Religionsfreiheit/Christenverfolgung

Iran: Härteres Vorgehen gegen Konvertiten

IGFM: Neue Vorwürfe gegen zum Tode verurteilten Pastor absurd

Das Todesurteil gegen den iranischen Pastor Youcef Nadarkhani wegen „Abfalls vom Islam“ entrüstete die Welt. Irans Justiz holte sich Regierungsmedien zur Hilfe: Die Rufmordkampagne läuft.

Frankfurt am Main/Teheran, 20. Oktober 2011

Die Islamische Republik Iran hat die Verfolgung von christlichen Konvertiten weiter verschärft. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, sind in der nordiranischen Stadt Rasht Ermittlungen gegen fünf Konvertiten wegen „Verbrechen gegen die öffentliche Ordnung“ eingeleitet worden. Ausserdem wurde am 18. Oktober die 5jährige Gefängnisstrafe gegen Pastor Benham Irani wegen „Verbrechen gegen die nationale Sicherheit“ bestätigt. Pastor Irani befindet sich bereits im Gefängnis, wo er eine einjährige Haftstrafe aus einem anderen Verfahren verbüsst – ebenfalls wegen angeblicher „Verbrechen gegen die nationale Sicherheit“.

Weiterlesen →

Angst, Wut und Trauer unter den Kopten

Ägyptens Christen rufen dreitägiges Beten und Fasten aus

Die internationale Politik reagiert verhalten auf das Blutbad vom Sonntagabend  

Die Tagespost, 12.10.2011, von Stephan Baier

Mit der weltweiten Empörung, die der Anschlag auf eine koptische Kirche in Alexandria in der Neujahrsnacht ausgelöst hatte, waren die internationalen Reaktionen nach dem sonntäglichen Blutbad in Kairo am Montag eher schwach. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mahnte die Ägypter zur Besinnung auf den historischen Wandel vom Jahresanfang und forderte von der gegenwärtigen Regierung, die Menschen- und Bürgerrechte aller Ägypter unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit zu schützen. US-Präsident Barack Obama rief bezeichnenderweise alle Seiten zur Mässigung auf, so als hätten die rund 2 000 christlichen Demonstranten das Blutbad ebenfalls zu verantworten. Das Weisse Haus in Washington liess verlauten: „Diese tragischen Ereignisse sollten zeitnahen Wahlen und einem fortgesetzten Übergang in eine friedfertige, gerechte und umfassende Demokratie nicht im Wege stehen.“

Weiterlesen →

„Angst um die Zukunft unseres Landes“

Die Gewaltanwendung durch die Armee war völlig unnötig

Der Pressesprecher der katholischen Kirche in Ägypten, Pfarrer Rafic Greiche, hat der herrschenden Militärregierung die alleinige Schuld an den Gewaltausbrüchen am Sonntagabend in Kairo gegeben.

Greiche sagte dem weltweiten katholischen Hilfswerk Kirche in Not, die ägyptische Armee hätte „einen mit Steinen, Schwertern, Stöcken und Gewehren bewaffneten Mob aus Strassenschlägern“ gegen friedliche Demonstranten eingesetzt.

Bei den Ausschreitungen vom Sonntag (9. Oktober) waren nach Medienangaben mindestens 25 Menschen getötet worden, etwa 200 wurden verletzt. Die Gewalt war vor der Niederlassung des staatlichen Fernsehsenders in Kairo eskaliert, nachdem zuvor mehrere tausend koptische Christen gemeinsam mit gemässigten Muslimen friedlich gegen die zunehmende islamistische Gewalt im Land demonstriert hatten.

