Malediven: Christen leben in Angst
Open Doors: Weltweit werden 100 Millionen Christen verfolgt!
Malediven: Kirchen sind verboten
Die Lage der Christen im Urlaubsparadies Malediven ist dramatisch und eine Besserung ist nicht in Aussicht, sagt Daniel Gerber vom christlichen Hilfswerk „Open Doors“ im kath.net-Interview.
Romanel-s-Lausanne, kath.net/jg, 18.02.2012
Das christliche Hilfswerk „Open Doors“ veröffentlich jedes Jahr einen Index, der die Christenverfolgung in den verschiedenen Ländern dokumentiert. Die Malediven sind auf Platz 6 der aktuellen Liste. Wie ist die Lage der Christen auf den Malediven?
Verfolgt wie Jesus
Wohin man auch schaut: Zu allen Zeiten und an fast allen Orten der Welt sahen sich Christen Hass und Gewalt ausgesetzt
Auch im 21. Jahrhundert ist das leider nicht anders. Doch warum ist das so? Liegt es an der unbequemen Botschaft des Christentums? An der Person des Gründers? Die Antworten sind vielfältig.
Von Josef Bordat
Die Tagespost, 08. April 2015
Seit es Christen gibt, gibt es Christenverfolgung. Als der auferstandene Christus den Jüngern begegnet, haben diese die Türen fest verschlossen – „aus Furcht vor den Juden“ (Joh 20, 19), aus Angst vor Übergriffen aus der Mehrheitsgesellschaft Jerusalems. Sie haben Angst, dass sie das gleiche Schicksal ereilt wie den Herrn, der ihnen dies zuvor schon unmissverständlich prophezeit hatte: „Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden“ (Lk 21, 17).
Regina Coeli
Regina Coeli: „Der Auferstandene kam aus der Peripherie“
Auch Jesus, der an Ostern auferstanden ist, kam aus der Peripherie. Daran erinnerte Papst Franziskus beim Regina Coeli-Gebet am Ostermontag auf dem Petersplatz. Wie es im Evangelium nach Matthäus heisst, haben die Frauen, die das leere Grab vorgefunden haben, den Auftrag bekommen, nach Galiläa zu ziehen und dort die Frohe Botschaft zu verkünden (Mt 28,8-15).
„Galiläa zählte damals zur Peripherie, und dort begann das Wirken Jesu“, so der Papst. Im Mittelpunkt seiner Katechese stand das Hauptthema des Osterfestes: die Auferstehung Christi. „Das ist die schöne Botschaft, die wir allen und überall verkünden sollen durch die Beihilfe des Heiligen Geistes. Der Glaube an die Auferstehung Jesu und die Hoffnung, die Er uns gebracht hat, sind das schönste Geschenk, die ein Christ seinen Geschwistern weitergeben kann“, sagte der Papst. Zu jedem Zeitpunkt müsse man die Frohe Botschaft weiterreichen, fügte Franziskus an. Dies gelte sowohl bei schönen als auch bei weniger glücklichen Momenten im Alltagsleben.
Pakistan/Asia Bibi
Pakistan: Inhaftierte Christin bittet Papst um Hilfe
Quelle
Asia Bibi: Weitere Beiträge
Asia Bibi bittet aus ihrer Todeszelle in Pakistan den Papst um Hilfe. Die wegen Blasphemie zum Tod verurteilte Christin hat ihrem Mann und dem Familienanwalt einen Brief an Franziskus ausgehändigt, den die beiden Männer zu Ostern dem Vatikan übermittelten. Das berichtet das Nachrichtenportal Vatican Insider. Gerade an diesem Ostermontag hat Papst Franziskus, vielleicht als Folge des Briefes aus Pakistan, erneut Schutz für verfolgte Christen eingefordert. Schon in der Vergangenheit hatten sich die Päpste Benedikt XVI. und Franziskus öffentlich und auf diplomatischem Weg für die Freilassung Asia Bibis eingesetzt.
