Katholische Stimmen

Gottes beste Verteidigung

Geistliche Betrachtungen zu den Enzykliken Benedikts XVI. – Teil 8

Quelle

Von Thorsten Paprotny, 20. November 2021

Der “Imperativ der Nächstenliebe” gehöre zur Natur des Menschen. Benedikt XVI. beschreibt in “Deus caritas est“, dass das Christentum diesen “in der Geschichte oft tief verdunkelten Imperativ immer wieder weckt und zur Wirkung bringt”: “Um so wichtiger ist es, dass das kirchliche Liebeshandeln seine volle Leuchtkraft behält und nicht einfach als eine Variante im allgemeinen Wohlfahrtswesen aufgeht.”

Die Nächstenliebe wird zunächst als Antwort auf die unmittelbare Not vorgestellt, wie das Gleichnis vom barmherzigen Samariter zeige: “Die Hungrigen müssen gespeist, die Nackten gekleidet, die Kranken auf Heilung hin behandelt, die Gefangenen besucht werden usw.” Alle Bedürftigen bräuchten die “Zuwendung des Herzens”. Die Mitarbeiter der Caritas etwa sollen nicht allein professionell berufstätig sein, “sondern sich dem andern mit dem Herzen zuwenden, so dass dieser ihre menschliche Güte zu spüren bekommt”: “Deswegen brauchen diese Helfer neben und mit der beruflichen Bildung vor allem Herzensbildung: Sie müssen zu jener Begegnung mit Gott in Christus geführt werden, die in ihnen die Liebe weckt und ihnen das Herz für den Nächsten öffnet, so dass Nächstenliebe für sie nicht mehr ein sozusagen von aussen auferlegtes Gebot ist, sondern Folge ihres Glaubens, der in der Liebe wirksam wird (vgl. Gal 5, 6).” Eigentlich – so denken wir – sollte es selbstverständlich sein, dass Mitarbeiter in kirchlichen Diensten fest im Glauben der Kirche verwurzelt sind. Zudem sehen wir oft, wie sehr es nötig ist, dass gerade im karitativen Bereich nicht eine geschäftsmässige Haltung eintritt, sondern dass aus den dort Tätigen auf stille Weise das Licht des Glaubens hervorleuchtet.

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Innere Auflösung statt Freude am Glauben

20 Jahre nach seiner Gründung sieht das Forum Deutscher Katholiken die innerkirchlichen Zustände in Deutschland mit grosser Sorge. Gründer Hubert Gindert hofft dennoch auf eine geistliche Wende

Quelle
Algermissen: “Es wird eine tiefe Enttäuschung geben.”
Bischofsinterview: “Forum Deutscher Katholiken” übt scharfe Kritik
Kathpedia – Forum Deutscher Katholiken

02.11.2020, Regina Einig

Herr Professor Gindert, als sich das Forum Deutscher Katholiken im September 2000 gründete, stand die Kirche in Deutschland noch ganz unter dem Eindruck des Konflikts um den Ausstieg der Kirche aus der Schwangerenkonfliktberatung. Was bestärkte sie damals in der Erwartung, dass das Forum Zukunft haben würde?

Vor allem das Gespräch mit Erzbischof Dyba im Juni 2000. Dann die Erwartung, wir könnten für unsere Ziele Bischöfe, wie etwa Kardinal Meisner gewinnen, die mit der Einbindung der Kirche in die vom Bundestag beschlossene Abtreibungsregelung nicht einverstanden waren. Schliesslich die angestrebte Zusammenarbeit mit lehramtstreuen geistlichen Bewegungen. Hier zeigte sich bald, dass einige wenig geneigt waren, den Weltauftrag der Christen aufzugreifen, der uns wichtig war.

Zu dieser Zeit verloren viele aktive Christen ihre politische Heimat, die C-Parteien. Wie hat das Forum darauf reagiert?

Wir haben uns nie als parteipolitische Bewegung verstanden, haben aber verstärkt auf gesellschaftspolitische Themen (Fragen der Familie, des Lebensschutzes) die früher bei den C-Parteien in guten Händen waren, durch Stellungnahmen reagiert.

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Gefühlsmenschen

Gefühlsmenschen – Geistliche Betrachtungen zu den Gedichten des hl. Johannes Pauls II. – Teil I

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Von Thorsten Paprotny, 29. August 2020

Karol Józef Wojtyła war Philosoph und Theologe – und Dichter. Eingängig ist der Stil seiner theoretischen Traktate nicht, auch seine Lyrik gibt uns manches Rätsel auf. 1979 gab Karl Dedecius den Band “Der Gedanke ist eine seltsame Weite” (Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 1979) heraus. Heute ist dieses Buch leider nur noch antiquarisch erhältlich. Johannes Paul II. faszinierte damals nicht nur die katholische Welt, aufgrund seiner Vielseitigkeit, seiner Glaubensstärke und seiner Dynamik. Auch die Spuren des Literaten, des Dramatikers und Lyrikers waren von Interesse. Doch wer folgte ihnen? Und wer begibt sich heute neu auf seine Spuren, um in seiner Spur die Nähe des Herrn, ja Gottes Spuren zu entdecken, der ihm und uns voraus war, ist und sein wird?

