Hoffnung auf ein Schreiben des Papstes
Nach der römischen Bischofssynode zu Ehe und Familie: Im Interview blickt Kardinal Kurt Koch vom vatikanischen Einheitsrat zurück, zieht Bilanz und schaut nach vorn
Die Tagespost, 30. Oktober 2015
Was Synodalität angeht, müssen wir noch einiges dazulernen, meint Kurienkardinal Kurt Koch im Gespräch mit der „Tagespost“.
Wenn man fragt, was von der nun beendeten Bischofssynode bleibt, dann hat man in den vergangenen Tagen einen deutlichen Eindruck erhalten: Fern von Rom, zum Beispiel in Deutschland oder Österreich, ist die Verunsicherung gross. Was hat der synodale Prozess zu Ehe und Familie erbracht? Klärungen bei umstrittenen Themen – oder eine Weiterleitung von ungelösten Fragen an den Papst?
Kurt Koch zur Bischofssynode
Kurt Koch zur Bischofssynode: „Die Familie hat Zukunft“
Kurienkardinal Koch und die anderen deutschsprachigen Teilnehmer der Familiensynode hatten keinen Erfolg mit Vorschlägen zu einem anderen Umgang mit der Ehe in der Seelsorge. Trotzdem ist der höchste Schweizer im Vatikan froh, dass der Text so formuliert wurde, „dass keine Türen zugegangen sind“.
Wie ist Ihre persönliche Bilanz der Familiensynode?
Kurt Koch: Es war ein sehr intensives Geschehen. Dass die Kirche sich nun zwei Jahre lang mit dem Thema der Familie beschäftigt hat, dass es Umfragen gegeben hat, dass viele Menschen beteiligt gewesen sind, ist meines Erachtens sehr positiv. Ein positives Zeichen, dass die Familie wieder ins Zentrum der Kirche gerückt ist und dass die Familie Zukunft hat.
Papst lädt zum Gebetstag für die Schöpfung ein
Papst Franziskus hat nach der Generalaudienz die Gläubigen und Besuchern eingeladen, am 1. September, beim ersten „Weltgebetstag für die Schöpfung“ teilzunehmen
Quelle
Vatikan: Schreiben „Weltgebetstag für die Schöpfung“
Als zentrales Ereignis zu diesem Anlass, zu dem auch die orthodoxen Christen sowie „alle Menschen guten Willens“ eingeladen seien, wird der Papst kommenden Dienstag um 17 Uhr einen Wortgottesdienst im Petersdom feiern. Bereits am vergangenen 10. August 2015 hatte der Vatikan ein Schreiben des Papstes veröffentlicht, in der auf diesen Gebetstag hingewiesen wird. Gerichtet war das päpstliche Schreiben an die Kardinäle Peter Turkson und Kurt Koch.
Papst setzt auf Beziehungsebene
Kardinal Koch: Papst setzt auf Beziehungsebene
QuellePapst Franziskus verfolgt in der Ökumene nach Einschätzung von Kurienkardinal Kurt Koch durch die verstärkte Beziehungsebene einen anderen Ansatz als sein Vorgänger. Franziskus setze einen deutlichen Akzent auf das gemeinsame Gebet, gemeinsame Aktionen und Begegnungen, sagte der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen am Montag in einem Interview mit dem Internetportal katholisch.de in Bonn. Dahinter stecke auch die „realistische Einschätzung, dass wir in der Ökumene nicht allein mit dem theologischen Dialog weiterkommen können“. Freundschaftliche Beziehungen seien die Voraussetzung dafür, die schwierigen theologischen Fragen überhaupt angehen zu können. Dem Papst gehe es um eine missionarische Kirche, die das Evangelium in die Welt hinaus trägt, fügte Koch hinzu. „Und der Papst möchte, dass wir alles, was man gemeinsam tun kann, auch bereits gemeinsam tun.“
„Franziskus liegt Taizé sehr am Herzen“
Ökumene-Kardinal: „Franziskus liegt Taizé sehr am Herzen“
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Zum 10. Todestag des Taizé-Gründers Frère Roger hat Papst Franziskus „seinen“ Ökumene-Verantwortlichen in die französische Ortschaft geschickt. Der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch kannte den verstorbenen Gründer der Gemeinschaft von Taizé persönlich gut, wie er im Gespräch mit Radio Vatikan in Taizé sagte:
„Meine erste Begegnung mit Frère Roger war während der Seminarzeit, als ich im Priesterseminar in Luzern war. Da hatte der damalige Regens die gute Idee gehabt, eine Woche in Taizé zu verbringen. Als ich später Bischof von Basel war, habe ich immer die Exerzitien der Bistumsleitung dort gemacht. Das war jeweils eine Woche im Advent und da kam ich einmal nach Taizé und habe da Frère Roger besser kennengelernt. Das war sehr schön, weil er sich freute, einen Bischof empfangen zu dürfen. Man hat seine tiefe Spiritualität gespürt.“
Weltgebetstag zur Bewahrung der Schöpfung
Weltgebetstag zur Bewahrung der Schöpfung: Der Papstbrief
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Papst greift orthodoxe Idee auf: Gebetstag für die Schöpfung
Brief von Papst Franziskus zur Einrichtung des Weltgebetstages zur Bewahrung der Schöpfung
An die verehrten Brüder
Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson, Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden
Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen
Mit dem geliebten Bruder, dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios die Sorge um die Zukunft der Schöpfung (Laudato Si‘, 7-9) teilend und den Vorschlag seines Vertreters, des Metropoliten Johannes von Pergamon [Zizoulas] aufgreifend, den dieser bei der Vorstellung der Enzyklika Laudato Si‘ über die Sorge um das gemeinsame Haus gemacht hat, möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich entschieden habe, auch in der Katholischen Kirche den „Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung“ einzuführen, der beginnend mit diesem Jahr, immer am 1. September gefeiert werden soll, wie es in der orthodoxen Kirche schon lange geschieht.
Kardinal Kurt Koch erhält COMMUNIO-Preis
Kardinal Kurt Koch erhält COMMUNIO-Preis für Dialog, Verständigung und Versöhnung 2016
Quelle
Katholische Akademie Schwerte
Würdigung für seinen ökumenischen Dienst an der Einheit der Christen und den Einsatz für Verständnis und Versöhnung zwischen Juden und Christen
Schwerte, 8.8.2015
Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kurt Kardinal Koch, erhält den COMMUNIO-Preis 2016 für Dialog, Verständigung und Versöhnung der Katholischen Akademie Schwerte. Mit diesem Preis wird er für sein herausragendes Engagement zur Verständigung zwischen den Kirchen und religiösen Gemeinschaften geehrt, für seinen unermüdlichen Einsatz zur Überwindung konfessioneller Spaltungen und abgebrochener Dialoge wie für die Darstellung der Verantwortung von Religion in der Gesellschaft.




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