Katholische Stimmen

“Aufhalten ist alles!”

Robert Spaemann über die Aufklärung
die Grenzen des Fortschritts und das geschichtliche Scheitern des Christentums. Von Oliver Maksan und Michael Stallknecht

Tagespost, 29. Dezember 2010

Herr Professor Spaemann, durch Ihr ganzes Denken, haben Sie einmal geschrieben, ziehe sich wie ein roter Faden das Bemühen, die Aufklärung gegen ihre Selbstdeutung zu verteidigen. Warum muss man die Aufklärung vor sich selbst in Schutz nehmen? Ihrem Selbstverständnis nach ist sie doch der Mut, sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen. Sie sollte also ganz gut alleine zurechtkommen …

Der erste, der das sah, war Nietzsche. Nietzsche schreibt einmal, dass die Aufklärung letzten Endes zum Atheismus führe. Wenn aber dieses Ziel erreicht wird, wird die Aufklärung selbst sinnlos, denn sie bringt eine Voraussetzung mit, die sie vom Christentum geerbt hat, nämlich dass es Wahrheit gibt und – wie Nietzsche sagt – dass die Wahrheit göttlich ist. Wenn es Gott nicht gibt, sagte Nietzsche, dann gibt es keine Wahrheit, dann gibt es nur die individuellen Perspektiven jedes Menschen auf die Welt, und die Frage nach einer wahren Perspektive stellt sich nicht, denn das wäre die Perspektive Gottes. Wenn dem aber so ist, folgt daraus, dass das ganze Geschäft der Aufklärung rückblickend sinnlos war. Weiterlesen

Kirchentreuer Denker

Persönliche Erinnerungen an Leo Kardinal Scheffczyk (1920–2005)
dessen Todestag sich am 8. Dezember zum fünften Mal jährt.

Tagespost, 6. Dezember 2010

Von Erzbischof Alfons Nossol

Als ich mich – im Rahmen meiner Lehrtätigkeit an der Katholischen Universität Lublin – für eine Gastprofessur in Mainz aufhielt, erreichte mich im Jahre 1977 ein Anruf von Professor Leo Scheffczyk aus München. Er war damit beschäftigt, im Rahmen seiner Fakultät Gastvorträge zu organisieren, und war daran interessiert, mich für einen solchen Vortrag zu gewinnen. So begegnete ich in München Leo Scheffczyk erstmals persönlich; das Thema meines Vortrages war die zeitgenössische polnische Theologie, die ich sowohl in ihrer originalen Eigenständigkeit als auch in den Aspekten ihrer Abhängigkeit von der westlichen Theologie darzustellen versuchte. Weiterlesen

Kritik am Anti-Rom-Kurs

Erzbischof Dr. Alois Kothgasser übt Kritik am Anti-Rom-Kurs von Pfarrgemeinderäten

Salzburg, kath.net, 7. Dezember 2010
Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser hat am heutigen Dienstag in einer Erklärung scharfe Kritik an einer umstrittenen Erklärung von Delegierten der Pfarrgemeinderäte der Stadt Salzburg in Zusammenarbeit mit der PGR-Initiative Taxham, die vor einigen Tagen mit den üblichen “Wir-sind-Kirche-Forderungen” (Aufhebung des Zölibat, Einsetzung von Priestern ohne Amt, Weihe von Frauen zu Diakoninnen usw.) medial Druck auf die Kirche ausüben wollten.
 
Einige Pfarrgemeinderäte aus der Erzdiözese wollten mit den “Wir-sind-Kirche-Forderungen” Druck auf die Kirche ausüben. Der Salzburger Erzbischof spricht jetzt einen “Klartext” und wehrt sich gegen die Initiative: Höchst fragwürdig, mit Defiziten! Weiterlesen

Political Correctness als Tyrannei der Normalität

Wer anders ist, wird in unserer Gesellschaft schnell abgelehnt.
Das liegt an mittelalterlichen Vorstellungen, sagt der Psychiater Dr. Manfred Lütz.
Interview von Paul Badde mit Dr. Manfred Lütz, Die Welt 15.11.2010

Welt online:  Sie haben von Ihrem Buch „Irre! Wir behandeln die Falschen“ jetzt eine halbe Million Exemplare verkauft. Sind die Käufer alle Ihre Patienten?

