Professor Hans Küng
“Huonder ist in der gleichen Situation wie Ghadhafi”
Dem Bischof von Chur laufen zurzeit die Kaderleute davon. Theologe Hans Küng fordert nun den Rücktritt von Vitus Huonder.
Der bekannte Theologe und Kirchenkritiker Hans Küng fordert Vitus Huonder, den Bischof von Chur, zum Rücktritt auf. “Huonder ist in der gleichen Situation wie der libysche Diktator Muammar al-Ghadhafi, dem die Generäle davonlaufen”, sagt Küng in einem Interview in der “Südostschweiz am Sonntag”.
Huonder sei nicht mehr in der Lage, das Bistum Chur zu führen, sagt Küng. Elf von 17 Dekanen haben sich inzwischen von Bischof Vitus Huonder distanziert. Er, Küng, würde in einer solchen Situation als Bischof zurücktreten. Weiterlesen
Diesem Hirten fehlt das Gespür für die Herde
Wie lange sollen wir diese systematischen Hetzereien noch stillschweigend hinnehmen?
(Anm. Redaktion)
Zürichsee-Zeitung, Sarah Gaffuri, 05.03.2011
Im Churer Bistum geht es wieder zu wie in den Neunzigerjahren unter Bischof Wolfgang Haas. Nicht nur die katholisch-konservative Haltung des heutigen Bischofs Vitus Huonder erzürnt die Kirchenbasis. Die damit verbundenen personalpolitischen Entscheide – wiederum genau wie im Fall Haas – lösen in einem Grossteil der Katholiken im Churer Bistum höchste Konsternation aus. Und mittlerweile ist fraglich, ob sich der Churer Scherbenhaufen noch zu einem einigermassen glaubwürdigen Ganzen kitten lässt.
Schon die Ernennung des Uzners Marian Eleganti zum regionalen Weihbischof überrumpelte die Zürcher Katholiken. Man hatte damit gerechnet, dass Generalvikar Josef Annen, mit dem man sich bereits gut arrangiert hatte, in die Kränze kommen würde.
Wer ist diese “Basis”? Wir?
Baut man so Brücken?
Offener Brief: Die neusten unglaublichen Ereignisse im Bistum Chur, dürfen nicht unbeantwortet bleiben
So wie man gegenwärtig die Ehe und die Familie nur noch über die Sexualität in all ihren Varianten zu definieren versucht, möchte man die katholische Kirche an den Äusserungen der sogenannten Basis messen. Wer sich heute um die katholische Kirche verdient machen möchte, müsste in erster Linie versuchen, den Begriff „Basis“ zu definieren! Wer ist sie, was will sie?
Sind das tatsächlich grosse Teile der Gläubigen, die im Namen Gottes versuchen nach der Lehre Jesu Christi von Frieden und Freiheit für alle zu leben? Oder ist das ein Teil der Kirche, der zwar unablässig Demokratie fordert, aber in unangenehm diktatorischer Manier versucht, seine eigenen Interessen und Bedürfnisse zu verteidigen? Derjenige Part, der hemmungslos die Medien für sich instrumentalisiert, um seine oft sehr irdischen Forderungen, nämlich Macht und Geld durchzusetzen? Weiterlesen
Das Tribunal der Selbstgerechten
So schnell kann man eine grosse Zukunft hinter sich haben
Die Tagespost, 02.03.2011, von Markus Reder
Noch vor wenigen Wochen wurde Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg von Hochglanzmagazinen als “Mann des Jahres” gefeiert. Man verneigte sich vor einem, dem die politische Zukunft in Deutschland gehört. Vor einem, der anders ist. Der nicht nur einen neuen Ton, sondern auch einen neuen Stil in den biederen Berliner Budenzauber bringt. Gefeiert wurde ein Kommunikator, der seinesgleichen sucht. Politisch hochbegabt, parkettsicher, rhetorisch brillant. Kein Amt, das man Guttenberg nicht zugetraut, in das man ihn nicht hineingeschrieben hätte. Aus und vorbei. Der Überflieger ist zurückgetreten. So schnell wie Guttenberg ist noch kein Politiker aufgestiegen. So brutal noch niemand abgestürzt.
Gruppierungen, Konferenzen, Tagsatzungen, Manifeste
Wie effizient, glaubenfördernd und friedenstiftend sind sie in der katholischen Kirche?
“Wir sind Kirche”: Quelle kathpedia
Die Gruppe Wir sind Kirche ist 1995 aus dem sogenannten Kirchenvolksbegehren entstanden. Die Gruppierung agiert in mehreren Ländern unter verschiedenen Namen und hat sich durch verschiedene Forderungen (Zulassung von Priesterinnen, Bischofswahl durch das Volk, Gegen das “Pflicht”Zölibat” usw.) gegen Positionen der Katholischen Kirche gestellt.
Kirchliche Stimmen über “Wir sind Kirche”
Das Bistum Regensburg bezeichnete “Wir sind Kirche” im November 2006 als “problematische Splittergruppe”. (1) Weiterlesen
Ist es Sache einer Kantonalkirche einen Bischof an die Wand zu drängen?
Werner Inderbitzin: “Jetzt muss uns der Bundesrat helfen”
Anm. Redaktion: Altes Spiel in neuem Gewand
Neue Luzerner Zeitung, Interview Christoph Reichmuth
Bistum Chur – Die Fronten bleiben verhärtet, eine Lösung zeichnet sich nicht ab. Jetzt erwägen die Kantonalkirchen, die Landesregierung in Rom vorstellig werden zu lassen.
Werner Inderbitzin, Bischof Vitus Huonder sucht nach den seit Wochen anhaltenden Querelen im Bistum Chur Rat in Rom. Ist der Bischof überfordert?
Werner Inderbitzin*: Dieses Vorgehen kann man unterschiedlich interpretieren. Deutlich geworden ist nun, dass der Bischof erkannt hat, dass die Situation im Bistum verworrener und schwieriger ist, als er sich das vorgestellt hat. Was die Gespräche in Rom ergeben werden, ist offen. Ich hoffe aber, dass Rom nicht nur die eine Seite anhören wird.
Realitätsfremd
Bistum Chur: “Dem Bischof die Finanzen sperren”
Neue Luzerner Zeitung, Interview Christoph Reichmuth
Im Bistum hängt der Haussegen wieder einmal schief. Der Reformtheologe Hans Küng rät dazu, den Druck auf den Bischof aufrechtzuerhalten.
Hans Küng, Bischof Huonder sucht nach den Turbulenzen der letzten Wochen Rat direkt in Rom. Der Bischof selbst räumt ein, die Bistumsleitung habe “kein Bild der Einheit” vermittelt. Wie schätzen Sie dieses Vorgehen des Bischofs ein?
Hans Küng: Der Bischof wendet sich an die falsche Adresse. Er sollte nicht die römischen Bürokraten konsultieren, die ihn schon bisher falsch beraten haben. Er sollte sich mit seinem Priesterrat zusammensetzen und mit seinen Dekanen sprechen und Lösungen suchen. Die Unterstützung von Dekanen ist für einen Bischof sehr wichtig. Wenn ein Bischof mit den eigenen Dekanen nicht mehr zurechtkommt, sollte er zurücktreten.



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