Todesurteil für Christin: EU will Blasphemiegesetz stoppen
Das Todesurteil gegen die Christin Asia Bibi wurde bestätigt
– Europaparlament in Erklärung: Gesetz ermöglicht Missbrauch gegenüber Menschen aller Glaubensrichtungen.
Strassburg, kath.net/KAP, 29. November 2014
Das Europaparlament hat auf die Bestätigung des Todesurteils gegen die Christin Asia Bibi „mit grosser Besorgnis und Trauer“ reagiert, wie es in einer Entschliessung vom Donnerstag – zwei Tage nach der Rede von Papst Franziskus in Strassburg – hiess. Pakistan wurde dabei aufgerufen, sein umstrittenes Gesetz über Gotteslästerung abzuschaffen und bereits verhängte Todesurteile auf Grundlage dieses Paragrafen fallen zu lassen. Pakistans Blasphemiegesetz könne gegenüber Menschen aller Glaubensrichtungen missbraucht werden, kritisierte das EU-Parlament.
Besonders bedroht seien dabei religiöse Minderheiten wie Christen oder auch Mitglieder der um 1900 gegründeten islamischen Glaubensgemeinschaft Ahmadiyya.
„Gemeinsam gegen Gewalt“
Papst appelliert an Muslime: „Gemeinsam gegen Gewalt“
Vatikan: Ansprache von Papst Franziskus „Diyanet“
Rechtlicher Status der Religionsgemeinschaften
Religionsführer haben „die Pflicht“, öffentlich gegen Gewalt einzutreten, die sich auf religiöse Gründe beruft. Das hat Papst Franziskus am Freitagnachmittag betont. In Ankara besuchte er das Amt für religiöse Angelegenheiten, die sogenannte „Diyanet“, höchste Autorität des sunnitischen Islam der Türkei. Dabei forderte er für die Gewalt muslimischer Terroristen wie etwa des „Islamischen Staats“ „die stärkste Verurteilung“ durch islamische Autoritäten. Ausdrücklich bekannte sich Franziskus in seiner Ansprache zum katholisch-islamischen Dialog.
Afrika Kenia
Schutzmassnahmen für christliche Kirchen nach Anschlag auf Linienbus verstärkt
Nairobi, Agenzia Fides, 24. November 2014
– Die Polizei verschärft in der Grafschaft Mandera (im Norden von Kenia an der Grenze zu Somalia) die Sicherheitsmassnahmen, nachdem am vergangenen Samstag, den 22. November insgesamt 28 Menschen von somalischen Schabaab-Milizionären kaltblütig ermordet wurden. Die Mörder suchten ihre Opfer nach der Religionszugehörigkeit aus und töteten diejenigen, die nicht in der Lage waren einen Vers aus dem Koran zu zitieren.
Besondere Sicherheitsmassnahmen gelten auch für christliche Kirchen in der Region, wo die Gläubigen aus Angst vor weiteren Anschlägen den Sonntagsgottesdiensten am 23. November fernbleiben. Die Zahl der Wachposten wurde von zwei auf drei erhöht.
Pulverfass Tempelberg
Kustos im Heiligen Land: Pulverfass Tempelberg
In Jerusalem ist am Freitag ein weiteres Opfer der Amokfahrt vom Mittwoch seinen Verletzungen erlegen. Nach Angaben der israelischen Tageszeitung „Haaretz“ handelt es sich um den 17-jährigen Shalom Badani, Enkel eines Rabbiners der ultraorthodoxen Schas-Partei. Oberrabbiner Jitzhak Josef untersagte Juden in einer Rede bei der Beisetzung, das Areal der Jerusalemer Al-Aksa-Moschee zu betreten.
In Zusammenhang mit Besuchen nationalistischer Israelis auf dem Tempelberg kommt es seit Wochen zu Gewalt zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften. Durch die Amokfahrt eines 38-jährigen Palästinensers sind am Mittwochmorgen 14 Passanten teils schwer verletzt worden. Eines der Opfer, ein Grenzschutzbeamter, starb wenig später im Krankenhaus. Der Fahrer wurde von Polizisten erschossen.
Angehörige der verbrannten Eheleute bitten um Gerechtigkeit
Lahore, Fides, 07. November 2014
Quelle
Empörung über Mord an christlichem Ehepaar
Wie der Anwalt Sardar Mushtaq Gill berichtet baten die Angehörigen der beiden am 4. November in Kasur bei lebendigem Leib verbrannten Eheleute bei einer Begegnung mit dem Premierminister von Punjab Shahbaz Sharif, der die Familien zu Hause besuchte, vor allem um Gerechtigkeit. Diese versprach Sharif, der auch ein Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Millionen Rupie und ein 10 Hektar grosses Grundstück in Aussicht stellte.
Unterdessen finden in den umliegenden Dörfern intensive Ermittlungen statt, bei denen nach den Verantwortlichen der Lynchjustiz gesucht wird. Gegen insgesamt 60 Personen und 500 Unbekannte wurde Anzeige erstattet, während bereits 54 Verdächtige festgenommen wurden. Dies teilt der Leiter der Ermittlungen Muhammad Ali mit.
„Ein Akt sinnloser Barbarei“
Kardinal Tauran „schockiert“ über Lynchmorde in Pakistan
Pakistan: Kirche in Not
Die brutale Tötung eines christlichen Ehepaars in Pakistan schockiert den für den interreligiösen Dialog zuständigen Kurienkardinal Jean-Louis Tauran. Die Brutalität gegenüber Shahzad und Shama – wie die beiden Opfer hiessen – sei „ein Akt sinnloser Barbarei“ gewesen, so Tauran gegenüber Radio Vatikan.
„Ich bin einfach nur schockiert. Angesichts eines solch schlimmen Lynchmordes gibt es keine Worte. Was ich ganz schlimm finde, ist die Tatsache, dass das junge Ehepaar angeblich aus religiösen Gründen getötet wurde. Eine Religion kann aber niemals der Grund sein, um Menschen umzubringen! Das Problem in Pakistan ist und bleibt das Blasphemie-Gesetz, das solche Auswüchse hervorbringt.“
Religionsfreiheit weltweit 2014
In Zürich wird heute, Dienstag, 4. November 2014, der neue Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2014“ vorgestellt

Quelle
Religionsfreiheit hat immer schwereren Stand
Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr in der Wasserkirche (Limmatquai 31). Zur Präsentation des Berichts sind alle Interessierten ganz herzlich eingeladen. Kirche in Not organisiert diesen Abend zusammen mit dem Pfarrblatt forum der katholischen Kirche des Kantons Zürich und mit dem Pfarrblatt reformiert. der reformierten Kirche des Kantons Zürich.




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