Leo XIV.: Schöpfung weise nutzen


Papst Leo XIV. hat bei einer Audienz für eine Delegation der Hera-Gruppe zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit den natürlichen Ressourcen aufgerufen. Das Unternehmen ist seit 2025 für die Umweltdienstleistungen im Vatikan zuständig. „Als Christen können wir uns nicht damit abfinden, die Wegwerfkultur zu akzeptieren. Vielmehr sind wir aufgerufen, die Schöpfung weise zu nutzen“, sagte der Papst

Quelle
An die Delegation des italienischen Versorgungsunternehmens „Gruppo Hera“ – Aktivitäten-Kalender | Vatican.va

Auf der einen Seite stehe ein „unkontrollierter Verbrauch“ von Ressourcen, auf der anderen die Bewirtschaftung und Entsorgung enormer Mengen an Abfällen, die zunehmend selbst zu Ressourcen würden. Die ökologische Herausforderung unserer Zeit sei „dringender denn je“, betonte Papst Leo XIV. bei der Audienz im Apostolischen Palast.

Die Hera-Gruppe übernimmt die Umweltdienste im Vatikan aufgrund einer Vereinbarung, die im Dezember 2025 mit dem Governatorat des Vatikanstaats geschlossen wurde. Dazu gehören insbesondere die Sammlung, der Transport, die Verwertung und die Entsorgung von Abfällen. Zum Einsatz kommen dabei Fahrzeuge mit geringer Umweltbelastung, darunter seit April 2026 ein vollelektrisches Fahrzeug für die Müllsammlung auf dem Petersplatz. Auch während des Heiligen Jahres wurden Initiativen zum Recycling von Plastik nach den Vorgaben der Enzyklika Laudato si’ umgesetzt.

Konsummodell überwinden

Die Audienz am 1. Oktober war für den Papst Anlass, erneut zu einer gemeinsamen Verantwortung für den Schutz der Schöpfung aufzurufen. Dieser Auftrag, so Leo XIV., gehöre bereits zu den grundlegenden Aufgaben, die Gott dem Menschen anvertraut habe, wie es auf den ersten Seiten der Bibel zum Ausdruck komme.

Der Schutz unserer Welt sei deshalb „eine ursprüngliche Aufgabe“, die auch in der Arbeit der Hera-Gruppe ihren Ausdruck finde. Für dieses Engagement sei er dankbar und ermutige dazu, es angesichts der aktuellen ökologischen Herausforderungen fortzusetzen.

„Um nicht jeden gebrauchten Gegenstand als bloßen Abfall zu betrachten, müssen wir unser Verhalten ändern und uns auf einen anderen Weg begeben. Im Wesentlichen geht es darum, das Konsummodell zu überwinden und zu einem Produktionssystem überzugehen, das in der Lage ist, die begrenzten Güter unseres Planeten zu bewahren.“

Der Wegwerfkultur eine Kultur der Sorge entgegensetzen

In Erinnerung an den Auftrag Gottes könne man sich „als Christen nicht damit abfinden, die Wegwerfkultur zu akzeptieren“, sagte Leo XIV. Stattdessen seien die Menschen aufgerufen, „die Schöpfung weise zu nutzen“.

„Ihre Tätigkeit im Bereich des Recyclings zeigt, dass es möglich ist, sich in diese Richtung zu engagieren. Ihre Arbeit, auch hier im Vatikan, bezeugt, dass der Wegwerfkultur erfolgreich eine Kultur der Sorge entgegengesetzt werden kann. Diese beschränkt sich nicht nur auf Gegenstände und Produkte, sondern reicht von ihnen zur menschlichen Arbeit und von der Arbeit zu den Menschen.“

„Wir sind es, die diese Welt bewohnen und sie durch unsere Entscheidungen und unser Verhalten als Geschenk Gottes leben.“

Gemeinsames Haus schöner und gastfreundlicher machen

Der Papst verwies zudem auf die Lehre seines Vorgängers Franziskus über „das Modell des Recyclings und der Kreislaufproduktion“. Beides stelle „einen guten Weg dar, um künftigen Generationen eine nachhaltige Umwelt zu gewährleisten“.

„Es ist wichtig, mit gutem Beispiel voranzugehen: Die Kirche soll die Erste sein, die das in die Praxis umsetzt, was sie selbst verkündet“, ermutigte Leo XIV.

„Durch unser gemeinsames Wirken können wir das Haus, das allen gehört, immer schöner und gastfreundlicher machen.“

vatican news, 1. Oktober 2026

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