Zeitzeichen

Die Kirche ist keine Demokratie

In der Dialogfalle

Die Tagespost, 07.02.2011, von Oliver Maksan

Laut krachend ist sie am Freitag zugeschnappt: die Dialogfalle, die sich die deutschen Bischöfe im Herbst mit dem angekündigten “Dialogprozess” ohne Not selbst gestellt haben. Denn mit dem Memorandum mit seinem altbackenen, wirren Themenkatalog – da finden sich präzise Forderungen wie die nach der Frauenordination neben bewusst nebulösen wie der Forderung von Frohbotschaft statt Drohbotschaft – haben die Theologen nur beherzt die ausgestreckte Hand ergriffen, die die Bischöfe unter dem Eindruck der Missbrauchskrise jedem so treuherzig entgegengestreckt haben. Heil werden die Oberhirten aus dieser Falle nicht herauskommen. Schon gar nicht mit der butterweichen Erklärung durch den Sekretär der Bischofskonferenz, die zwar partiellen Klärungsbedarf sieht, das akademische Manöver ansonsten aber als Beitrag zum Dialogprozess begrüsst. Es hilft freilich nicht, den Ball vor dem Papstbesuch möglichst flachhalten zu wollen. Er liegt schon längst im eigenen Tor.

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Verzweckt Theologenmemorandum die Missbrauchsopfer?

Nicht die Frage nach dem Willen und Gesetze Gottes steht dahinter
 
Die Krankheit im innersten Kern der Theologie drängt Gott an den Rand und rückt den Menschen an seine Stelle – Solche Theologenforderungen lösen nicht das Problem, sondern sind das Problem. Ein Kommentar von Mag. theol. Michael Gurtner
 
Salzburg, kath.net, 07.02.2011 

Seit einigen Tagen kursiert ein Memorandum mit dem Titel “Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch“, welches von Professoren der Theologie initiiert wurde. Um es gleich vorwegzunehmen: wenn man einem Ausländer den Neologismus “fremdschämen” erklären wollte, so würde dieses Schriftstück ein sehr geeignetes Beispiel bieten, anhand dessen man den Begriff anschaulich machen könnte. Weiterlesen

Politische Korrektheit führt zur Verdummung

Das Evangelium predigt keine Korrektheit

Krelingen, kath.net/idea, 03.12.2010

Theologische Kritik an der verbreiteten politischen und historischen Korrektheit (Political Correctness) übt der Leiter des Studienzentrums im Geistlichen Rüstzentrum Krelingen (Walsrode), Manfred Dreytza.

Das “korrekte” Reden – also die Beschränkung auf sozial akzeptierte Ausdrucks- und Handlungsweisen – beschneide die Freiheit des Denkens und führe zur Verdummung. Deutschland weise aufgrund der NS-Geschichte ein hohes Potential latenter Schuldgefühle auf. Diese würden durch politische und historische “Korrektheit” wach gehalten und instrumentalisiert, schreibt Dreytza im Informationsblatt “Krelinger Briefe”.

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Eine neue Dienstanweisung für den Unterteufel

Fasching: Ausserordentlich Erhellendes für die gegenwärtige Zölibatsdiskussion

Koblenz, kath.net, 06. Februar 2011

Seit Jahrzehnten wurde wieder eine Dienstanweisung für einen Unterteufel in der Oberwelt abgefangen.
Eine Kath.Net-Glosse der besonderen Art von Dr. Helmut Müller.

