Dialog setzt Bekenntnis voraus
Aufbruch oder Abbruch? – Eine Stellungnahme zum Theologen-Memorandum “Kirche 2011”
Die Tagespost, 07.02.2011 von Manfred Hauke
Am 3. Februar veröffentlichte die “Süddeutsche Zeitung” ein von 143 Theologen unterzeichnetes Memorandum unter dem Titel “Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch”. Die darin enthaltenen Forderungen erinnern in Vielem an die sogenannte “Kölner Erklärung” aus dem Jahre 1989 und das “Kirchenvolksbegehren” von 1995. Die am meisten vertretene Katholisch-Theologische Fakultät ist die von Münster mit siebzehn Theologen, darunter dem Dekan Klaus Müller; eine Theologin aus Münster gehört zum Redaktionsteam des Memorandums (vgl. M. Drobinski, “Theologen gegen den Zölibat”, Süddeutsche Zeitung, 3.2.). Für den Ursprung in Münster spricht auch die sehr spezielle Forderung nach dem “Aufbau einer kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit” (Klaus Lüdicke). Nennen wir den Text darum zur besseren Unterscheidung die “Münsteraner Erklärung”. Weiterlesen
Die Kirche ist keine Demokratie
In der Dialogfalle
Die Tagespost, 07.02.2011, von Oliver Maksan
Laut krachend ist sie am Freitag zugeschnappt: die Dialogfalle, die sich die deutschen Bischöfe im Herbst mit dem angekündigten “Dialogprozess” ohne Not selbst gestellt haben. Denn mit dem Memorandum mit seinem altbackenen, wirren Themenkatalog – da finden sich präzise Forderungen wie die nach der Frauenordination neben bewusst nebulösen wie der Forderung von Frohbotschaft statt Drohbotschaft – haben die Theologen nur beherzt die ausgestreckte Hand ergriffen, die die Bischöfe unter dem Eindruck der Missbrauchskrise jedem so treuherzig entgegengestreckt haben. Heil werden die Oberhirten aus dieser Falle nicht herauskommen. Schon gar nicht mit der butterweichen Erklärung durch den Sekretär der Bischofskonferenz, die zwar partiellen Klärungsbedarf sieht, das akademische Manöver ansonsten aber als Beitrag zum Dialogprozess begrüsst. Es hilft freilich nicht, den Ball vor dem Papstbesuch möglichst flachhalten zu wollen. Er liegt schon längst im eigenen Tor.
Verzweckt Theologenmemorandum die Missbrauchsopfer?
Nicht die Frage nach dem Willen und Gesetze Gottes steht dahinter
Die Krankheit im innersten Kern der Theologie drängt Gott an den Rand und rückt den Menschen an seine Stelle – Solche Theologenforderungen lösen nicht das Problem, sondern sind das Problem. Ein Kommentar von Mag. theol. Michael Gurtner
Salzburg, kath.net, 07.02.2011
Seit einigen Tagen kursiert ein Memorandum mit dem Titel “Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch“, welches von Professoren der Theologie initiiert wurde. Um es gleich vorwegzunehmen: wenn man einem Ausländer den Neologismus “fremdschämen” erklären wollte, so würde dieses Schriftstück ein sehr geeignetes Beispiel bieten, anhand dessen man den Begriff anschaulich machen könnte. Weiterlesen
Politische Korrektheit führt zur Verdummung
Das Evangelium predigt keine Korrektheit
Krelingen, kath.net/idea, 03.12.2010
Theologische Kritik an der verbreiteten politischen und historischen Korrektheit (Political Correctness) übt der Leiter des Studienzentrums im Geistlichen Rüstzentrum Krelingen (Walsrode), Manfred Dreytza.
Das “korrekte” Reden – also die Beschränkung auf sozial akzeptierte Ausdrucks- und Handlungsweisen – beschneide die Freiheit des Denkens und führe zur Verdummung. Deutschland weise aufgrund der NS-Geschichte ein hohes Potential latenter Schuldgefühle auf. Diese würden durch politische und historische “Korrektheit” wach gehalten und instrumentalisiert, schreibt Dreytza im Informationsblatt “Krelinger Briefe”.
