Ungehorsams-Aufruf hat bei vielen Katholiken Kopfschütteln ausgelöst
Österreichische Bischofskonferenz kritisiert “Aufruf zum Ungehorsam” der Schüller-Pfarrer-Initiative
“Rede von einer Eucharistiefeier ohne Weihesakrament ist ein offener Bruch mit einer zentralen Wahrheit unseres katholischen Glaubens”
Wien, kath.net/KAP, 11.11.2011
“Wo ‘katholisch’ draufsteht, muss auch ‘katholisch’ drinnen sein”: Dies hat Kardinal Christoph Schönborn im Blick auf jene Forderungen der Pfarrer-Initiative erklärt. Sie betreffe die Eucharistie und andere Sakramente, die für die katholische Identität von fundamentaler Bedeutung seien. Missbräuchlicher Umgang mit diesen zentralen Glaubensthemen könnte sicher nicht hingenommen werden, so der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz bei einer Pressekonferenz am Freitag in Wien, bei der er über die Ergebnisse der Herbstsession der Bischofskonferenz berichtete. Andere Pfarrer-Forderungen betreffend den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen oder die Predigt von qualifizierten Laien seien innerkirchlich seit langem Thema, da gebe es “Sorgen, die wir alle teilen”.
Wegsehen gehörte zum Programm
Nach der Pornografie-Kritik von Papst Benedikt XVI. gerät das “System Weltbild” ins Wanken
– Wer jetzt nur von besseren Internetfiltern und Datenbankproblemen spricht, hat entweder nichts verstanden oder er vertuscht das eigentliche Problem – Aufklärung tut Not, aber sie muss unabhängig erfolgen.
Die Tagespost, 09.11.2011, von Markus Reder
Jetzt hat sich also der Papst eingeschaltet. Das könnte zum Wendepunkt eines Kirchen-Skandals werden, dessen Ausgang noch offen ist: Als am Montag Papst Benedikt XVI. den neuen deutschen Botschafter am Heiligen Stuhl empfing, da liess er nicht nur seine Deutschlandreise Revue passieren und forderte mit Nachdruck einen uneingeschränkten Lebensschutz. Das wäre das Normalprogramm einer päpstlichen Ansprache bei einer solchen Gelegenheit gewesen. Der eigentliche Hammer seiner Rede war eine ganz andere Bemerkung.
“Es geht um Macht”
Die Frage sei, ob nicht “zu viel Energie nur in diesen Streit fliesst”
Was des Pudels Kern der “Kirchenreform”-Wünsche ist, macht ein Interview mit Anja Appel, der neuen Generalsekretärin der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, deutlich.
Wien, kath.net, 09.11.2011
Bei den innerkirchlichen Spannungsfeldern geht es “um Macht”. Das machte Anja Appel (36), die neue Generalsekretärin der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö), im Interview mit der Zeitung “Standard” deutlich. Sie sprach sich darin für die Anliegen der “Pfarrerinitiative” aus. Auf die Frage, ob es sie störe, ständig auf die innerkirchlichen Spannungsfelder angesprochen zu werden, sagte Appel wörtlich: “Es geht um Macht und um Gestaltungsmöglichkeiten.” Daher seien diese Debatten “nie müssig”, wenngleich die Frage sei, ob nicht “zu viel Energie nur in diesen Streit fliesst”.
Im Namen Gottes und seiner Kirche
Aktuell
Internetportal der römisch-katholischen Kirche im Kanton Bern
Brigite Durrer, ehemalige Synodalrätin der röm.kath. Landeskirche und abgetretene Präsidentin der Tagsatzung im Bistum Basel resigniert nicht.
Donnerstag, 03. November 2011
Die Reformunfähigkeit der Kirche hat sie seit Jahren bewegt. Brigitte Durrer, Zeichnungslehrerin, Erwachsenenbildnerin. Grossmutter von 3 Enkelkindern, ehemalige Synodalrätin der Röm.Kath. Landeskirche Bern und langjährige Präsidentin des Vereins Tagsatzung, hat ein Etappenziel erreicht. Ihr Verein des Widerstandes wird schweizerisch (wir berichteten): Der Reformstau der Kirche aber bleibt.
“Das Finanzsystem ist im freien Fall”
Wolfgang Ockenfels, Professor für Christliche Sozialwissenschaften an der Universität Trier
Die Tagespost, 28.10.2011, von Markus Reder
Wolfgang Ockenfels über das Ende des Kapitalismus, den drohenden Kollaps, die Sünde der Schuldenmacherei und die Herausforderung der Christen.
Wolfgang Ockenfels ist Professor für Christliche Sozialwissenschaften an der Universität Trier. Im St. Ulrich Verlag erschien jüngst sein neues Buch “Was kommt nach dem Kapitalismus?”.
“Die Tagespost” sprach mit dem Dominikanerpater über die Finanzkrise, die fatalen Folgen der Wachstumsideologie und die Notwendigkeit, vergessene Prinzipien wiederzuentdecken.
“Keine Dämonisierung der Märkte” – Skepsis über G-20
Der Vatikan wünscht sich eine “Steuerungsbehörde für die Globalisierung”
Das stellte der Sekretär des Päpstlichen Friedensrates, Mario Toso, an diesem Montag vor Journalisten klar.
Rom, Radio Vatikan, 24.10.2011
Die internationalen Einrichtungen, die schon bestehen, müssten reformiert werden, um “mehr Autorität zu bekommen und gleichzeitig demokratischer zu funktionieren”. Sie bräuchten “mehr Teilhabe, mehr Legitimation, mehr Einbeziehung der Zivilgesellschaften, eine grössere Repräsentativität”.
Vatikan fordert Finanz-Aufsichtsbehörde
Der Vatikan fordert angesichts der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise eine Reform der Finanzmärkte
Rom, Radio Vatikan, 24.10.2011
Rechtzeitig vor dem G-20-Gipfel Anfang November in Cannes veröffentlichte der Päpstliche Friedensrat an diesem Montag eine “Note”. Die 17 Seiten schlagen die Gründung einer internationalen Behörde vor, um die Finanzmärkte zu kontrollieren.
“Es geht um das Gemeinwohl der Menschheit und ihre Zukunft”: Das bekräftigt der Alarmruf aus dem Vatikan. “Egoismus und kollektive Gier” sowie ein „Wirtschaftsliberalismus ohne Regeln und ohne Kontrolle” hätten zur derzeitigen Krise geführt. Das sei nicht hinnehmbar, der Mensch dürfe “nicht des Menschen Wolf sein”, Länder dürften “nicht auf Kosten anderer wachsen”. Der Vatikan nennt “Geld- und Finanzgeschäfte, die vor allem auf Spekulation gründen, einen Schaden für die Realwirtschaft vor allem der schwächeren Länder”. Er wünscht sich ein radikales Umdenken: Märkte sollten wieder im Dienst am Menschen stehen.


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