Heute Namenstag des Papstes: Heiliger Robert Bellarmin
Diesen Donnerstag ist Feiertag im Vatikan, denn: Es ist der Namenstag des Papstes. Leo XIV. heißt mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost und seinen Namenstag begeht er am 17. September, dem Fest des heiligen Robert Bellarmin. Wer war dieser Heilige?
Quelle
Montepulciano – Wikipedia
Papst Leos Namenspatron ist der Kirchenlehrer und Jesuit Robert Bellarmin. Der Italiener, dessen Geburtsname Roberto Francesco Romolo Bellarmino lautet, wurde 1542 in Montepulciano in der Toskana geboren, nahe dem Trasimenischen See, wo Hannibal im Jahr 217 vor Chr. ein römisches Heer vernichtet hatte.

Ausgiebige Studien in Italien, Prediger in Löwen
Mit 18 Jahren trat der tief religiöse junge Mann 1560 den Jesuiten bei. Seine Mutter war begeisterte Anhängerin des neu gegründeten Ordens. Neun Jahre später, nach ausgiebigen Studien am Collegio Romano in Rom sowie in Florenz, Mondovì und Padua, wurde er nach Löwen im heuten Belgien gesandt, wo sich der Jesuit bald als Prediger einen Namen machte und als Theologieprofessor wirkte. In dieser Zeit kommentierte er die „Summa theologica“ des Thomas von Aquin und verfasste Schriften über zeitgenössische, auch protestantische, Theologen, wobei er sich den Ruf eines brillanten Wissenschaftlers erwarb.
Berater des Papstes und Theologieprofessor
1576 rief ihn Papst Gregor XIII. nach Rom zurück und setzte ihn als Theologieprofessor am Collegio Romano ein. Seine Vorlesungen hatten bald einen fast unvorstellbaren Zulauf. Bellarmin war Begründer der Studienrichtung Kontroverstheologie an der späteren Päpstlichen Universität Gregoriana, Frucht seiner Vorlesungen war sein mehrbändiges Hauptwerk „Disputationes de Controversiis Christianae Fidei“ (Dispute über die Kontroversen des christlichen Glaubens), in dem er auch mit Blick auf irdische Machtfülle der Kirche kein Blatt vor den Mund nahm.
Neben Predigt und Unterricht fand Robert Bellarmin immer noch Zeit, sich als Kirchenschriftsteller zu betätigen. 1597 veröffentlichte er seinen bald weltweit verbreiteten „Kleinen Katechismus für das Volk“, der 400 Auflagen erreichte und in 60 Sprachen übersetzt wurde.
Kardinal
Am 3. März 1599 wurde Bellarmin von Papst Clemens VIII. zum Kardinal erhoben. Er bat den Papst darum, mit diesem Titel keinerlei Benefizium zu erhalten. Im März 1602 wurde er zum Erzbischof von Capua ernannt und widmete sich mit großem Einsatz und großer Leidenschaft der Seelsorge. Er kümmerte sich um die Ausbildung des Klerus, die Armen und den Gottesdienst: „Er wurde vom Volk geliebt, das auch er sehr liebte.“ (Alessandro Manzoni)
Nach dem Tod Clemens’ VIII. im Jahr 1605 hätte Bellarmin beinahe selbst die Wahl zum Papst geschafft, wie er später selbst berichtete: „Im zweiten Konklave fehlte nur wenig, und ich wäre zum Papst gewählt worden. Als mir ein Kardinal von großer Autorität und Ernsthaftigkeit seinen Einfluss [für meine Wahl] versprach, forderte ich ihn auf, davon abzusehen, ohne ihm dafür zu danken. Ich erklärte, dass ich meinerseits nicht einmal einen Strohhalm vom Boden aufheben würde, um Papst zu werden. Gegenüber jenen, die sich meiner Wahl widersetzten, hegte ich keinerlei Groll und war darüber überhaupt nicht beunruhigt. Denn ich sagte, dass das Papstamt als eine ‚höchst gefährliche Aufgabe‘ oder eine ‚äußerst mühevolle Gefahr‘ bezeichnet werden könne.“ Gewählt wurde Paul V., der Bellarmin an seiner Seite haben wollte.
Hochbegabter Denker und Kirchenlehrer
Der hochbegabte Denker galt als führender Kopf der Gegenreformation, seine Darlegung des katholischen Standpunktes wurde von sämtlichen Lehrwerken über mehrere Jahrhunderte hinweg übernommen. Bellarmin gab die Leitung der Diözese Capua auf und kehrte in die Römische Kurie zurück, wo er sich dem Dienst an den verschiedenen Kongregationen widmete. Zu den Fällen, mit denen er sich befassen musste, gehörte auch jener von Galileo Galilei. Bellarmin galt als Verehrer Galileis („Und sie dreht sich doch!“) und setzte sich für die Veröffentlichung von dessen Thesen über das Sonnensystem ein, musste ihm aber 1616 seine Verurteilung mitteilen; den Weg für weitere Forschungen wollte er gleichwohl offenhalten. Den Prozess erlebte Bellarmin allerdings nicht mehr; er verstarb am 17. September 1621.
Papst Pius XI. sprach Bellarmin 1923 heilig und erhob ihn ein Jahr später zum Kirchenlehrer.

Hildegard von Bingen
Auch am 17. September: Die heilige Hildegard
Am 17. September gedenkt die Kirche auch der Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen. Papst Benedikt XVI. hatte die mittelalterliche Benediktinerin und Visionärin Im Oktober 2012 als erste Deutsche überhaupt zur Kirchenlehrerin erhoben. Einige Monate zuvor hatte er Hildegard von Bingen, die schon seit Jahrhunderten als Heilige verehrt wurde, offiziell in den Römischen Generalkalender der Kirche aufgenommen und ihre liturgische Verehrung auf die gesamte Weltkirche ausgedehnt.
Bei einer Generalaudienz würdigte Benedikt sie schon zwei Jahre zuvor als „große Frau und Prophetin“. Ihr Fest, das mit von Robert Bellarmin zusammenfällt, ist der 17. September, ihr Todestag im Jahr 1179. 2021, unter Papst Franziskus, wurde das Fest der hl. Hildegard von Bingen offiziell in den liturgischen „Römischen Kalender“ eingeschrieben, der weltweit gilt.
Wenn Sie mehr von Leben und Wirken der heiligen Hildegard erfahren möchten, können Sie auch unsere ihr gewidmete Radioakademie aus dem Jahr 2020 bestellen.
(ökumenisches heiligenlexikon/vatican news – pr/sst), 17. Septembeer 2026
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..
Themen
Heilige und Selige
Papst Leo XIV
Katholische Kirche
Jesuiten
Italien
Vatikan
Kardinäle


Schreibe einen Kommentar