Manfred Lütz: Ganz im Gegenteil. Wer mein Buch liest, ist natürlich künftig vor jeder Krise und psychischen Erkrankung gefeit. Aber im Ernst: Ich habe mich über den Erfolg des Buches vor allem deshalb gefreut, weil auf diese Weise endlich einmal breitere Kreise über psychische Krankheiten aufgeklärt werden.

Welt: Wieso?

Manfred Lütz: Wenn man bedenkt, dass ein Drittel der Deutschen irgendwann im Leben psychisch krank wird und die anderen zwei Drittel irgendwelche psychisch kranken Angehörigen haben, dann ist es eigentlich merkwürdig, dass über psychische Erkrankungen immer noch mittelalterliche Vorstellungen herrschen.

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Die Kirche darf nicht in der Welt aufgehen

Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im “Spiegel” -Interview
Das II. Vatikanum spricht sich für “Kirchlichkeit in der Welt” und nicht für die “Weltlichkeit der Kirche” aus.

Limburg kath.net,  15. November 2010
Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat in einem aktuellen Interview mit dem “Spiegel” zu kirchlichen Fragen Stellung genommen und dabei klar gestellt, dass die Kirche sich der Welt öffnen müsse, indem sie “Kirche in der Welt”, aber nie bloß “Kirche von der Welt” ist. Der Limburger Bischof verweist dabei auf das Zweite Vatikanische Konzil, in dem es heißt, dass die Kirche die Aufgabe hat,  “die Zeichen der Zeit zu verstehen und sie im Licht des Evangeliums zu deuten”.

Das schließt immer “eine kritische Bedeutung” ein und richtet sich “gegen eine zu vorschnelle Anpassung” an scheinbare Mehrheiten und Meinungen. Die Kirche darf nicht in der Welt aufgehen und sich ihr gleich machen, weil ihre  Botschaft über die Welt hinaus geht. Das II. Vatikanum spricht sich für “Kirchlichkeit in der Welt” und nicht für die “Weltlichkeit der Kirche’ aus”, betont Tebartz-van Elst.

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Eine katholische Widerstandskämpferin

“Sein Kampf” Antwort an Hitler von Irene Harand
* 7. September 1900 in Wien;† 2. Februar 1975 in New York City war eine österreichische Autorin und Gegnerin der Nationalsozialisten.

In den späten 1920er Jahren arbeitete Harand im „Verband der Kleinrentner und Sparer Österreichs“ des jüdischen Anwalts Moriz Zalman (* 7. November 1882 in Bârlad, Rumänien; † 29. Mai 1940 im KZ Sachsenhausen, der sich unentgeltlich für Opfer der Inflation einsetzte. In diesem Verband wurde sie schließlich seine Stellvertreterin und schrieb für dessen Zeitung “Welt am Morgen”.

1930 gründete sie gemeinsam mit Zalman die „Österreichische Volkspartei“ (steht nicht in Verbindung mit der ÖVP der 2. Republik), die sich für Kleinrentner und Ärmere einsetzte und, im Gegensatz zu den anderen Parteien in Österreich, aktiv gegen den Antisemitismus auftrat. Bei den Nationalratswahlen 1930 in Österreich verfehlte die Partei klar den Einzug in den Nationalrat, was an geringen Geldmitteln und Kampagnen der Sozialdemokraten lag, denen Zalman zuvor nahestand und über dessen Kandidatur sie verärgert waren.

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Der Bischof des Bistums Limburg

Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst

Das Bistum Limburg ist eine römisch-katholische Diözese in der deutschen Kirchenprovinz Köln. Sie umfasst Teile der Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz. Kathedralkirche des Bistums ist der Limburger Dom St. Georg in Limburg an der Lahn, größte Kirche der Diözese ist der Kaiserdom St. Bartholomäus in Frankfurt am Main.

Der Bischof des Bistums Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst, wurde am 20. November 1959 als zweites von fünf Kindern einer Bauernfamilie in Kevelaer-Twisteden geboren. Nach dem Abitur am Piuskolleg in Coesfeld studierte er Theologie und Philosophie in Münster und Freiburg. Die Priesterweihe empfing Tebartz-van Elst am 26. Mai 1985 im Dom zu Münster. Nach Kaplansjahren in Altenberge St. Johannes Baptist stellte ihn der Bischof 1988 zum Studium frei, das Tebartz-van Elst an der University of Notre Dame im US-Bundesstaat Indiana absolvierte. Tebartz-van Elst promovierte zum Doktor der Theologie mit einer Arbeit über das Erwachsenenkatechumenat.

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