D/Israel: „Moralischen Maßstab verloren“


Der Weltkirche-Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Erzbischof Udo Markus Bentz, hat entsetzt auf Äußerungen des israelischen Ministers Itamar Ben-Gvir zu gezielten Tötungen von Palästinensern reagiert

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„Die Forderung, täglich 30 bis 40 Personen im Gazastreifen zu töten, zeigt ein erschreckendes Ausmaß an Verrohung und Menschenverachtung, das niemandem gestattet ist und erst recht nicht einem Minister, dem die öffentliche Sicherheit anvertraut ist”, heißt es in einer am Freitag verbreiteten Stellungnahme des Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Deutschen Bischofskonferenz.

Der israelische Minister für nationale Sicherheit hatte sich für gezielte Tötungen von Palästinensern im Gazastreifen ausgesprochen. Seine Worte stießen international auf Empörung. Auch der deutche Bundeskanzler verurteilte die Aussagen des Ministers deutlich. 

„Moralischen Maßstab verloren“

Der Minister habe Gruppen in der Bevölkerung des Gazastreifens das Menschsein abgesprochen, so Erzbischof Bentz. Das widerspreche grundlegend nicht nur dem christlichen, sondern dem biblischen Menschenbild, das Christen und Juden miteinander verbinde.

Solche Äußerungen wie von Ben-Gvir enthüllten den wahren Charakter des Rechtsextremismus, nicht nur in Israel: „Die Überzeugung, dass jeder Mensch über eine unantastbare Würde verfügt, ist hier gänzlich abwesend, zumindest hat sie anscheinend jede Relevanz in politischen und auch militärischen Auseinandersetzungen eingebüßt“, so der Bischof. Er betonte: „Es ist eine Sache, die Gewalt der Hamas zu bekämpfen, und eine andere, in einem solchen Kampf jeglichen moralischen Maßstab im Denken und Handeln zu verlieren. Auch der Feind im Krieg bleibt ein Mensch.“ 

Die Rhetorik des Ministers und der dahinterstehende „Ungeist“ rückten jegliche Schritte zur Lösung der Konflikte im Nahen Osten in weite Ferne. 

dbk – pr, 21. August 2026

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