Missbrauch Minderjähriger

Kardinal Pells Zeugenaussagen zum Umgang mit dem Missbrauch

Päpstliche Kommission für Schutz von Minderjährigen tagte

Rom, Zenit.org, 4. März 2016, Michaela Koller

Höhepunkt der Woche: Sehr emotionales Treffen mit Opfern

Kardinal George Pell, Präfekt des päpstlichen Wirtschaftssekretariats, hat sich am Sonntag erstmals vier Stunden lang den Fragen einer australischen Untersuchungskommission gestellt, die zum Missbrauch in verschiedenen Einrichtungen ermittelt. Mit der „Royal Commission into Institutional Responses into Child Sexual Abuse“ sprach der Kurienkardinal per Videokonferenz, um als ehemaliger Erzbischof von Sydney Auskunft über den Umgang seiner Kirche mit den zahlreichen Fällen Rede und Antwort zu stehen. Dabei räumte er ein, dass die Kirche damit „nicht gut“ in der Vergangenheit umgegangen sei. „Die Kirche hat enorme Fehler begangen, und arbeitet daran, die Betroffenen zu trösten, aber die Kirche hat vielerorts, gerade auch in Australien, die Dinge verhunzt und die Menschen heruntergezogen“, gestand er.

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Hommage an journalistische Recherche

Hervorragende Dramaturgie, komplexe Antwort auf die Vertuschung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche: Der Spielfilm „Spotlight“

die bibel amVon José García

Die Tagespost, 7. März 2016
Filmkritik zu „Spotlight“

Im Sommer 2001 brachte „The Boston Globe“ einen Bericht über den katholischen Priester John Geoghan, der Kinder sexuell missbraucht hatte. Die „New York Times Company“, zu der die Zeitung seit 1993 gehörte, hatte gerade Marty Baron (Liev Schreiber) als neuen Herausgeber nach Boston entsandt. Ihn beschäftigt vor allem die Frage, ob der Erzbischof von Boston, Kardinal Bernard Law (Len Cariou), von den Vorfällen gewusst und den Priester gedeckt hatte. Um dies zu verdeutlichen, schickt Mit-Drehbuchautor und Regisseur Tom McCarthy seinem Spielfilm „Spotlight“ einen im Jahre 1976 angesiedelten Prolog voraus: Ein Bischof holt einen Priester aus dem Polizeirevier, der sich offenbar an Kindern vergriffen hatte, nachdem er sich mit Hilfe eines Staatsanwalts mit deren Familie über eine Entschädigung geeinigt hatte. Dies konnte zwar Marty Baron im Sommer 2001 nicht wissen. Aber der Zuschauer erfährt von vorne herein, wie solche Missbrauchsfälle abgewickelt wurden.

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Pell und die Pest des Missbrauchs

Stellvertretend für viele hat Kardinal George Pell eine denkwürdige Befragung durch eine australische Regierungskommission über sich ergehen lassen müssen

Guido HorstVon Guido Horst

Die Tagespost, 4. März 2016

Stellvertretend für viele hat Kardinal George Pell eine denkwürdige Befragung durch eine australische Regierungskommission über sich ergehen lassen müssen. In einem römischen Hotel, per Videoschaltung mit den Richtern in Australien verbunden, der dortigen Ortszeit entsprechend mitten in der Nacht, und das an vier hintereinander folgenden Tagen, in Anwesenheit von etwa fünfzehn Opfern, die in den siebziger Jahren von Klerikern missbraucht worden waren. Die Zahl aller gequälten Kinder und Jugendlichen – es dreht sich vor allem um Pells Heimatbistum Ballarat – ist wesentlich höher. Ein Opfer hat sich umgebracht.