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Ohne Filter, naturrein: Wie es war, katholisch zu sein

Ohne Filter, naturrein: Wie es war, katholisch zu sein – Um Mitternacht, am 17. November 2021, ist Bernie Conrads verstorben

Quelle/Rezension
Rezension amazon (3)

18. November, 2021

Ohne Sentimentalität, aber dafür direkt unter die Haut: So bringen heute noch die Fans der Kult-Kapelle “Bernies Autobahn Band” auf den Punkt, was die Liedermacher-Qualitäten ihres Frontmannes Bernie Conrads ausmachten.

Um Mitternacht, am 17. November 2021, ist Bernie Conrads verstorben.

“Ohne Filter” hiess das Album aus dem Jahre 1980, in Anspielung an die Zigarettenmarke, die sich als “naturrein” auf dem Markt präsentierte. “Ohne Filter” heisst auch das Buch mit dem Cover, der an diesen starken Tobak erinnert, und ja: Stark und “naturrein” war auch die Stimme von Conrads, der in den 1970ern und 1980ern als “deutscher Dylan” galt, später Lieder für Peter Maffay, Stoppok und andere schrieb.

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Ein schlechter Mensch ist schlimmer als ein schlechtes Tier

Es ist Zeit für eine “kostpielige” Debatte über Gerechtigkeit und menschliche Würde, sagt ein führender katholischer Gelehrter

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Nicola Fall Conference on Ethics
Alasdair MacIntyre
Youtube Alasdair MacIntyre

Von CNA Deutsch Nachrichtenredaktion

Notre Dame (Indiana), 15. November 2021 (CNA Deutsch)

Der berühmte Ethiker Alasdair MacIntyre hat die Wissenschaft ebenso wie andere Katholiken und Intellektuelle dazu aufgerufen, in das “kostspielige Gespräch” über Gerechtigkeit zu investieren und ihr Verständnis dessen zu schärfen, was Menschenwürde ausmacht.

MacIntyre, dessen Lehrtätigkeit sich über 70 Jahre erstreckt und der einige der wichtigsten Bücher über Tugendethik wie “After Virtue” und “Dependent Rational Animal” veröffentlicht hat, hielt einen Vortrag mit dem Titel “Human Dignity: A Puzzling and Possibly Dangerous Idea?” (Eine rätselhafte und möglicherweise gefährliche Idee?) auf der de Nicola Herbstkonferenz der Universität von Notre Dame am 12. November.

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Malteserorden: Ex-Grossmeister Festing verstorben

Fra’ Matthew Festing, der bis 2017 Grossmeister des Malteserordens war, ist tot. Der Brite starb am Freitag im Alter von 71 Jahren in einem Krankenhaus in Valletta auf Malta, teilte der Orden am Abend in Rom mit

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Fra Matthew Festing

Festing war Anfang 2017 auf Druck von Papst Franziskus von der Spitze der Malteser zurückgetreten. Vorausgegangen waren ordensinterne Turbulenzen, die vorübergehend auch den Deutschen Albrecht Freiherr von Boeselager sein Amt als Grosskanzler der Malteser kosteten. Boeselager wurde nach Festings Amtsverzicht wieder eingesetzt.

Der Malteserorden steht in der Tradition des “Ritterordens vom Hospital des heiligen Johannes zu Jerusalem”, des im 11. Jahrhundert gegründeten weltweit ersten christlichen Krankenpflegeordens. Nach der Reformation spaltete sich die Gemeinschaft auf in die katholischen Malteser und die evangelischen Johanniter.

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Gerechtigkeit und Liebe

Papst Benedikt XVI. hat nicht selten marxistisch orientierte Stimmen zu Gehör gebracht und deren Ansätze sorgfältig diskutiert

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Von Thorsten Paprotny, 13. November 2021

Papst Benedikt XVI. hat nicht selten marxistisch orientierte Stimmen zu Gehör gebracht und deren Ansätze sorgfältig diskutiert. In seinem Schrifttum finden sich mitunter Bezüge zu Denkern wie Max Horkheimer. Er hat das Gespräch gesucht und die Auseinandersetzungen mit den Theorien, die auf der kritischen Gesellschaftsanalyse von Karl Marx fussen, nicht gescheut. In der Enzyklika “Deus caritas est” kommt Benedikt XVI. darauf zu sprechen, dass seitens des marxistischen Denkens gegen die kirchliche Liebestätigkeit Einwände formuliert worden seien: “Die Armen, heisst es, bräuchten nicht Liebeswerke, sondern Gerechtigkeit.

Die Liebeswerke — die Almosen — seien in Wirklichkeit die Art und Weise, wie die Besitzenden sich an der Herstellung der Gerechtigkeit vorbeidrückten, ihr Gewissen beruhigten, ihre eigene Stellung festhielten und die Armen um ihr Recht betrügen würden. Statt mit einzelnen Liebeswerken an der Aufrechterhaltung der bestehenden Verhältnisse mitzuwirken, gelte es, eine Ordnung der Gerechtigkeit zu schaffen, in der alle ihren Anteil an den Gütern der Welt erhielten und daher der Liebeswerke nicht mehr bedürften.”

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