Kardinal Brandmüller warnt vor Begriffsverwirrung beim Thema „Synodalität“ *UPDATE

Quelle
‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
Kardinal Brandmüller (32)
Österreich: Tagung erarbeitet Fahrplan für Synodalität in Europa – Vatican News
*Synodalität: Kirchenvertreter werben für Europas Vielfalt – Vatican News
Wilmer über Synodalität: „Es ist wichtig, nicht alleine vorzupreschen“ – Vatican News

Von CNA Deutsch Nachrichtenredaktion

Redaktion – Donnerstag, 10. September 2026

Kardinal Walter Brandmüller hat klargestellt, dass moderne synodale Prozesse keine Synode im eigentlichen Sinn sind. Vor diesem Hintergrund sollten Begriffe wie „Synodalität“ vermieden werden, schrieb der 97-jährige Kardinal in einem vom Journalisten Sandro Magister am Dienstag veröffentlichten Beitrag.

„Nach dem klassischen katholischen Verständnis ist die Synode eine Versammlung von Bischöfen zum Zweck der gemeinsamen Ausübung ihres Lehr- und Seelsorgedienstes“, erläuterte Brandmüller. Dies könne entweder unter Einbeziehung aller Bischöfe der Welt erfolgen, und dann würde man von einem Ökumenischen Konzil sprechen, oder nur in einer bestimmten Region.

„In beiden Fällen handeln die Bischöfe kraft der lehramtlichen und pastoralen Vollmacht, die sie mit der sakramentalen Weihe erhalten haben“, so der Kardinal. Da weder Priestern noch Laien das bischöfliche Lehr- und Hirtenamt übertragen ist, solle man bei den in den letzten Jahren sowohl in Deutschland als auch auf weltkirchlicher Ebene lancierten Prozessen – dem deutschen Synodalen Weg und der Weltsynode – die begriffliche Verbindung zum Wort „Synode“ vermeiden.

„Natürlich ist es möglich, kompetenten Laien eine beratende Rolle zu übertragen“, stellte er klar. „Sollte eine solche Zusammenarbeit jedoch praktiziert werden, sollte jede irreführende Verwendung der Begriffe ‚Synode‘, ‚Synodalität‘ und dergleichen sorgfältig vermieden werden, und stattdessen sollte ein Begriff gefunden werden, der die tatsächliche Situation angemessen zum Ausdruck bringt.“

Auch die von Papst Paul VI. nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil eingerichtete Bischofssynode – die von Papst Franziskus zu einer Weltsynode mit nicht-bischöflichen Teilnehmern umgewandelt wurde – dürfe eigentlich nicht „Synode“ heißen, wie Brandmüller erklärte. Es werde von diesem Gremium nämlich kein Lehramt ausgeübt: Da die Teilnehmer der Bischofssynode „jedes Mal einzeln vom Papst einberufen werden und ihre Aufgabe darin bestehen sollte, den Papst zu beraten und nicht, Lehren zu verkünden, Entscheidungen zu treffen oder Gesetze zu erlassen, wäre es im Interesse der begrifflichen Klarheit angebracht, den Begriff ‚Synode‘ – der in diesem Zusammenhang zu Missverständnissen führen kann – nicht zu verwenden, sondern eine andere, passendere Bezeichnung zu finden“.

Es liegt auf der Hand, dass die Einrichtung von synodalen Gremien mit Laienbeteiligung „aus dem Bestreben resultiert, weltliche Strukturen und demokratische Verfahren mehr oder weniger unkritisch in das kirchliche Leben zu übernehmen, um mit der Zeit zu gehen“, zeigte sich der Kardinal überzeugt. Er zeigte zudem protestantische Einflüsse auf.

Schließlich wandte sich Brandmüller noch den Bischofskonferenzen zu, die eigentliche keine Lehrautorität hätten, auch wenn Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium davon gesprochen hatte. Insbesondere in Europa seien die Synoden „durch Bischofskonferenzen abgelöst“ worden, deren „Form und Verfahren“ aber „politischen Vorbildern folgen“.

Vor diesem Hintergrund sei es „schwer zu übersehen, dass dies Ausdruck einer zunehmenden Säkularisierung des Kirchenverständnisses ist“. Man erkenne „gerade darin einen ekklesiologischen Neo-Arianismus, der den übernatürlichen Charakter der Kirche zwar nicht ausdrücklich leugnet, ihn aber mehr oder weniger ignoriert“, nämlich „die Kirche als soziale Einheit“.

„Angesichts dieser Bischofskonferenzen, die politischen Grenzen entsprechen, wäre es notwendig, den Synoden der Teilkirchen, die den authentisch kirchlichen hierarchischen Strukturen entsprechen, ihre ursprüngliche Bedeutung zurückzugeben“, forderte Brandmüller. „Dies könnte noch wirksamer geschehen, wenn – wie es seit dem 6. Jahrhundert bezeugt ist – diese Bischofsversammlungen in den erneuerten liturgischen Formen abgehalten würden, die im Pontifikale von 1986 dargelegt sind.“

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