Amerika allmächtig
Bekanntlich geht in der Demokratie alle Macht vom Volke aus
Die Tagespost, 04.07.2014, Von Stefan Rehder
Wer immer noch keine Angst vor den USA zu entwickeln vermag, hat noch nicht verstanden, was der frühere Mitarbeiter der National Security Agency (NSA) William Binney bei seiner Vernehmung vor dem NSA-Untersuchungsausschuss gesagt hat. Wollte man Binneys Aussage, der dem US-Auslandsgeheimdienst 30 Jahre lang – zuletzt als Technischer Direktor – diente, in einem Satz zusammenfassen, so könnte dieser lauten: Die NSA-Affäre ist keine Spionage-Affäre, sondern der Anfang vom Ende der Demokratie. Bekanntlich geht in der Demokratie alle Macht vom Volke aus.
Schockiert vom Nichtstun des Westens
Irakischer Patriarch: Schockiert vom Nichtstun des Westens
Der chaldäische Patriarch von Babylon, Louis Raphaël Sako, sieht im Irak einen Bürgerkrieg heraufziehen. Das sagte er am Mittwochnachmittag in einem Interview mit Radio Vatikan. Erzbischof Sako leitet die derzeit am stärksten gefährdete christliche Gemeinschaft des Nahen Ostens; er residiert in Bagdad.
„Das Land erlebt einen chaotischen Moment, es stolpert auf die Teilung zu. Kurdistan ist längst autonom, die sunnitischen Gebiete werden nicht mehr von der Zentralregierung kontrolliert, nur der Süden ist ruhig, weil er im wesentlichen von Schiiten bewohnt wird. Und wir Christen? Wir wissen nicht mehr, wo wir hingehören. Wir haben Angst, und alles ist zerbrechlich geworden, alles wartet auf den grossen Knall. Das Risiko eines Bürgerkriegs ist hoch, vielleicht zwischen Sunniten und Schiiten und anderen, und am Schluss kann dann als einzige Lösung der Zerfall des Landes in drei Kantone stehen.“
„Wir müssen das Salz des Irak sein“
Gerade angesichts all der Probleme bemühen sich irakische Christen weiter um ein Leben aus dem Glauben
Kirkuk , Die Tagespost, 02. Juli 2014
Versteckt liegt die Kathedrale der Chaldäer in Kirkuk. Strassensperren und Polizeiposten muss passieren, wer zu der in einem Wohnviertel gelegenen Kirche gelangen will. Ein Denkmal vor dem Gebäude macht klar, warum das so ist. Es erinnert an die Christen, die nach der amerikanischen Invasion Anschlägen zum Opfer gefallen sind, auch in Kirkuk. Seit Jahren ist die Stadt unruhig und umkämpft. Kirkuk ist dabei nicht gerade ein Ausbund an Schönheit. Staubig ist der Ort. Unbarmherzig scheint die Sonne auf eine endlose Ansammlung von ohne ästhetischen Anspruch errichteten Zweckbauten. Ödes Land liegt umher.
Vatikanische Finanzaufsichtsbehörde AIF
Vatikan und USA tauschen künftig Infos über Finanzgeschäfte aus
Die vatikanische Finanzaufsichtsbehörde AIF hat mit dem US-Bankenaufsichtsbehörde OCC ein Abkommen unterzeichnet. Das gab der Vatikan an diesem Montag bekannt. Bei dem Vertrag handele es sich um ein Abkommen über Informationsaustausch zwischen dem Heiligen Stuhl und den Vereinigten Staaten. Der Direktor der vatikanischen AIF, der Schweizer René Brülhart, wertete die Übereinkunft als weiteren Schritt in den Bemühungen des Vatikans um Transparenz. Sie zeige, dass der Heilige Stuhl Teil der globalen Familie gut regulierter Finanzakteure sei. Seine Behörde erwarte weitere bilaterale Verträge mit den Kontrollbehörden anderer Länder, so Brülhart weiter.
Vatikan wirbt für den Peterspfennig
Ein Beitrag zu der traditionellen Kollekte am 29. Juni
Ein Beitrag zu der traditionellen Kollekte am 29. Juni sei eine „einfache Geste“, die jeden Gläubigen mit dem Nachfolger Petri verbinde und diesem helfe, seine wohltätigen Werke auszuweiten, sagte Kurienerzbischof Becciu.
Rom, kath.net/KNA, 27. Juni 2014
Der Vatikan wirbt für Spenden an den Papst durch den sogenannten Peterspfennig. Ein Beitrag zu der traditionellen Kollekte am 29. Juni sei eine „einfache Geste“, die jeden Gläubigen mit dem Nachfolger Petri verbinde und diesem helfe, seine wohltätigen Werke auszuweiten, sagte der vatikanische Innenminister, Erzbischof Angelo Becciu, am Montag dem Pressedienst SIR.
Papst gegen Legalisierung leichter Drogen
Papst Franziskus hat sich gegen jegliche Legalisierung von Drogen ausgesprochen
An diesem Freitagmorgen empfing er im Vatikan die Teilnehmer einer Drogenfahnder-Konferenz, die derzeit in Rom stattfindet. Ihnen sagte Franziskus, dass es falsch sei, „die Drogensucht mit Rauschgift“ zu bekämpfen. Heute sei wohl der Drogenhandel der grösste „Geldmacher“, und dies sei tragisch.
„Ich möchte ganz klar sagen: Drogen besiegt man nicht mit Drogen! Drogen sind immer schlecht, und man kann nicht das Übel mit Kompromissen besiegen. Es ist falsch, zu denken, dass man das Drogenproblem mit der Legalisierung von leichten Drogen in den Griff bekäme. Ersatzdrogen als Therapiemethoden sind auch keine Lösung, weil es einfach bedeutet, dass wir vor dem Rauschigift kapitulieren. Sagt Nein zu Drogen und Ja zum Leben! So sollte die Botschaft lauten.“
Vierundfünfzig verweht
Das „Wunder von Bern“ jährt sich demnächst zum 60. Mal, aber der „Geist von Spiez“ kommt abhanden
Die Tagespost, 16. Juni 2014, Von Theo Schwarzmüller
Symbolträchtig: In dem legendären deutschen Teamhotel Belvédere in der Schweiz sind bei einem Umbau die bislang noch original vorhandenen Spielerzimmer komplett verschwunden.
Seinerzeit, neun Jahre nach dem Krieg, konnte der DFB nicht daran denken, sich wie jetzt zur Fussball-Weltmeisterschaft in Brasilien eine teure Bungalowanlage aus dem Sand zu stampfen, fernab der Realitäten das Gastgeberlandes. Bundestrainer Sepp Herberger, katholischer Arbeitersohn aus Mannheim, war froh, dass er zweckmässig ausgestattete Zimmer im dritten, oberen Stockwerk eines traditionsreichen Hauses fand, natürlich noch ohne jeden Medienrummel und die Allgegenwart des Fernsehens.




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