Zeitzeichen

Die Chance der Kirche:

Unverkennbar katholisch sein

Matthias Matussek, Journalist in Diensten des “Spiegel”, hält das Memorandum der Theologieprofessoren für ein “gezieltes Abrissunternehmen”. Die wirklich nötigen Reformen sehen anders aus, meint er und fordert von den Bischöfen klare Positionen statt Dialoggesumse. Ein Gespräch über professorale Peinlichkeiten, Kampagnen vor dem Papstbesuch und das Leben auf Wanderdünen.

Tagespost, 11.02.2011, mit Matthias Matussek sprach Markus Reder.

Herr Matussek, “vor dem Papstbesuch bereiten Theologen und Politiker den Abriss der katholischen Kirche vor”, war in einem “Spiegel”-Beitrag von Ihnen zum Memorandum zu lesen. Ist das nicht zu dick aufgetragen? Im Memorandum werden Reformen gefordert. Von Abriss ist nicht die Rede.

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Italien: “Das hat unser Herz zerstört”

Es war Sonntagabend

Radio, Radio Vatikan, 10.02.2011

Es war Sonntagabend, als der Tod ins Barackenlager an der Via Appia Nuova kam: Beim Brand einer Hütte in einem illegalen Roma-Lager am römischen Stadtrand kamen vier kleine Kinder ums Leben. Vier Kerzen flammten deswegen am Mittwochabend in der Innenstadtkirche Santa Maria in Trastevere auf. Der Generalvikar des Papstes für das Bistum Rom, Kardinal Agostino Vallini, feierte mit der Basisgemeinschaft Sant’Egidio eine Gebetsvigil für Sebastian, Patrizia, Fernando und Raul.

“Angesichts der Armut, in der diese Kinder lebten, sollten wir innerlich umkehren und endlich die Realität um uns herum wahrnehmen! Vergessen wir nicht: Das sind Männer, Frauen und Kinder wie wir. Wir brauchen jetzt nicht als erstes politische oder behördliche Lösungen, sondern vor allem Respekt vor jedem Menschen, weil er Mensch ist. Dieses tragische Ereignis möge eine Gelegenheit sein, eine solche Kultur zu entwickeln und zu verbreiten.” Weiterlesen

Dialog setzt Bekenntnis voraus

Aufbruch oder Abbruch? – Eine Stellungnahme zum Theologen-Memorandum “Kirche 2011”

Die Tagespost, 07.02.2011 von Manfred Hauke

Am 3. Februar veröffentlichte die “Süddeutsche Zeitung” ein von 143 Theologen unterzeichnetes Memorandum unter dem Titel “Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch”. Die darin enthaltenen Forderungen erinnern in Vielem an die sogenannte “Kölner Erklärung” aus dem Jahre 1989 und das “Kirchenvolksbegehren” von 1995. Die am meisten vertretene Katholisch-Theologische Fakultät ist die von Münster mit siebzehn Theologen, darunter dem Dekan Klaus Müller; eine Theologin aus Münster gehört zum Redaktionsteam des Memorandums (vgl. M. Drobinski, “Theologen gegen den Zölibat”, Süddeutsche Zeitung, 3.2.). Für den Ursprung in Münster spricht auch die sehr spezielle Forderung nach dem “Aufbau einer kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit” (Klaus Lüdicke). Nennen wir den Text darum zur besseren Unterscheidung die “Münsteraner Erklärung”. Weiterlesen

Die Kirche ist keine Demokratie

In der Dialogfalle

Die Tagespost, 07.02.2011, von Oliver Maksan

Laut krachend ist sie am Freitag zugeschnappt: die Dialogfalle, die sich die deutschen Bischöfe im Herbst mit dem angekündigten “Dialogprozess” ohne Not selbst gestellt haben. Denn mit dem Memorandum mit seinem altbackenen, wirren Themenkatalog – da finden sich präzise Forderungen wie die nach der Frauenordination neben bewusst nebulösen wie der Forderung von Frohbotschaft statt Drohbotschaft – haben die Theologen nur beherzt die ausgestreckte Hand ergriffen, die die Bischöfe unter dem Eindruck der Missbrauchskrise jedem so treuherzig entgegengestreckt haben. Heil werden die Oberhirten aus dieser Falle nicht herauskommen. Schon gar nicht mit der butterweichen Erklärung durch den Sekretär der Bischofskonferenz, die zwar partiellen Klärungsbedarf sieht, das akademische Manöver ansonsten aber als Beitrag zum Dialogprozess begrüsst. Es hilft freilich nicht, den Ball vor dem Papstbesuch möglichst flachhalten zu wollen. Er liegt schon längst im eigenen Tor.

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Verzweckt Theologenmemorandum die Missbrauchsopfer?

Nicht die Frage nach dem Willen und Gesetze Gottes steht dahinter
 
Die Krankheit im innersten Kern der Theologie drängt Gott an den Rand und rückt den Menschen an seine Stelle – Solche Theologenforderungen lösen nicht das Problem, sondern sind das Problem. Ein Kommentar von Mag. theol. Michael Gurtner
 
Salzburg, kath.net, 07.02.2011 

Seit einigen Tagen kursiert ein Memorandum mit dem Titel “Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch“, welches von Professoren der Theologie initiiert wurde. Um es gleich vorwegzunehmen: wenn man einem Ausländer den Neologismus “fremdschämen” erklären wollte, so würde dieses Schriftstück ein sehr geeignetes Beispiel bieten, anhand dessen man den Begriff anschaulich machen könnte. Weiterlesen

Politische Korrektheit führt zur Verdummung

Das Evangelium predigt keine Korrektheit

Krelingen, kath.net/idea, 03.12.2010

Theologische Kritik an der verbreiteten politischen und historischen Korrektheit (Political Correctness) übt der Leiter des Studienzentrums im Geistlichen Rüstzentrum Krelingen (Walsrode), Manfred Dreytza.

Das “korrekte” Reden – also die Beschränkung auf sozial akzeptierte Ausdrucks- und Handlungsweisen – beschneide die Freiheit des Denkens und führe zur Verdummung. Deutschland weise aufgrund der NS-Geschichte ein hohes Potential latenter Schuldgefühle auf. Diese würden durch politische und historische “Korrektheit” wach gehalten und instrumentalisiert, schreibt Dreytza im Informationsblatt “Krelinger Briefe”.

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Eine neue Dienstanweisung für den Unterteufel

Fasching: Ausserordentlich Erhellendes für die gegenwärtige Zölibatsdiskussion

Koblenz, kath.net, 06. Februar 2011

Seit Jahrzehnten wurde wieder eine Dienstanweisung für einen Unterteufel in der Oberwelt abgefangen.
Eine Kath.Net-Glosse der besonderen Art von Dr. Helmut Müller.

C. S. Lewis beginnt sein Buch Dienstanweisung für einen Unterteufel mit den Worten: “Ich habe nicht vor, zu erklären, wie der Briefwechsel, den ich hier veröffentliche, in meine Hände gefallen ist.” Ich auch nicht, wie ich den untenstehenden abgefangen habe. (Helmut Müller)

Mein lieber Wormwood,

Du teilst mir mit, ein Papstbesuch in Deutschland stünde an. Ich darf gar nicht an das letzte Jahr in England denken, als wir alle unsere Freunde medial so gut vorbereitet wähnten und der Papst dann binnen einer Woche die ganze Insel für sich einnahm. Das darf nicht noch einmal vorkommen. Weiterlesen

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