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„Die Medien öffneten eine Tür“

Kardinal O’Malley zur Oscarverleihung für Film Spotlight

Quelle

Rom, Zenit.org, 2. März 2016, Michaela Koller

Für Kardinal Sean O’Malley, Erzbischof von Boston und Präsident der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen, spielt der jetzt Oscar prämierte Film Spotlight eine wichtige anerkennende Rolle. In einer Stellungnahme teilte der Kardinal mit: „Spotlight ist ein wichtiger Film für alle, die von der Tragödie des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker betroffen sind.“

Mit ihrer Veröffentlichung detaillierter Berichte über die Geschichte der Krise des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker hätten die Medien der Kirche geholfen, die Verbrechen und Sünden ihrer Mitarbeiter zuzugeben und ihr Versagen einzugestehen, sowie den Schaden, der den Opfern und ihren Familien zugefügt wurde, und die Bedürfnisse der Überlebenden anzuerkennen.

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Missbrauchs-Experte Zollner

Missbrauchs-Experte Zollner: Bischöfe empfehlen „Spotlight“

Quelle
Alain de Raemy zu „Spotlight“: Den Journalisten dankbar sein

Kirchenleute, die die Tragweite von Missbrauch durch Kleriker klar erkennen, empfehlen den Film „Spotlight“, der soeben als bester Film des Jahres mit dem „Oscar“ ausgezeichnet wurde. Das sagte der deutsche Jesuit Hans Zollner, der an der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom das Internationale Kinderschutzzentrum leitet und zu den ausgewiesenen Fachleuten in der Frage von Missbrauch in der Kirche zählt. „Spotlight“ erzählt die journalistische Aufdeckung der Missbrauchsfälle von Boston nach, die letztlich dazu führten, dass die Kirche dem Thema erstmals Beachtung schenkte.

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Kurienkardinal sagt vor Missbrauchskommission aus

Seit Sonntagabend sagt der australische Kurienkardinal George Pell in Rom per Videoschaltung vor der australischen Missbrauchskommission aus

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Spotlight: Film über Missbrauchsfälle durch katholische Priester in der Erzdiözese Boston
UPDATE: Kardinal Pell räumt Fehler ein

Zehn Missbrauchsopfer flogen dafür nach Italien ein. In Australien wurde die Aussage mit Spannung erwartet. Im Mittelpunkt der mehrtägigen Befragung stehen Missbrauchsfälle im australischen Bistum Ballarat aus den 1970er Jahren. Damals war Pell dort als Priester tätig und stand in Kontakt zu einem Priester, der inzwischen wegen Missbrauchs verurteilt wurde. Pell gehörte zum Beratergremium des Bischofs, bevor er selbst erst Weihbischof und später Erzbischof von Melbourne wurde.

Grund für die Aussage per Videoschaltung ist der Gesundheitszustand Pells, der deshalb nicht zur Aussage nach Australien reisen konnte. Die Kommission stimmte Anfang Februar einem entsprechenden Antrag des Kardinals zu, der seit Februar Leiter der zentralen Finanz- und Wirtschaftsbehörde im Vatikan und Mitarbeiter des Papstes ist.

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Fliegende Pressekonferenz

Fliegende Pressekonferenz: Migranten, Missbrauch, Donald Trump

visita-papaQuelle
Vatikan: Offizielles Reiseprogramm

Wiederverheiratete Geschiedene, Donald Trumps Bemerkungen über Papst Franziskus, pädophile Täter, Russland und die Ukraine – all diese konfliktreichen Themen fanden sich in der Pressekonferenz wieder, die Papst Franziskus während des Rückfluges aus Mexiko für die mitreisenden Journalisten hab. Hier eine ausführliche Zusammenfassung.

Donald Trump

Auf mexikanischer Seite der Grenze habe der Papst über Flüchtlinge gesprochen, während auf der anderen Seite des Zaunes – also in den USA – eine heftige Wahlkampagne laufe, setzte ein Journalist an. Und er zitierte in seiner Frage den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump, der dem Papst vorgeworfen hat, für die Politiker und die Regierung Mexikos zu sprechen. Trump selber wolle 2.500 Kilometer Zaun bauen und elf Millionen Immigranten ausweisen. Kann ein Katholik in den USA so jemanden wählen?, lautete die Frage.

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