„Ecce homo!“
P. Raniero Cantalamessa OFMCap – Karfreitagspredigt 2015 im Petersdom (Volltext)
Vatikanstadt, 03. April 2015, zenit.org, Redaktion
Wir dokumentieren im Folgenden in einer eigenen Übersetzung die Karfreitagspredigt, die am heutigen Nachmittag vom Prediger des Päpstlichen Hauses, Pater Raniero Cantalamessa OFMCap, im Petersdom gehalten wurde.
Soeben haben wir von der Verurteilung Jesu durch Pilatus gehört. Dazu gehört eine Szene, mit der wir uns etwas genauer auseinandersetzen müssen.
„Darauf liess Pilatus Jesus geisseln. Die Soldaten flochten einen Kranz aus Dornen; den setzten sie ihm auf und legten ihm einen purpurroten Mantel um. Sie stellten sich vor ihn hin und sagten: Heil dir, König der Juden! Und sie schlugen ihm ins Gesicht. […] Jesus kam heraus; er trug die Dornenkrone und den purpurroten Mantel. Pilatus sagte zu ihnen: Ecce homo! Seht, da ist der Mensch!“
Mindestens 70.000 Tote durch Christenverfolgung
2013 wurden mindestens 70.000 Christen wegen ihres Glaubens getötet
Davon geht der Turiner Soziologe Massimo Introvigne aus. Er ist Koordinator der „Beobachtungsstelle Religionsfreiheit“ in Italien. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagt er, dass die Zahl der getöteten Christen zwar sinkend sei, doch hinter den rein statistischen Zahlen verbärgen sich konkrete Menschen.
„Die Statistik ist sehr umstritten. Es gab sogar eine Polemik zwischen dem wohl namhaftesten Statistiker für Religionsfragen, Todd Johnson, und dem britischen Sender BBC. Alles hängt davon ab, wie man die afrikanischen Situationen betrachtet. Sind die Toten im Kongo und Südsudan Opfer von Christenverfolgung oder nicht? Für Johnson ist dies der Fall, für die BBC nicht. 2012 wurden mindestens 100.000 Christen wegen ihres Glaubens getötet. Für 2013 würde ich sagen, dass es 80.000 waren und ich zähle die umstrittenen Situationen in Afrika nicht mit.“
Anteil am Leiden des Herrn
Iraks Christen bereiten sich auf Ostern vor – Aber sie wissen: Ihr Kreuzweg dauert an
Von Oliver Maksan
Erbil, Die Tagespost, 30. März 2015
„Hoschanna, Hoschanna“: Hundertfach erklang am Palmsonntag in nordirakischen Erbil der Ruf, mit dem Christen in aller Welt des Einzugs Christi in Jerusalem gedenken. Mit Oliven- und Palmzweigen in den Händen hörten sie das Evangelium und sangen Lieder in aramäischer Sprache, der Sprache Jesu. Viele Christen, Einheimische und Flüchtlinge, hatten sich auf dem Gelände der chaldäischen Josefs-Kathedrale eingefunden. Die Stimmung war fröhlich. Kleine Kinder tollten herum. Jugendliche waren in ihre Smartphones vertieft. Würde man die Szene beschreiben wollen, mit Begriffen wie Normalität und Frieden wäre sie richtig wiedergegeben. Doch das täuscht. Nichts mehr ist im Irak, wie es war. Schon gar nicht für die Christen.
Kaum fünfzig Kilometer weiter beginnt das von der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ kontrollierte Territorium, verläuft die über tausend Kilometer lange Frontlinie, zwischen IS und den Kurdengebieten. In den Köpfen der Menschen ist das präsent. Anders als noch im Vorjahr fand die Feier deshalb nicht ausserhalb des Areals statt. Eine Prozession durch Ankawa, dem fast ausschliesslich christlichen Stadtteil der kurdischen Regionalhauptstadt Erbil, schien den Veranstaltern zu gefährlich. „Eine Ansammlung von hunderten Christen auf der Strasse würde ein leichtes Ziel für Fanatiker bieten. Wir bleiben deshalb hinter den Mauern unserer Kirche“, meint ein Priester. „Sicher ist sicher.“








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