Sozialkompetenz

Zeichen gelebter Versöhnung

“Es ist gut, dass sie nach Polen reisen”

Stefan MeetschenDie Tagespost, 29. August 2014

Von Stefan Meetschen

Es ist gut, dass sie nach Polen reisen: Bundespräsident Joachim Gauck, der am 1. September in Danzig bei den offiziellen Erinnerungsfeierlichkeiten zum Beginn des Zweiten Weltkrieg teilnehmen wird, und die Delegation der Deutschen Bischöfe, die, angeführt vom Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, von Sonntag bis Dienstag in Polen in ähnlicher Mission unterwegs ist. Zunächst im schlesischen Gliwice (Gleiwitz), wo unter anderem eine Begegnung mit Erzbischof Stanislaw Gadecki, dem Vorsitzenden der polnischen Bischofskonferenz, stattfinden soll – später dann in der Hauptstadt Warschau, wo weitere Begegnungen mit kirchlichen Würdenträgern Polens geplant sind.

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Wladimir Putin ist kein ‘Geschenk Gottes’

Deutschlands Konservative und viele katholische Christen sind in diesen Tagen zerstritten, wie selten zuvor

Gottesmutter von Wladimir, ein Nationalheiligtum Russlands und der russisch-orthodoxen Kirche. Die Marien-Ikone ist als Reproduktion auch im Westen weit verbreitet (Konstantinopel um 1100).Deutschlands Konservative und viele katholische Christen sind in diesen Tagen zerstritten, wie selten zuvor. Der Grund sind die Ukraine-Krise und die Frage: Wie halten wir es mit Putin?

Ein kath.net-Kommentar von Klaus Kelle

Düsseldorf, kath.net, 29. August 2014

Nach seiner ersten Wahl als Russlands Präsident staunten die Fernsehzuschauer weltweit über Fernsehbilder von Wladimir Putin beim Besuch einer orthodoxen Messe in Moskau. Der frühere KGB-Offizier als geläuterter Christ – wessen Herz erwärmte dieser Anblick nicht? Aus der versteckten Botschaft an Russlands orthodoxe Christen, dass der neue Präsident zu einer Art Schutzpatron für die mehr als 100 Millionen Gläubigen und ihre Kirche werden könnte, ist inzwischen ein kaum zu erschütterndes strategisches Bündnis geworden.

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Offener Brief an Bundesrat Berset

Aids-Kampagne: Offener Brief an Bundesrat Berset

Lasset die Kinder zu mir kommen xpKatholische Wochenzeitung, 29. August 2014, Nr. 35

Sehr geehrter Herr Bundesrat Berset

Wieder einmal werden wir Schweizer Bürgerinnen und Bürger durch das BAG mit einer Anti-AIDS-Kampagne “beglückt”. Jede dieser Kampagnen ging, was die bildliche Darstellung angeht, einen Schritt weiter. Heute ist sie dergestalt, dass Paare jeglicher Couleur beim Geschlechtsakt abgebildet werden.

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Zum Todestag von Dom Hélder Câmara

Einer, der nicht nur alleine träumte

Dom Helder CamaraEr war einer der bedeutendsten Kämpfer Brasiliens für die Menschenrechte und gründete die ersten Basisgemeinden: Vor genau fünfzehn Jahren verstarb Dom Hélder Câmara, Bischof von Olinda und Recife. Câmara gehörte zu den profiliertesten Vertretern der Befreiungstheologie. Zum Gedenken an seine Person veröffentlichte die Jesuitenzeitschrift “Popoli“”einen Artikel von Gerolamo Fazzini. Im Interview mit Radio Vatikan sprach Fazzini über die bemerkenswerten Parallelen zwischen Papst Franziskus und dem verstorbenen Erzbischof Câmara. Ein Beitrag von Katharina Pfadenhauer.

