Gaza: Rosenkranz für Frieden am 7. Oktober


Am 7. Oktober jährt sich die Hamas-Attacke auf den Süden Israels, die die israelische Militäroffensive in Gaza ausgelöst hat. Im Interview mit uns berichtet Pater Gabriel Romanelli, Pfarrer der römisch-katholischen Pfarrei in Gaza-Stadt, über die humanitäre Lage: „Es ist eine Katastrophe, die Menschen sind am Ende ihrer Kräfte, aber wir geben nicht auf, wir müssen weitermachen. Am 7. Oktober werden wir den Rosenkranz für ein Ende des Krieges beten.“

Quelle
Papst bittet um Rosenkranzgebet: Von Geißel des Krieges befreien – Vatican News
Hl. Rosenkranz (1776)

Cecilia Seppia und Stefanie Stahlhofen – Vatikanstadt

Erst am Wochenende gab es wieder einen israelischen Luftangriff, der ein Wohngebäude im Stadtteil Rimal im Westen von Gaza-Stadt traf. Die Bilanz: Fünf zivile Todesopfer und zahlreiche Verletzte. Unter den Opfern: Maysa Khader Ibrahim Abu Daoud und ihre Tochter Mary Hafez Michel Najjar. Die beiden Frauen griechisch-orthodoxen Glaubens, die zur christlichen Gemeinde in Gaza gehörten, hatten gerade erst Zuflucht gefunden, um einen Neuanfang zu wagen.

Papst Leo XIV. ist der Pfarrei in Gaza auch in diesem schweren Moment nahe, berichtet uns Pfarrer Romanelli per Telefoninterview: „Das ist wirklich eine sehr traurige Nachricht. Andererseits ist es ein großer Trost, dass der Papst an uns gedacht hat und für uns betet, für alle, die sich für den Frieden einsetzen.

Zum Hören: Pater Gabriel Romanelli, Pfarrer der römisch-katholischen Pfarrei in Gaza-Stadt, kündigt Rosenkranz für Frieden am 7. Oktober an (Audio-Beitrag von Radio Vatikan)

Papst schreibt per Whatsapp

Er hat mir über WhatsApp geschrieben, also habe ich ihn gefragt, ob ich es weitergeben darf. Er hat gesagt: ,Ja, natürlich.` Es ist auch Ausdruck dessen, worum er den Herrn anfleht: Um Frieden. Und er schreibt außerdem: ,Herr, wie lange noch?‘ Und er dankt uns dafür, dass wir die Gemeinde und so viele Menschen begleiten, die sich alle den Frieden wünschen.“

„Er schreibt auch: ,Herr,, wie lange noch?` Und er dankt uns dafür, dass wir die Gemeinde und so viele Menschen begleiten, die sich alle den Frieden wünschen“

Pfarrei hilft und setzt sich weiter für Frieden ein

Der argentinische Missionar berichtet in unserem Gespräch, dass auch die christliche Gemeinschaft sehr unter dem Krieg leidet: 62 Christen sind laut Romanelli bisher ums Leben gekommen, 25 von ihnen durch Bombenangriffe. Der aktuelle „Waffenstillstand“ bedeute zwar, dass es nicht mehr ununterbrochen Bombenhagel gebe, aber gut sei die Lage noch lange nicht. „Die Lage ist äußerst ernst; selbst die Organisationen, die Lebensmittel verteilen, sagen, dass sie ihre Arbeit einstellen müssen, weil sie nicht genug haben. Die humanitäre Hilfe kommt also an, aber sie ist absolut unzureichend, und deshalb muss Hilfe weiterfließen – und zwar in viel, viel, viel größerem Umfang, um den Bedürfnissen der Menschen wirklich gerecht zu werden.“

„Seit drei Jahren hat dieser schreckliche Krieg so viele Menschen das Leben gekostet, und wir als Pfarrei, als Oase der Spiritualität und Menschlichkeit, können nicht einfach stehen bleiben und nicht zu Frieden und Gerechtigkeit beitragen“

Unterdessen macht die Pfarrei mit ihrer Arbeit weiter, so gut es unter diesen Umständen eben geht: „Seit drei Jahren hat dieser schreckliche Krieg so viele Menschen das Leben gekostet, und wir als Pfarrei, als Oase der Spiritualität und Menschlichkeit, können nicht einfach stehen bleiben und nicht zu Frieden und Gerechtigkeit beitragen. Deshalb müssen wir weitermachen – mit dem Gebet, mit spirituellen Aktivitäten, aber auch mit dem Apostolat und den anderen Aktivitäten der Pfarrei –, auch wenn es manchmal Tage gibt, die ein wenig schwierig sind, wie diese Tage hier, weil der Schmerz groß ist; aber wir müssen weitermachen, das ist klar.“

Das gilt vielleicht ganz besonders mit Blick auf den 7. Oktober, Jahrestag des Terror-Angriffs der Hamas in Israel, der vor drei Jahren den blutigen Krieg auslöste. 

7. Oktober: Rosenkranzgebet für Frieden

Pater Romanelli bestätigt, dass beide Bevölkerungsgruppen, Israelis und Palästinenser, noch immer unter diesem Trauma leiden: „Wir hoffen, dass diese schreckliche Erinnerung stattdessen einen Neuanfang für uns bedeutet, die wir das Fest der seligen Jungfrau Maria vom Rosenkranz, der Herrin des Friedens, feiern werden. Wir werden einen Tag des Rosenkranzgebets veranstalten, der mit einer Heiligen Messe und einer symbolischen Prozession endet, um das Ende dieses Krieges, Gerechtigkeit und Frieden zwischen Palästina und Israel zu erbitten.“

Zum Rosenkranz für den Frieden im Oktober hatte auch Papst Leo XIV. nach seinem Mittagsgebet am Sonntag aufgerufen. Er bat um Gebete für Frieden auf der ganzen Welt – und besonders: „Für das Heilige Land und für die unschuldigen Opfer der Gewalt.“

vatican news – sst, 6. Oktober 2026

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