Was entsetzlich zynisch klingt, ist von der Realität gar nicht so weit entfernt. Im Irak ist ein Völkermord kein drohendes Schreckgespenst mehr, er hat bereits begonnen. Und in Deutschland? Da findet die Diskussion über einen muslimischen Schützenkönig mehr Aufmerksamkeit als das Leiden der Christen in Nahost. So sieht sie aus, die „Globalisierung der Gleichgültigkeit“.

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