Weiterlesen →

Prüfstein für das neue Ägypten

Ja, es gibt in koptischen Kreisen viele Verschwörungstheorien

Die Tagespost, 10. Oktober 2011, von Stephan Baier

 
Ja, es gibt in koptischen Kreisen viele Verschwörungstheorien. Und es gibt leider viele Argumente dafür, dass sie nicht ohne Fundament in Ägyptens Wirklichkeit sind. Wie kommt es, dass koptische Kirchen und friedliche Christen immer wieder von Provokateuren attackiert werden? Wie kommt es, dass sich die Sicherheitskräfte dann meist gegen die Christen stellen oder – wie am Sonntagabend – die Kopten hemmungslos angreifen? Wendet das herrschende Militärregime die gleiche Taktik an wie das Regime Mubarak, das Übergriffe gegen Kopten zuliess und sogar provozierte, um den Westen von einer islamistischen Bedrohung zu überzeugen – und so die eigene Macht zu festigen? Oder ist das Regime trotz seiner undemokratischen Machtfülle nicht in der Lage, für die Sicherheit im Lande zu sorgen – insbesondere für die Sicherheit der rund zehn Prozent Christen in Ägypten? Werden also die Träger der staatlichen Gewalt mit den radikalsten Kräften der Muslimbruderschaft und mit den von Saudi-Arabien inspirierten und finanzierten Salafisten nicht fertig? Oder kollaborieren sie gar mit diesen Kräften, die die Christen aus dem Land vertreiben und einen islamischen Staat mit rein muslimischer Gesellschaft errichten wollen? Fragen über Fragen, Ängste über Ängste.

Weiterlesen →

Als Muslime registrierte Christen können Status ändern

Sprecher der ägyptischen Katholiken: Entscheid des Obersten Gerichtshofes „positives Signal“

Kairo-Rom, kath.net/KAP, 09. Juli 2011

In Ägypten können irrtümlich oder unter Zwang als Muslime registrierte Christen diese Eintragung nun ändern lassen ohne den Zusatz „Ex-Muslim“ zu erhalten. Wie der römische Pressedienst „asianews“ am Freitag berichtete, entschied dies der oberste Gerichtshof des Landes.

Bislang seien in vielen Behörden Neugeborene und Menschen, die Änderungen ihrer Dokumente vornehmen lassen wollten, automatisch als „Muslim“ geführt worden, so „asianews“. Häufig hätten sich die Beamten geweigert, den Fehler zu beheben oder darauf verwiesen, dass es von Vorteil sei, in Ägypten als Muslim registriert zu sein.

Weiterlesen →

Hoffnung für Levo

Nach dem Einmarsch der USA 2003 bricht im Irak das Chaos aus

Tagespost, 15.06.2011

Nach dem Einmarsch der USA 2003 bricht im Irak das Chaos aus. Schiiten und Sunniten bekämpfen sich. Tausende Christen flüchten vor dem islamistischen Terror in den Norden. In Armut und im Elend leben sie dort. Die Kirche will neue Hoffnung geben. Eine Reportage. Von André Stiefenhofer

Eine halb zerfetzte kurdische Fahne flattert auf dem Dach, der Wind pfeift über die mit roten Mohnblumen getupften grünen Wiesen, die Sonne scheint, es ist ein kalter Maitag. Afram Yokhanna steht mit einem versteinerten Gesicht vor seinem kleinen Haus im nordirakischen Dorf Levo und starrt in die Ferne. „Hier bin ich wieder.“

Weiterlesen →

Psychologie des antireligiösen Affektes

Aggression gegen Gläubige gibt es auf vielen Ebenen

Tagespost, 06.06.2011 

Aggression gegen Gläubige gibt es auf vielen Ebenen, im gekränkten Narzissmus des modernen Menschen wie auch bei fanatischen Islamisten, die ihre Religion benutzen, ohne sie zu leben. Die Psychologie entlarvt das brüchige Selbstwertgefühl der Religionskritiker. Von Raphael Bonelli

Warum genau finden es manche Zeitgenossen so auffallend irritierend, wenn andere glauben? Wieso ist es für sie so schmerzhaft, wenn eine gottesfürchtige Muslimin ein Kopftuch trägt? Was kann so bedrohlich daran sein, wenn bibeltreue Christen dem politisch korrekten Mainstream widersprechen?

Weiterlesen →

Kategorien

Vatikan.va

Archiv

Empfehlung