Osservatore-Chef
“Papst eher für persönliche Veränderungen als strukturelle“
Er hat den Papst während seines achtjährigen Pontifikats lange von ganz nahe begleitet: Der Direktor der Vatikanzeitung “L’Osservatore Romano”, Giovanni Maria Vian, hat mit dem europäischen Nachrichtensender “Euronews” in einem Interview über den Papstrücktritt gesprochen. Kritisch äusserte sich Vian zu Medienspekulationen um die Entscheidung Benedikts. Der Beschluss des Papstes sei nicht als Niederlage Benedikts zu werten oder als Folge einer gescheiterten Kurienreform.
“Der Papst glaubt eher an intime, persönliche Veränderungen als an grosse strukturelle. Er hat die römische Kurie in den vergangenen acht Jahren klar verändert und auf einen neuen Kurs gebracht. Vergessen wir nicht, dass sein Pontifikat acht Jahre gedauert hat.”
Reaktionen aus der Weltkirche
“Unauslöschliche Spur”
Der ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., würdigte Benedikt XVI. als grossen Theologen: “Der Papst hinterlässt eine unauslöschliche Spur im Leben und in der katholischen Kirche, die er nicht nur mit seiner kurzen Amtszeit, sondern auch dank seines äusserst grossen Beitrages als Theologe und als höchster Priester der Kirche besiegelt hat.”
Über die Schriften dieses Papstes werde man “noch lange sprechen”, so Bartholomaios. Sie zeugten von seiner profunden Kenntnis der Kirchenväter, von seinem Kontakt mit der modernen Welt und von seinem regen Interesse an den Problemen des Menschen. Die orthodoxe Kirche werde Benedikt XVI. “als lieben und treuen Freund unserer Kirche und Treuer Diener des heiligen Ideals der Einheit aller” in Erinnerung behalten, so der ökumenische Patriarch von Konstantinopel.
Revision einiger Bestimmungen des Kirchenrechts
“Es war nie so leicht wie jetzt, aus dem Priesteramt rauszufliegen“
Der Vatikan arbeitet derzeit an der Revision einiger Bestimmungen des Kirchenrechts. Bereits nach Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils war eine Reform in Angriff genommen worden; sie mündete in der Promulgation des heute gültigen “Codex Iuris Canonici”, der am 25. Januar 1983 von Papst Johannes Paul II. veröffentlicht wurde. Teil der aktuell laufenden Revision ist unter anderem das kirchliche Strafrecht. Der Salesianerpater Markus Graulich vom Kirchengericht “Sacra Rota Romana” erläutert im Gespräch mit uns einige Details.
Auf dem Weg zu Heilung und Erneuerung
Tagungsband
Die Publikation mit Beiträgen des Symposiums “Auf dem Weg zu Heilung und Erneuerung” an der päpstlichen Universität Gregoriana ist erschienen. Das Buch, veröffentlicht von Charles J. Scicluna, Hans Zollner und David J. Ayotte ist in vielen Sprachen erhältlich. Nachfolgend finden Sie weitere Informationen.
“Der Skandal um den sexuellen Missbrauch Minderjähriger und Schutzbefohlener durch Angehörige der katholischen Kirche hat die Kirche, Medien und Öffentlichkeit weltweit bewegt. Diese Tagungsdokumentation hat das Ziel, zu mehr Transparenz, Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein in der Kirche beim Umgang mit sexuellem Missbrauch und seiner Prävention beizutragen.
Vatikan
Beim Vorgehen gegen Missbrauch geht “Null-Toleranz-Politik” weiter
Beim Vorgehen gegen sexuellen Missbrauch durch Kleriker will der Vatikan seine “Null-Toleranz-Politik” fortführen; die Sorge um die Opfer soll dabei weiter im Zentrum stehen. Das hat der neue vatikanische Missbrauchsbeauftragte Robert Oliver am Dienstagabend bei einer Konferenz in der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom unterstrichen. Der US-Amerikaner war vom Papst am 20. Dezember als Nachfolger von Charles Scicluna, dem “Anwalt der Gerechtigkeit” in der römischen Glaubenskongregation, eingesetzt worden. Auf der Konferenz wurden die Akten des grossen Missbrauchssymposiums vorgestellt , auf dem sich im Februar 2012 Vertreter fast aller Bischofskonferenzen der Weltkirche über Prävention und Folgen von sexuellem Missbrauch durch Kleriker austauschten.
Das gehört in die Rubrik ‘Manipulation’
Fakten, die nicht ins (Feind-)Bild passen, werden grosszügig ignoriert
In ihrer selektiven Wahrnehmung hat die veröffentlichte Meinung ihren Blick ganz auf die römisch-katholische Kirche konzentriert. Fakten, die nicht ins (Feind-)Bild passen, werden grosszügig ignoriert.
Gastkommentar von Gernot Facius
Berlin, kath.net, 21. Januar 2013
Die Nachricht war nur wenigen Blättern eine längere Notiz wert: 61 Fälle von sexueller Gewalt in den eigenen Reihen sind der Evangelischen Kirche im Rheinland, zweitgrösste Landeskirche der EKD, in den vergangenen zweieinhalb Jahren gemeldet worden.
Auch zukünftig gründliche Aufarbeitung und umfangreiche Beratungsangebote
Deutsche Bischofskonferenz stellt Abschlussbericht zur Hotline für Betroffene sexuellen Missbrauchs vor
Bonn, Friday, 18. January 2013, zenit.org | DBK PM
Die Deutsche Bischofskonferenz und die Lebensberatung des Bistums Trier haben heute in Trier den “Tätigkeitsbericht zum Abschluss der Telefonhotline der Deutschen Bischofskonferenz für Betroffene sexuellen Missbrauchs” vorgestellt.


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