Syrien 7/2016

Hilfe für den Wiederaufbau der durch den Krieg stark beschädigten Kathedrale von Homs

Quelle

Die melkitische griechisch-katholische Kathedrale von Homs ist „Unserer Lieben Frau vom Frieden“ geweiht. Sie teilte im Laufe des Kriegs in Syrien das traurige Schicksal von mehr als 200 christlichen Gotteshäusern: Sie wurde nahezu zerstört. Zwischen April 2011 und Mai 2014 diente sie bewaffneten Gruppierungen als Quartier. Der Haus des Erzbischofs wurde in ein Lazarett umfunktioniert. Der Erzbischof kam derweil in einem Mietshaus in einem Ort in der Umgebung von Homs unter.

Nach mehr als drei Jahren konnte er am 8. Mai 2014 zum ersten Mal wieder in die ehemals belagerte und eingekesselte Stadt gelangen und fand die Kathedrale und sein Haus verwüstet, stark beschädigt und geplündert vor. Das Gotteshaus war mit Granaten beschossen worden, im Dach waren sieben grosse Löcher von einem bis sieben Metern Durchmesser. Die Ikonen waren gestohlen oder ihre Gesichter absichtlich entstellt worden, die Marmorsäulen lagen in Trümmern, weitere Gegenstände waren verbrannt. In der Krypta waren die Gräber der Priester aufgebrochen und geschändet worden, und ein Sarg war sogar aus einem Grab herausgerissen worden.

Als der Erzbischof und seine Begleiter die Kathedrale verlassen und sich auf den Rückweg gemacht hatten, erreichte sie ein Anruf: Nur zehn Minuten später hatte es eine heftige Explosion gegeben. Wären die Geistlichen nur wenige Minuten länger in dem Gotteshaus geblieben, wären sie höchstwahrscheinlich alle ums Leben gekommen. Sie dankten Gott dafür, dass Er sie beschützt hatte, und kehrten zurück, um die Schäden zu begutachten. Nun war die Kathedrale nahezu gänzlich zerstört. Der Sprengstoff war im Ambo versteckt gewesen.

Heute gibt es Hoffnung in Homs. Der 1. Juni 2016, der „Internationale Tag des Kindes“, war ein ganz besonderer Tag. Er wurde von den Kindern in Syrien als „Gebetstag für den Frieden“ begangen. Den ganzen Tag über fanden in mehreren syrischen Städten verschiedene Veranstaltungen und gemeinsame Gebete statt, darunter auch Friedensprozessionen, bei denen die Kinder Bilder und Statuen des als König gekleideten Jesuskindes mit sich trugen, das die Weltkugel in seiner linken Hand hält und mit der Rechten die Welt segnet. Diese Darstellung ist in der katholischen Kirche bekannt als „Prager Jesuskind“.

In Homs beteten 700 christliche Kinder aller Konfessionen gemeinsam um den Frieden. Es war die erste öffentliche Veranstaltung mit Kindern seit der Befreiung der Stadt. Die Aktion wurde durch den christlichen Fernsehsender „Tele Lumière“ in den gesamten Nahen Osten übertragen und auch in den syrischen Fernsehnachrichten gezeigt. Die Kinder zogen in einer grossen Prozession durch die Stadt und besuchten alle christlichen Gotteshäuser. Zum Abschluss beteten sie in der zerstörten Kathedrale. Die übriggebliebenen Mauern waren mit überdimensionalen Postern des Prager Jesuskindes geschmückt. Die katholischen und orthodoxen Bischöfe sprachen gemeinsam mit den Kindern ein Gebet zum Jesuskind, und Erzbischof Jean Abdo Arbach sagte in seiner Ansprache, das Jesuskind sei „die Quelle des Friedens für unsere Kinder und unser Land, denn Sein Gruss lautet: ‚Der Friede sei mit euch‘.“ Ausserdem entzündeten sie Kerzen vor einer Statue des Jesuskindes.

Die grossen Bilder, die das als König dargestellte Jesuskind zeigen, werden in der Kathedrale bleiben. Das hat Erzbischof Arbach entschieden. Denn es ist der Friedensfürst, den der Prophet Jesaja verheissen hatte und von dem die Menschen in Homs auch den Frieden für ihre Stadt und ihr Land erflehen. Das zerstörte Gotteshaus soll nun nach der Befreiung von der Belagerung wieder hergestellt werden. Kirche in Not möchte mit CHF 90’000 dabei helfen, die schlimmsten Schäden zu beheben.

Bei einer allfälligen Überfinanzierung wird Ihre Spende einem ähnlichen Projekt zugute kommen und die pastorale Arbeit von KIRCHE IN NOT unterstützen.

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