Assisi, Basilika „Santa Maria degli Angeli“
„Pilger der Wahrheit, Pilger des Friedens“
Tag der Reflexion, des Dialogs und des Gebets für Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt
Ansprache von Papst Benedikt XVI., Donnerstag, 27. Oktober 2011
Liebe Brüder und Schwestern!
Sehr geehrte Oberhäupter und Vertreter der Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften sowie der Weltreligionen!
Liebe Freunde!
25 Jahre sind vergangen, seitdem der selige Papst Johannes Paul II. erstmals Vertreter der Religionen der Welt nach Assisi zu einem Gebet für den Frieden geladen hat. Was ist seitdem geschehen? Wie steht es um die Sache des Friedens heute?
Die spirituelle Dimension ist ein Schlüsselelement des Friedens
Papst Benedikt XVI.: Schlussworte zum Assisitreffen
Zum Abschluss des Friedenstreffens in Assisi hat Papst Benedikt nochmals auf die Bedeutung der spirituellen Dimension des Menschen bei den Bemühungen und Frieden und Gerechtigkeit hingewiesen. Er richtete folgende Schlussworte an die Versammelten:
Die heutige Veranstaltung versinnbildlicht, inwiefern die spirituelle Dimension ein Schlüsselelement im Friedensaufbau ist. Dank dieser Pilgerreise hatten wir Gelegenheit zum brüderlichen Dialog, zur Vertiefung unserer Freundschaft und zur Eintracht im Schweigen und im Gebet.
Warum Assisi?
Assisi – Der Ideale Ort für ein Treffen, bei dem der Frieden im Zentrum steht
Rom, Radio Vatikan, 27.10.2011
Der heilige Franziskus wird automatisch mit Gewaltlosigkeit in Verbindung gebracht. Aber unter den christlichen Heiligen ist er da nicht der einzige. Warum ist es gerade Assisi? Bruder Thomas Freidel lebt seit vier Jahren im grossen Franziskanerkloster von Assisi. Er ist der Seelsorger, Fremdenführer, Übersetzer, Organisator und vieles mehr für die vielen Deutschsprachigen in Assisi.
„Die Entscheidung damals von Papst Johannes Paul II. traf eigentliche unsere Mitbrüder hier nicht ganz überraschend. Assisi war schon immer ein Anlaufpunkt für ökumenische Begegnungen und für interreligiösen Dialog. Dialog hat schon immer die Menschen hier zusammen geführt und vor allem seit den Errungenschaften des Zweiten Vatikanischen Konzils hatten wir hier schon immer einen Mitbruder, der als Delegierter für diese Arbeit Ökumene und interreligiöser Dialog tätig war. Der Papst hat das dann aufgegriffen und dadurch natürlich gewaltig in Bewegung gebracht.
„Auch mit Juden können wir im strengen Sinne nicht beten“
Das unterschiedliche Gottesbild ist ein bleibendes Hindernis
– Aber die Beziehungen zu den „älteren Brüdern im Glauben“ sind verlässlicher geworden – Fragen an den Sekretär der vatikanischen Kommission für das Judentum zum heutigen Gebetstreffen in Assisi
Wenn es um den Dialog der Religionen geht, dann steht für die katholische Kirche das Gespräch mit den Juden ganz oben auf der Prioritätenliste. Im Vatikan kümmert sich die Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum darum, die beim Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen angesiedelt ist. Sekretär dieser Kommission ist Pater Norbert Hofmann von den Salesianern Don Boscos. Mit Blick auf das heutige Friedenstreffen in Assisi hat Pater Hofmann den aktuellen Stand der Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und den Juden zusammengefasst.
Reflexion, Dialog und Gebet für den Frieden
Was den Religionsgipfel am Donnerstag in Assisi von den Vorläufer-Treffen unterscheidet
Rom, Die Tagespost, 24. Oktober 2011, von Guido Horst
Assisi – das ist seit 25 Jahren nicht mehr nur der Symbolbegriff für einen Ort, der sich mit einer gewaltigen Frömmigkeitsbewegung des Mittelalters und ihres geistigen Urhebers, des heiligen Franziskus, verbindet. Es ist auch nicht der Name für ein baugeschichtliches Kleinod, das bei einem schweren Erdbeben 1997 in Mitleidenschaft geriet. Darüber hinaus ist Assisi zum Schlagwort für eine Bewegung geworden, zur Bezeichnung eines Phänomens, das religionsgeschichtlich von einzigartiger Bedeutung ist: Die Religionen dieser Welt kommen zusammen, um für den Frieden in der Welt zu beten. Nicht mehr gegenseitiges Misstrauen – wie in den Jahrhunderten (oder sogar Jahrtausenden) davor – soll die Religionen trennen, sondern die Arbeit und das Gebet für den Frieden soll sie zusammenführen. Vater dieses historischen Paradigmenwechsels ist der selige Papst Johannes Paul II.
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Tag der Reflexion, des Dialogs und des Gebets für Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt
Eine Hoffnung, keine Utopie
Mehr als 200 Vertreter verschiedener Religionen unterzeichnen in München einen Friedensappell
München, Die Tagespost, 14.09.2011, von Clemens Mann






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