Religionsfreiheit weltweit
Bericht 2010 des katholischen Hilfswerkes Kirche in Not
Am 22. November 2010 hat das internationale Hilfswerk Kirche in Not in Zürich den Medien seinen Bericht zur Religionsfreiheit präsentiert. Der in sechs Sprachen übersetzte Bericht zur globalen Situation wurde zum ersten Mal in Form einer CD herausgebracht. Kirche in Not möchte damit auf die Tatsache aufmerksam machen, dass immer noch hunderte Millionen Menschen in Gebieten leben, wo das Recht auf Religionsfreiheit mit Füssen getreten wird. Mit dem Projektverantwortlichen und Forschungsbeauftragten von Kirche in Not mit dem Spezialgebiet „Islam und christliche Minderheiten“ Roberto Simona sprach Lucia Wicki-Rensch, Informationsbeauftragte des Hilfswerkes.
Herr Simona, weshalb ist es angebracht, in der Schweiz die Öffentlichkeit über die weltweite Situation der Religionsfreiheit zu orientieren?
Auch wenn wir ihre Gesichter nicht kennen
Unbekannte Kämpfer des Glaubens
„Unsere Welt ist immer noch von Gewalt gekennzeichnet, vor allem gegen die Jünger Christi“ so Papst Benedikt XVI. (Angelus am 26. Dezember 2010), indem er daran erinnerte, dass es in vielen Teilen der Welt zu Blutvergiessen kommt, wobei auch katholische Gemeinden betroffen sind, die sich an ihren Kultstätten zum Gebet versammeln. In diesem Sinne soll am Ende dieser provisorischen Auflistung auch an die vielen „unbekannten Kämpfer des Glaubens“ erinnert werden, wie Papst Johannes Paul II. sie nannte, die in allen Teilen der Welt für den Glauben
Einstimmiger Beschluss, offizieller Antrag an den Papst
Pakistans Bischöfe: Shahbaz Bhatti offiziell als Märtyrer anerkennen
Einstimmig beschlossen die Bischöfe, einen offiziellen Antrag an den Papst zu stellen, dass der ermordete Minderheitenminister als Märtyrer und Patron der Religionsfreiheit anerkannt werde.
Die pakistanischen Bischöfe stellen einen Antrag an Papst Benedikt XVI, dass der ermordete Minderheitenminister Shahbaz Bhatti offiziell als „Märtyrer und Schutzpatron der Religionsfreiheit“ anerkannt werde. Das berichten die CNA und EWTN News.Die Pakistanische Bischofskonferenz entschloss sich einstimmig zu diesem Schritt bei ihrem Treffen vom 20.-25. März in Multan. Der Bischof von Multan, Andrew Francis, hatte den Vorschlag dazu eingebracht. Der 42jährige Katholik Bhatti, der sich als Minderheitenminister für die Rechte der Christen und gegen das Blasphemiegesetz in Pakistan einsetzte, wurde am 2. März von drei maskierten Männern in seinem Auto erschossen. AP berichtet, dass sich Al-Qaida und eine pakistanische Taliban-Bewegung zu dem Mord bekannt haben.
Gesetz gegen Schmähung der Religion in Pakistan Blasphemie
Christ Bhatti und Muslim Taseer Märtyrer für Religionsfreiheit
Vatikan: Christ Bhatti und Muslim Taseer sind Märtyrer im Kampf für Religionsfreiheit
P. Lombardi SJ: Vatikan: Gesetz gegen Schmähung der Religion in Pakistan ist Blasphemie
In Pakisten sind der Christ Bhatti und der Muslim Salman Taseer zu Märtyrern im Kampf für Religionsfreiheit geworden. Die kaltblütige Ermordung des pakistanischen Minderheitenminister Shahbaz Bhatti und sein Einsatz für den Respekt von Christen und anderen Minderheiten war Anlass für den Pressesprecher des Vatikans, Jesuitenpater Federico Lombardi, sich mit dem „Gesetz gegen die Schmähung der Religion“ in Pakistan zu beschäftigen.
UNO: Vatikanvertreter über religiöse Freiheit
Weitergabe des Glaubens an die nachfolgende Generation
Rom, Radio Vatikan, 12.03.2011
Bischof Silvano Tomasi sprach sich vor dem UN-Menschenrechtskommission für die Beibehaltung der Weitergabe des Glaubens an die nachfolgenden Generationen aus. Der ständige Beobachter des heiligen Stuhls bekräftigte, dass die religiöse Freiheit nicht durch irgendwelche Ideologien gefährdet werden dürfe. Ein Staat dürfe einer Religion nicht aufzwingen, Verhaltensweisen anzunehmen, die sich nicht mit deren Überzeugungen vereinbaren liessen. Jede Person müsse das Recht haben, seinen Glauben frei auszuüben. In einer gut funktionierenden Gesellschaft sei dies die Bekundung von Respekt und Ausdruck des Verantwortungsbewusstseins.
Pakistan: Mord an christlichem Minister
Anschlag auf Dialog und Toleranz
Rom, Radio Vatikan, 02.03.2011
Vier bewaffnete Attentäter haben in der Hauptstadt Islamabad den einzigen christlichen Minister Pakistans ermordet. Der 35-jährige Katholik Shahbaz Bhatti war der Minister für religiöse Minderheiten; er wurde erschossen, als er von seinem Haus ins Büro aufbrach. Der Polizeichef erklärt, Bhatti sei von zehn Kugeln getroffen worden. Wahrscheinlich musste er sterben, weil er für eine Änderung des umstrittenen Blasphemiegesetzes eintrat. Aus demselben Grund hatten Attentäter schon zu Jahresbeginn einen weiteren hochrangigen Politiker der regierenden Volkspartei umgebracht, nämlich den Gouverneur der Punjab-Provinz. Nach Angaben des pakistanischen Fernsehens wurden am Anschlagsort Flugblätter pakistanischer Taliban gefunden. Ein pakistanischer Taliban-Führer bekannte sich in einem Telefonat zu der Bluttat. Weiterlesen
Religionsfreiheit braucht Taten
Wachsende Zahl von Akten religiöser Intoleranz und Diskriminierung
Tagespost, 23.02.2011, Stephan Baier
Es ist nicht nur eine Frage des Charakters, ob man lieber halb volle Gläser lobt oder halb leere Gläser kritisiert. In der Politik hängt es auch davon ab, was in einem bestimmten Moment erreichbar wäre. Noch im Vorjahr hätten die Christen in Nahost froh sein können, in einem offiziellen Dokument der Europäischen Union überhaupt erwähnt zu werden. Sieben Wochen nach dem Blutbad vor der koptischen Kirche von Alexandria, angesichts des anhaltenden Terrors im Irak und der Unruhen in Maghreb und Maschrek ist es aber ein Skandal, dass die Aussenminister der 27 EU-Mitgliedstaaten sich am Montagabend in einer Stellungnahme nur allgemein über „die wachsende Zahl von Akten religiöser Intoleranz und Diskriminierung“ besorgt zeigten sowie Gewalt und Terror „gegen Christen und ihre Gotteshäuser, gegen muslimische Pilger und andere religiöse Gemeinschaften“ verurteilten.





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