In seinen Reden ging er immer bis an die Wurzeln der Ungerechtigkeit. Er interessierte sich für die konkrete Armut, für die Gründe dieser Armut. Er nannte Ungerechtigkeiten beim Namen. In aller Welt prangerte Câmara während der brasilianischen Militärdiktatur von 1964 bis 1985 unter dem Regime von General Humberto Castelo Branco die Folterer und Mörder öffentlich an. Seine Besuche als Bischof in den Elendsvierteln von Rio, seine Bemühungen, annehmbare Wohnbedingungen für die Armen zu schaffen, und seine Fernsehpredigten machten ihn zu seiner Zeit äusserst populär.

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Klugheit und Moral

“Verhältnismässigkeit der Mittel”

Die Tagespost, 22. August 2014, Von Stefan Rehder

Es lässt sich trefflich darüber streiten, ob es politisch klug ist, dass sich in dieser Woche nun auch die Bundesregierung bereit erklärt hat, Waffen aus Beständen der Bundeswehr in den Irak zu liefern. Denn die Gefahr, dass diese am Ende dem “Islamischen Staat” (IS) in die Hände fallen, dessen (völker-)mörderisches Treiben sie Einhalt gebieten sollen, ist durchaus real. Bei der Eroberung Mossuls erbeuteten IS-Kämpfer auch militärisches Gerät, das von Washington – gedacht zur Niederschlagung islamistischer Aufstände – in den Irak geliefert worden waren. Auch der Gedanke, dass sich die Bundesrepublik Deutschland in den Augen der Terrormiliz mit ihren Waffenlieferungen zum Ziel von Anschlägen erklärt, ist keinesfalls weit hergeholt. Der vom IS enthauptete US-amerikanische Kriegsberichterstatter James Foley soll in dem von IS-Kämpfern verbreiteten Hinrichtungsvideo orangefarbene Häftlingskleidung getragen haben – ähnlich wie die Gefangenen von Abu Ghraib. Die barbarische Maxime “Auge um Auge, Zahn um Zahn” gehört zu den Botschaften, die die Terrormiliz damit wohl verbreiten wollten.

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Ursachen des Rassismus

Ferguson zeugt von der Fehlstellung der US-amerikanischen Gesellschaft

Beseitigung der Rassendiskriminierung

Die Tagespost, 22. August 2014, Von Friedrich von Westphalen

Noch immer ist ungeklärt, was sich im Einzelnen tatsächlich in der Nacht zum 9. August in der US-amerikanischen Kleinstadt Ferguson (Missouri) ereignete, als der weisse Polizist Darren Wilson den unbewaffneten Afro-Amerikaner Michael Brown mit sechs Schüssen tötete. Zeugen sagen, der Getötete habe sich mit erhobenen Händen dem Todesschützen genähert. Darren Wilson will gleichwohl “Angst um sein Leben” gehabt haben. Juristisch ist das der Klassiker: Notwehr, zumindest Putativnotwehr, sagt der Todesschütze. Zahlreich sind jedoch inzwischen die Sympathiekundgebungen im Internet für den Polizisten Darren Wilson; Spenden werden eingesammelt (mehr als 60 000 Dollar sollen es sein), weil Strafverteidigung in Amerika sehr teuer ist.

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Afroamerikanischer Priester: US-Rassenkonflikt eitert schon lang

In der katholischen Kathedrale von St. Louis versammelten sich am Mittwochabend mehr als 500 Gläubige um für den verstorbenen Michael Brown sowie für Versöhnung und Frieden zu beten.

Quelle

Vatikanstadt-Washington, kath.net/KAP, 22. August 2014

Den Rassenunruhen in der US-amerikanischen Kleinstadt Ferguson bei St. Louis ist zuvor Jahre hindurch die Entwicklung eines “Eiterherds in den Beziehungen” zwischen Schwarzen und Weissen in der Gemeinde vorausgegangen. Das sagte der katholische Afroamerikaner-Seelsorger Father Arthur Cavitt in einem “Radio Vatikan”-Interview am Mittwoch. Cavitt sprach von “Misstrauen, Rassismus und Vorurteilen”. Sie hätten über die Jahre eine feindschaftliche Atmosphäre zwischen Einwohnern und Polizisten aufgebaut.

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