Offener Brief an Bundesrat Berset

Aids-Kampagne: Offener Brief an Bundesrat Berset

Lasset die Kinder zu mir kommen xpKatholische Wochenzeitung, 29. August 2014, Nr. 35

Sehr geehrter Herr Bundesrat Berset

Wieder einmal werden wir Schweizer Bürgerinnen und Bürger durch das BAG mit einer Anti-AIDS-Kampagne “beglückt”. Jede dieser Kampagnen ging, was die bildliche Darstellung angeht, einen Schritt weiter. Heute ist sie dergestalt, dass Paare jeglicher Couleur beim Geschlechtsakt abgebildet werden.

Wir fragen uns, was das mit AIDS-Prävention zu tun hat. Die Botschaft, Kondome seien zu 100 Prozent verlässlich, entspricht, wie BAG-Exponenten uns auf Anfrage zugegeben haben, nicht der Wahrheit, ist also fahrlässig und wiegt einen in einer trügerischen Sicherheit.

Die neuste Kampagne lässt vielmehr vermuten, es gehe nicht primär um AIDS, sondern um die Propaganda für ein schrankenloses Ausleben der Sexualität, abgekoppelt von echter Liebe und schon gar von der Fortpflanzung. Kindern und Jugendlichen wird der Eindruck vermittelt, Menschen seien in erster Linie ein Konsumgut, dessen man sich nach Lust und Laune bedient. Die Folge dieser verhängnisvollen Botschaft: Unter den Kindern und Jugendlichen schwindet mehr und mehr der Glaube, dass verlässliche und dauerhafte Partnerschaften möglich sind. Es geht ja nur ums “Eine”, und wenn das nicht mehr stimmt, dann Leb wohl, “geliebte(r) Partner(in)”!

Der kurzfristige Spass weicht einer inneren Leere und der verzweifelten Suche nach dem “ultimativen” Partner, den es so nicht gibt, nie geben kann. Hohe Scheidungs- und Suizidraten, Schönheitswahn und Verleugnung der eigenen Persönlichkeit sind die Früchte dieser ungesunden Entwicklung.

Der Staat, so wird gebetsmühlenartig wiederholt, sei weltanschaulich neutral und bevorzuge keine ideologische Richtung. Die Anti-AIDS-Kampagnen des BAG strafen diese Behauptung Lügen. Hier wird ganz eindeutig einer hedonistischen Weltanschauung das Wort geredet, die den Menschen auf seine Sexualität und sein Dasein als frei verfügbares Objekt reduziert und so die viel gepriesene Menschenwürde mit Füssen tritt. Wir fragen uns, ob das wirklich die Aufgabe des Staates ist.

Dass es dem BAG nur vordergründig um AIDS-Prävention geht, zeigt ein Vergleich mit der Anti-Rauch-Kampagne desselben Bundesamtes: Hier wird entschieden für Nulltoleranz und völlige Abstinenz geworben, während punkto AIDS die einzig wirklich wirksame Prävention, nämlich Treue, verschwiegen wird.

In diesem Sinne grüssen wir Sie freundlich

Monika und Martin Meier-Schnüriger, Altendorf ( seit 28 Jahren glücklich verheiratet)

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