Gaza: Immer mehr Frauen tragen allein Verantwortung für ihre Familie
Im Gazastreifen wird mittlerweile jede vierte Familie von einer Frau geführt. Vor Oktober 2023 war es noch etwas jede neunte. Ein Bericht von UN Woman zeigt, unter welchen schwierigen Bedingungen viele Frauen inzwischen allein für ihre Angehörigen sorgen müssen
Quelle
Gazas Christen zwischen Trümmern und Vergebung – Vatican News
Gaza
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Rund 86.290 Familien im Gazastreifen haben nach Angaben von UN Woman mittlerweile eine Frau allein an ihrer Spitze. Viele Männer wurden getötet, gelten als vermisst, befinden sich in Haft oder wurden schwer verletzt. Witwen und Frauen, deren Ehemänner vermisst werden oder von denen sie keine Nachricht haben, tragen dadurch allein die Verantwortung, ihre Angehörigen zu schützen, zu versorgen und für ihren Lebensunterhalt aufzukommen. Gleichzeitig ist der Zugang zu Lebensmitteln, sauberem Wasser, Hygieneartikeln und grundlegenden Dienstleistungen stark eingeschränkt.

Fehlende Unterkünfte und wiederholte Flucht
Besonders schwierig ist demnach auch die Wohnsituation. Fast sieben von zehn Familien, die von Frauen geführt werden, verfügen laut UN Woman über keine angemessene Unterkunft. Bei Familien mit einem Mann an der Spitze sind es 55 Prozent. Drei Viertel der von Frauen geführten Haushalte haben Schäden an ihrer Unterkunft erlitten. Seit Oktober 2023 mussten die betroffenen Frauen im Durchschnitt achtmal fliehen. Zwei Drittel der Familien mit einer Frau an der Spitze benötigten zudem dringend finanzielle Unterstützung.
UN Woman fordert Schutz für Frauen und Mädchen
UN Woman macht außerdem auf die Gefahren für Frauen und Mädchen aufmerksam. Zwischen dem Waffenstillstand im Oktober 2025 und dem 28. Juli 2026 wurden dem Bericht zufolge bei israelischen Luftangriffen und Militäroperationen in Gaza 246 palästinensische Frauen und Mädchen getötet, darunter 137 Frauen und 109 Minderjährige. Die UN-Organisation fordert die vollständige Umsetzung des Waffenstillstands, die Einhaltung des internationalen Rechts und einen ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe. Frauen und Mädchen müssten geschützt und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt des Wiederaufbaus und der Reaktion auf die Krise gestellt werden.
sir – vo, 10. September 2026
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