Zeitzeichen

Die ‘Pfarrer-Initiative’: Ein Fall für das Kirchenrecht?

Eine kanonistische Analyse von Mag. theol. Michael Gurtner

Zur strafrechtlichen Relevanz der österreichischen Pfarrer-Initiative nach den canones 1373 und 1374 des CIC.

Linz, kath.net, 2. Februar 2012

Das Kirchenrecht ist dazu da, der kirchlichen Gesellschaft eine fassbare Ordnung zu verleihen, den Gläubigen zu ihrem Recht zu verhelfen und sie vor Unrecht und Schaden zu schützen. Es hilft im letzten auf verschiedenen Ebenen, den Glauben zu fördern und ist ein Hilfsmittel, um auf dem Weg der Heiligkeit und der Frömmigkeit voranzuschreiten. Diese Wirkung, welche dem Heil der Seelen dient, kann es jedoch nur dann entfalten, wenn es auch tatsächlich zur Anwendung gebracht wird und nicht nur eine hypothetische Möglichkeit bleibt. Es nicht zur Anwendung zu bringen bedeutet, den Gläubigen die Güter vorzuenthalten welche aus der Aufrechterhaltung des Rechtes entwachsen – eine Unterlassung ist also kein Akt der Barmherzigkeit, sondern eine schwerwiegende Unterlassung. Im Falle der gegenwärtigen Aktionen der Pfarrer-Initiative ist es kaum vorstellbar, dass keine Vergehen gegen das Gesetz des Glaubens, das Gesetz der Moral und das Gesetz der Kirche begangen wurden und werden.

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Konservative Theologen werden in der Kirche immer mehr gemobbt

Philosoph Robert Spaemann zum Schreibverbot für Augsburger Priester Oblinger

Hier handle es sich um “einen schwerwiegenden Fall von Verleumdung” – Bischof Zdarsa sei “Opfer seiner Berater” geworden
– Update: Zitate aus dem Interview

Augsburg, kath.net, 27.01.2012

Die Diskussion rund um das Schreibverbot für den Augsburger Priester Georg Alois Oblinger in der “Jungen Freiheit” geht weiter. Jetzt hat der katholische Philosoph Robert Spaemann Kritik an der Entscheidung geübt. Gegenüber der “Jungen Freiheit” meinte Spaemann, dass konservative Theologen in der Kirche immer häufiger regelrecht gemobbt werden.

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Rom berät über Pfarrer-Rebellion

Papst Benedikt ist besorgt über die Pfarrer-Rebellion in Österreich
 
Bischöfe aus Österreich informieren den Vatikan über drohende Kirchenspaltung.

Rom, Die Tagespost, 25.01.2012, von Guido Horst

Im Vatikan hat am Montagnachmittag ein Gespräch zwischen Spitzenvertretern der Österreichischen Bischofskonferenz und Vertretern römischer Dikasterien über die von dem Priester Helmut Schüller geführte “Pfarrer-Initiative” stattgefunden. Diese Gruppe, die nicht nur für Ungehorsam gegenüber der katholischen Kirchenführung wirbt, sondern Thesen vertritt, die die Grenze zur Häresie überschreiten, will sich nun auch als internationale Organisation und als andere Länder und Kontinente umfassendes Netzwerk aufstellen (siehe DT vom 24. Januar).

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Rehabilitation des Seelenheils

Die Sorge um das eigene Seelenheil ist eine hoffnungslos veraltete theologische Kategorie

Die Tagespost, 25.01.2012, von Johannes Seibel

Die Sorge um das eigene Seelenheil ist eine hoffnungslos veraltete theologische Kategorie. Mehr noch: Sie ist in der katholischen Kirche verdächtig geworden. Individueller und kollektiver Heilsegoismus wird ihr unterstellt. In der Welt dagegen feiert das Wort unbefangen profane Urständ. Dabei könnte eine Wiederaneignung dieses Begriffes über Sokrates, Paulus und auch Luther das hiesige Christentum durchaus aus seiner Lähmung führen.  

Die Sorge um das eigene, das ewige Seelenheil belegt längst keine oberen Plätze mehr in der Hitliste zeitgenössischer katholischer Themen und Debatten. Ob in den Sonntagspredigten, den Vorlesungen an den Theologischen Fakultäten, in den Akademieprogrammen oder im aktuellen Dialogprozess der Bischofskonferenz in Deutschland – das Wort und die Kategorie des Seelenheils, das ist erledigt, antiquiert, nicht mehr zu gebrauchen im Hier und Heute des katholischen Lebens.

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Jesus@Heaven

Initiative gegen Zölibat und für weibliche Priester – diesmal in Basel

Die Basler Initiative benützt dazu die Möglichkeiten des weltweit einzigartigen Schweizer Staatskirchenrechts

Basel, kath.net, 21. Januar 2012

Die Schweizer “Kirchliche Gleichstellungs-Initiative” will den Pflichtzölibat in der römisch-katholischen Kirche abschaffen und Frauen zur Priesterweihe zulassen. Das berichtet die Basler Zeitung in ihrer Online-Ausgabe. Um ihr Anliegen zu verfolgen, setzt die Initiative auf die demokratischen Möglichkeiten des Schweizer Staatskirchenrechts. Die Idee zur Gleichstellungsinitiative wurde im Jahr 2010 in den beiden Landeskirchen Basel-Stadt und Basel-Landschaft geboren.

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Wie positiv besetzt ist der Zweifel im christlichen Glauben

Thomas Messen

Evangelium nach Johannes 20.24-29 

Thomas aber, der Zwölf einer, der da heisst Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, dass ich in seinen Händen sehe die Nägelmale und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, will ich’s nicht glauben.

Und über acht Tage waren abermals seine Jünger drinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Türen verschlossen waren,

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Disputa

Spurensuche

Ist die deutsche Nationalkirche noch katholisch?

Vatican-Magazin 1/2012, von Guido Rodheudt

Hätte der legendäre Pater Brown den Fall Weltbild untersucht, oder nachgeforscht, wie es kommen konnte, dass das Sekretariat der deutschen Bischofskonferenz die Personalakten der deutschen Priester Kriminalisten überlassen wollte, um Sittlichkeitsverbrechen aufzuspüren – er hätte wahrscheinlich den Verstand verloren. Sünden hat es in der katholischen Kirche immer gegeben. Das wusste auch Pater Brown. Aber im Lande Luthers ist etwas anderes passiert: Das Sakrale zählt nicht mehr, sondern nur noch die Struktur. Das Priestertum ist nichts Heiliges mehr, statt dessen gerät der Pfarrer zum Sakramentenkasper. Da ist vielleicht kein Mord aufzuklären. Sondern da geht es um Selbstmord in Reinkultur.

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