Papst Franziskus bei der Richter Tagung im Vatikan
Entlassung von Bischöfen bei Nachlässigkeit gegen Missbrauch
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Vatikan: Motu Proprio Papst Franziskus
Richter-Gipfel: Kirche und Welt müssen zusammen arbeiten!
Bischöfe, die sich nicht um Fragen der sexuellen Gewalt gegen Minderjährige gekümmert haben, sollen ihr Amt verlieren. Das bestimmt Papst Franziskus durch ein Rechtsdokument, ein so genanntes Motu proprio, das der Vatikan an diesem Samstag bekannt gab. Der Papst legt darin fest, dass zu den schweren Fällen, wie sie das Kirchenrecht bereits definiert hat, die Nachlässigkeit gegenüber sexuellem Missbrauch hinzu kommt.
F: Kirche stellt Massnahmen gegen Missbrauch vor
Frankreich: Kirche stellt Massnahmen gegen Missbrauch vor
Um gegen sexuellen Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen vorzugehen, hat die französische Bischofskonferenz am Dienstag umfangreiche Massnahmen vorgestellt. Den Kern der Massnahmen bildet eine neue „Kommission für Pädophilie“, die pastorale Angestellte schon in der Ausbildung über das Thema informieren und aufklären soll. Die Kommission will bereits dann die Arbeit aufnehmen, wenn die Justiz noch nicht aktiv geworden ist. Unterstützt wird die Kirche dabei von einer Expertenkommission aus Medizinern, Psychologen, Eltern und Richtern.
Französische Erzbischöfe stellen sich hinter Kardinal Barbarin
Zwei französische Erzbischöfe haben sich hinter Lyons Kardinal Philippe Barbarin gestellt
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Frankreich: Erneute Anzeige gegen Erzbischof Barbarin
Der Pariser Erzbischof Kardinal André Vingt-Trois sagte zu Beginn der Woche in einem Interview der Zeitung „Le Parisien“, er unterstütze Barbarin und glaube, dass dieser alles im Kampf gegen Pädophilie getan habe. Der Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Erzbischof Georges Pontier, sagte dem Radiosender France Bleu, es liege an Barbarin, eine Antwort auf die derzeitige Situation zu finden. Zugleich betonte er, die Kirche müsse „streng mit pädophilen Priestern umgehen“.
Kardinal Pells Zeugenaussagen zum Umgang mit dem Missbrauch
Päpstliche Kommission für Schutz von Minderjährigen tagte
Rom, Zenit.org, 4. März 2016, Michaela Koller
Höhepunkt der Woche: Sehr emotionales Treffen mit Opfern
Kardinal George Pell, Präfekt des päpstlichen Wirtschaftssekretariats, hat sich am Sonntag erstmals vier Stunden lang den Fragen einer australischen Untersuchungskommission gestellt, die zum Missbrauch in verschiedenen Einrichtungen ermittelt. Mit der „Royal Commission into Institutional Responses into Child Sexual Abuse“ sprach der Kurienkardinal per Videokonferenz, um als ehemaliger Erzbischof von Sydney Auskunft über den Umgang seiner Kirche mit den zahlreichen Fällen Rede und Antwort zu stehen. Dabei räumte er ein, dass die Kirche damit „nicht gut“ in der Vergangenheit umgegangen sei. „Die Kirche hat enorme Fehler begangen, und arbeitet daran, die Betroffenen zu trösten, aber die Kirche hat vielerorts, gerade auch in Australien, die Dinge verhunzt und die Menschen heruntergezogen“, gestand er.
Hommage an journalistische Recherche
Hervorragende Dramaturgie, komplexe Antwort auf die Vertuschung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche: Der Spielfilm „Spotlight“
Die Tagespost, 7. März 2016
Filmkritik zu “Spotlight”
Im Sommer 2001 brachte „The Boston Globe“ einen Bericht über den katholischen Priester John Geoghan, der Kinder sexuell missbraucht hatte. Die „New York Times Company“, zu der die Zeitung seit 1993 gehörte, hatte gerade Marty Baron (Liev Schreiber) als neuen Herausgeber nach Boston entsandt. Ihn beschäftigt vor allem die Frage, ob der Erzbischof von Boston, Kardinal Bernard Law (Len Cariou), von den Vorfällen gewusst und den Priester gedeckt hatte. Um dies zu verdeutlichen, schickt Mit-Drehbuchautor und Regisseur Tom McCarthy seinem Spielfilm „Spotlight“ einen im Jahre 1976 angesiedelten Prolog voraus: Ein Bischof holt einen Priester aus dem Polizeirevier, der sich offenbar an Kindern vergriffen hatte, nachdem er sich mit Hilfe eines Staatsanwalts mit deren Familie über eine Entschädigung geeinigt hatte. Dies konnte zwar Marty Baron im Sommer 2001 nicht wissen. Aber der Zuschauer erfährt von vorne herein, wie solche Missbrauchsfälle abgewickelt wurden.
Pell und die Pest des Missbrauchs
Stellvertretend für viele hat Kardinal George Pell eine denkwürdige Befragung durch eine australische Regierungskommission über sich ergehen lassen müssen
Die Tagespost, 4. März 2016
Stellvertretend für viele hat Kardinal George Pell eine denkwürdige Befragung durch eine australische Regierungskommission über sich ergehen lassen müssen. In einem römischen Hotel, per Videoschaltung mit den Richtern in Australien verbunden, der dortigen Ortszeit entsprechend mitten in der Nacht, und das an vier hintereinander folgenden Tagen, in Anwesenheit von etwa fünfzehn Opfern, die in den siebziger Jahren von Klerikern missbraucht worden waren. Die Zahl aller gequälten Kinder und Jugendlichen – es dreht sich vor allem um Pells Heimatbistum Ballarat – ist wesentlich höher. Ein Opfer hat sich umgebracht.
„Die Medien öffneten eine Tür“
Kardinal O’Malley zur Oscarverleihung für Film Spotlight
Rom, Zenit.org, 2. März 2016, Michaela Koller
Für Kardinal Sean O’Malley, Erzbischof von Boston und Präsident der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen, spielt der jetzt Oscar prämierte Film Spotlight eine wichtige anerkennende Rolle. In einer Stellungnahme teilte der Kardinal mit: „Spotlight ist ein wichtiger Film für alle, die von der Tragödie des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker betroffen sind.“
Mit ihrer Veröffentlichung detaillierter Berichte über die Geschichte der Krise des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker hätten die Medien der Kirche geholfen, die Verbrechen und Sünden ihrer Mitarbeiter zuzugeben und ihr Versagen einzugestehen, sowie den Schaden, der den Opfern und ihren Familien zugefügt wurde, und die Bedürfnisse der Überlebenden anzuerkennen.






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