C. S. Lewis beginnt sein Buch Dienstanweisung für einen Unterteufel mit den Worten: “Ich habe nicht vor, zu erklären, wie der Briefwechsel, den ich hier veröffentliche, in meine Hände gefallen ist.” Ich auch nicht, wie ich den untenstehenden abgefangen habe. (Helmut Müller)

Mein lieber Wormwood,

Du teilst mir mit, ein Papstbesuch in Deutschland stünde an. Ich darf gar nicht an das letzte Jahr in England denken, als wir alle unsere Freunde medial so gut vorbereitet wähnten und der Papst dann binnen einer Woche die ganze Insel für sich einnahm. Das darf nicht noch einmal vorkommen. Weiterlesen

Wie Kirche sich selbst versenkt

Was die Kirche in den deutschsprachigen Landen braucht, sind Beter: Von Guido Horst

Tagespost, 04.02.2011 

Das Memorandum, mit dem ein guter Teil der deutschsprachigen Theologenschaft den Prozess innerkirchlicher Selbstbeschäftigung nochmals anzukurbeln versucht, wird gläubige Katholiken nicht erschrecken. Es entlarvt sich selbst. Dümmlich im Stil, soziologisch in der Argumentation und protestantisch eingefärbt enthält es nichts, was mit dem wirklichen Leben zu tun hätte sowie mit dem, woran die Kirche tatsächlich leidet: einer tiefen Krise des Glaubens. Selbst der Skandal, der am Anfang dieser pseudo-theologischen Turnübung stand, ist letztlich Ausdruck einer Glaubenskrise: Hätten die Geistlichen, die sich an Schutzbefohlenen vergangen haben, mit den Augen des Glaubens und der Liebe auf die Kinder und Jugendlichen geschaut, hätten sie diese nie missbraucht. Was die Kirche in den deutschsprachigen Landen braucht, sind Beter, ist ein vertieftes Leben aus den Sakramenten, sind Ehrfurcht und Andacht vor dem Herrn und eine grosse Liebe zur Mutter Kirche. Zu all dem haben die Unterzeichner des Memorandums nichts zu sagen. Stattdessen fordern sie schon in Punkt drei den Aufbau einer kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit. Bald ist Karneval und man darf jetzt schon herzhaft lachen. Weiterlesen

Theologen proben Aufstand

“Instrumentalisieren die zum guten Teil bekannten Kritiker die gegenwärtige Zölibats-Diskussion?”

Mehr als ein Drittel deutschsprachiger Professoren unterzeichnet Reformkatalog – Deutsche Bischofskonferenz begrüsst Beteiligung an Dialogprozess, sieht aber Klärungsbedarf – ZdK unterstützt Forderungen – Forum Deutscher Katholiken übt scharfe Kritik

München/Bonn (DT/KNA/pd), 04.02.2011

Mehr als 150 Theologieprofessoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz votieren für tiefgreifende Reformen in der katholischen Kirche. In der im Internet unter memorandum-freiheit.de veröffentlichten Erklärung mit dem Titel “Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch” plädieren die Theologen unter anderem für eine stärkere Beteiligung der Gläubigen an der Bestellung von Amtsträgern, die Priesterweihe auch von Verheirateten, eine verbesserte kirchliche Rechtskultur und mehr Respekt vor individuellen Lebensentscheidungen.

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Dass Menschen miteinander sprechen, ist selbstverständlich

Hellhörig sollte aber machen, wird ein Dialog eingefordert

Tagespost, von Alexander Riebel, 04.02.2011

Dass Menschen miteinander sprechen, ist selbstverständlich. Hellhörig sollte aber machen, wird ein Dialog eingefordert. Dann entlarven sich Dialogprozesse schnell als blosse Machtspiele. Schuld daran, dass der Dialog seine Unschuld verloren hat, sind Sprachphilosophie und Diskurstheorie.

Durfte man glauben, dass das Reden über Konsens und Dialog, wie es der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder für seine Politik hoffähig gemacht hat, wieder aufhören würde? Nein, weil hier etwas Grundsätzliches in Bewegung geraten war, in dem auch Schröder nur die Rolle eine kleines Rädchen spielte; und am Ende seiner Konsenspolitik stand zumeist sein Basta. Aber auch das Basta gehört zum grossen Ganzen. Denn was hinter der öffentlichen Dialogbereitschaft steht, ist häufig nur der Kampf um die Durchsetzung der eigenen Positionen. Woher kam aber auf einmal die Rede vom Konsens, auf die Schröder durch Jürgen Habermas aufmerksam wurde? Weiterlesen

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