„Christlicher Lebensschutz gilt jedem Menschen“


„Christlicher Lebensschutz gilt jedem Menschen“: DBK-Chef Wilmer an Marsch für das Leben

Quelle
Bischof Wilmer

Von CNA Deutsch Nachrichtenredaktion

Redaktion – Dienstag, 15. September 2026

Bischof Heiner Wilmer SCJ, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), hat ein Grußwort an den Marsch für das Leben gerichtet, der am kommenden Samstag gleichzeitig in Berlin und Köln stattfindet. Der Marsch lenke „die Aufmerksamkeit auf Menschen, deren Leben nicht geachtet, anerkannt oder als weniger schützenswert angesehen wird“, schrieb er.

„Gerade dort, wo Leben verletzlich ist, wo Menschen keine Stimme haben oder ihr Existenzrecht infrage gestellt wird, zeigt sich, wie ernst wir es mit der Menschenwürde meinen“, so der DBK-Vorsitzende.

Wilmer mahnte: „Wer für das Leben eintritt, muss deshalb das Ganze im Blick behalten. Dazu gehören der Schutz ungeborener Kinder ebenso wie die Sorge um kranke und alte Menschen, die Begleitung Sterbender, die Ablehnung der Todesstrafe, die Unterstützung von Menschen in Not sowie das Eintreten für Frieden und Versöhnung.“

Die Kirche hat die Todesstrafe stets für prinzipiell möglich gehalten. In den letzten Jahrzehnten wurde betont, dass die moderne Gesellschaft Mittel habe, welche die Bestrafung einer Person mit der Todesstrafe unnötig mache. Erst Papst Franziskus änderte 2018 diesbezüglich den Katechismus der Katholischen Kirche, indem er seine eigene Ansprache von 2017 zitierte und erklärte, die Kirche lehre, dass „die Todesstrafe unzulässig ist, weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt“.

Zuvor hatte es im Katechismus geheißen: „Unter der Voraussetzung, daß die Identität und die Verantwortung des Schuldigen mit ganzer Sicherheit feststehen, schließt die überlieferte Lehre der Kirche den Rückgriff auf die Todesstrafe nicht aus, wenn dies der einzig gangbare Weg wäre, um das Leben von Menschen wirksam gegen einen ungerechten Angreifer zu verteidigen.“

Wilmer schrieb in seinem Grußwort zum Marsch für das Leben: „Wer menschliches Leben schützen will, kann nicht gleichzeitig Menschen gegeneinander ausspielen, ausgrenzen oder ihre Würde relativieren. Christlicher Lebensschutz gilt jedem Menschen und kennt weder eine Rangordnung menschlichen Lebens noch die Unterscheidung zwischen wertvollem und weniger wertvollem Leben.“

„Das christliche Ja zum Leben ist daher immer auch ein Ja zu einer solidarischen Gesellschaft“, fügte er hinzu. „Eine Gesellschaft ist dann human, wenn sie dem ungeborenen Leben Raum gibt, Lasten gemeinsam trägt und niemanden allein lässt.“

Deutsche Bischofskonferenz

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