Eine neue Dienstanweisung für den Unterteufel
Fasching: Ausserordentlich Erhellendes für die gegenwärtige Zölibatsdiskussion
Koblenz, kath.net, 06. Februar 2011
Seit Jahrzehnten wurde wieder eine Dienstanweisung für einen Unterteufel in der Oberwelt abgefangen.
Eine Kath.Net-Glosse der besonderen Art von Dr. Helmut Müller.
C. S. Lewis beginnt sein Buch Dienstanweisung für einen Unterteufel mit den Worten: “Ich habe nicht vor, zu erklären, wie der Briefwechsel, den ich hier veröffentliche, in meine Hände gefallen ist.” Ich auch nicht, wie ich den untenstehenden abgefangen habe. (Helmut Müller)
Mein lieber Wormwood,
Du teilst mir mit, ein Papstbesuch in Deutschland stünde an. Ich darf gar nicht an das letzte Jahr in England denken, als wir alle unsere Freunde medial so gut vorbereitet wähnten und der Papst dann binnen einer Woche die ganze Insel für sich einnahm. Das darf nicht noch einmal vorkommen. Weiterlesen
Wie Kirche sich selbst versenkt
Was die Kirche in den deutschsprachigen Landen braucht, sind Beter: Von Guido Horst
Das Memorandum, mit dem ein guter Teil der deutschsprachigen Theologenschaft den Prozess innerkirchlicher Selbstbeschäftigung nochmals anzukurbeln versucht, wird gläubige Katholiken nicht erschrecken. Es entlarvt sich selbst. Dümmlich im Stil, soziologisch in der Argumentation und protestantisch eingefärbt enthält es nichts, was mit dem wirklichen Leben zu tun hätte sowie mit dem, woran die Kirche tatsächlich leidet: einer tiefen Krise des Glaubens. Selbst der Skandal, der am Anfang dieser pseudo-theologischen Turnübung stand, ist letztlich Ausdruck einer Glaubenskrise: Hätten die Geistlichen, die sich an Schutzbefohlenen vergangen haben, mit den Augen des Glaubens und der Liebe auf die Kinder und Jugendlichen geschaut, hätten sie diese nie missbraucht. Was die Kirche in den deutschsprachigen Landen braucht, sind Beter, ist ein vertieftes Leben aus den Sakramenten, sind Ehrfurcht und Andacht vor dem Herrn und eine grosse Liebe zur Mutter Kirche. Zu all dem haben die Unterzeichner des Memorandums nichts zu sagen. Stattdessen fordern sie schon in Punkt drei den Aufbau einer kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit. Bald ist Karneval und man darf jetzt schon herzhaft lachen. Weiterlesen
Theologen proben Aufstand
“Instrumentalisieren die zum guten Teil bekannten Kritiker die gegenwärtige Zölibats-Diskussion?”
Mehr als ein Drittel deutschsprachiger Professoren unterzeichnet Reformkatalog – Deutsche Bischofskonferenz begrüsst Beteiligung an Dialogprozess, sieht aber Klärungsbedarf – ZdK unterstützt Forderungen – Forum Deutscher Katholiken übt scharfe Kritik
München/Bonn (DT/KNA/pd), 04.02.2011
Mehr als 150 Theologieprofessoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz votieren für tiefgreifende Reformen in der katholischen Kirche. In der im Internet unter memorandum-freiheit.de veröffentlichten Erklärung mit dem Titel “Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch” plädieren die Theologen unter anderem für eine stärkere Beteiligung der Gläubigen an der Bestellung von Amtsträgern, die Priesterweihe auch von Verheirateten, eine verbesserte kirchliche Rechtskultur und mehr Respekt vor individuellen Lebensentscheidungen.



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