Uruguays Bischöfe: Herausforderungen und Freude auf Papst


Vom 14. bis 19. September sind Uruguays katholische Bischöfe zu ihrem Ad-limina-Besuch in Rom und dem Vatikan. Sie berichten Papst Leo XIV. und der Römischen Kurie über Herausforderungen und Hoffnungen ihrer Gemeinden, wo es gilt, Christus in einer säkularisierten Gesellschaft zu verkünden. Am 18. September treffen sie Papst Leo XIV., der im November nach Uruguay reisen will

Quelle
Papst reist im November 2026 nach Uruguay, Argentinien und Peru – Vatican News

Sebastián Sansón Ferrari und Stefanie Stahlhofen – Vatikanstadt

„Wie können wir das Evangelium und Christus in den verschiedenen Lebenswelten, denen wir begegnen, verkünden?“ – Mit diesen Worten fasst Alfonso Bauer, Bischof von Florida (Uruguay) im Interview mit den vatikanischen Medien eines der Hauptanliegen zusammen, das die Bischöfe Uruguays während ihres Ad-limina-Besuchs nach Rom bewegt. In einem stark säkularisierten Land – in das Papst Leo XIV. vom 6. bis 8. November als erste Etappe seiner Apostolischen Reise nach Lateinamerika reisen wird – versucht die Kirche, neue Wege zu finden, um das Evangelium im Alltag präsent zu machen, die Menschen zu begleiten und Hoffnung zu bringen.

Freitag: Treffen mit Leo XIV.

Während ihres Besuchs im Dikasterium für Kommunikation berichteten die Bischöfe Alfonso Bauer und Arturo Fajardo, Bischof von Salto, im Interview mit unserer spanischsprachigen Redaktion über die Gegebenheiten in ihren Diözesen und die pastoralen Herausforderungen, die sie mit dem Heiligen Stuhl teilen. In diesen Tagen stehen für die Bischöfe Treffen mit verschiedenen Ämtern der Römischen Kurie auf dem Programm, gefolgt von einer Audienz bei Papst Leo XIV. am Freitag (18.9.) und, zum Abschluss, einer Pilgerreise nach Assisi.

Vorbereitungen für die Ankunft von Leo XIV.

Der diesjährige Ad-limina-Besuch steht unter einem besonderen Zeichen: der Apostolischen Reise von Papst Leo XIV. nach Uruguay diesen November, die das katholische Kirchenoberhaupt anschließend nach Argentinien und Peru führt. Die Audienz beim Papst am Freitag, den 18. September, ist einer der Höhepunkte des Programms der Bischöfe. Für die Diözese Salto kommt der Apostolischen Reise in Paysandú eine besondere Bedeutung zu, wo der Papst eine Gemeinde mit einer langen katholischen Tradition und einer starken salesianischen Präsenz treffen wird. Die Vorbereitungen umfassen sowohl logistische als auch spirituelle Aspekte. „Ich glaube, das ist das Wichtigste“, sagt Bischof Arturo Fajardo, die Gemeinde auf eine Zeit der „Bestätigung im Glauben“ vorzubereiten.

Auch Florida bereitet sich darauf vor, den Papst zu empfangen. Für Bischof Bauer wird die Anwesenheit von Leo XIV. eng mit der „Madonna dei Trentatré“, der Schutzpatronin Uruguays, verbunden sein. Das Bildnis, das tief mit der Geschichte des Landes verwoben ist, stellt einen Schnittpunkt zwischen Glauben, Geschichte und nationaler Identität dar. „Der Papst wird von der Madonna dei Trentatré begleitet“, erklärt der Bischof. Die Ankunft des Papstes ist daher nicht nur für die Katholiken, sondern auch für die Stadt und das gesamte uruguayische Volk ein Grund zur Freude.

Herausforderungen und Impulse

Für Bischof Arturo Fajardo ist die Evangelisierung gerade eine der großen Herausforderungen für eine Kirche, die im „säkularisiertesten Land Lateinamerikas“ lebt. Bei seinem dritten Ad-limina-Besuch erklärt Fajardo, dass Uruguay in gewisser Weise als „kleines Versuchslabor“ betrachtet werden kann, um zu verstehen, wie eine Kirche ihr apostolisches Wirken aufrechterhalten und trotz der Schwierigkeiten durchgehalten hat. Neben der Evangelisierung hebt der Bischof weitere Herausforderungen hervor: Berufungen und die Notwendigkeit, der „Evangelisierungsarbeit neuen Schwung zu verleihen“, stets „mit Vertrauen, Hoffnung und Freude“, denn es sei Werk des Herrn.

Fragen aus Uruguay auch andernorts aktuell

Für Bischof Bauer ist es der erste Ad-limina-Besuch. Wenige Monate nach seiner Bischofsweihe beschreibt er diese ersten Tage als eine Zeit des Lernens und zahlreicher Herausforderungen. Eine seiner ersten Aufgaben bestand darin, die Gemeinden in Florida und Durazno zu besuchen, um deren Lebensrealität kennenzulernen und den Menschen zuzuhören. „Das Zuhören ist das Erste, was man im Auge behalten muss“, betont der Salesianerbischof. Dem Herrn zuzuhören und den anderen zuzuhören wird so zu einem Schlüssel seines bischöflichen Dienstes, in Fortführung des synodalen Weges, der während des Pontifikats von Franziskus begonnen und von Leo XIV. fortgesetzt wurde.

„Zuhören ist das Erste“

Laut Bauer bieten die Treffen mit den Dikasterien des Heiligen Stuhls Anregungen und Hinweise für die pastorale Arbeit. Es handele sich nicht um „Vorgaben“, erklärt er, sondern vielmehr um Elemente, die helfen, Licht auf die spezifische Realität jeder einzelnen Kirche zu werfen. Gleichzeitig stellen die Bischöfe fest, dass viele der Schwierigkeiten, mit denen Uruguay konfrontiert ist, auch Gemeinschaften in anderen Teilen der Welt betreffen.

Die Frage nach dem Sinn des Lebens

Im Gespräch mit uns betont Bischof Fajardo, der die flächenmäßig größte Diözese Uruguays leitet (die vier Departements umfasst: Artigas, Salto, Paysandú und Río Negro), dass die Säkularisierung die Suche nach Religion nicht zwangsläufig zunichte mache. Im Gegenteil: Die Frage nach dem Sinn des Daseins könne neue Möglichkeiten der Evangelisierung eröffnen. 

 „Ich glaube, dass die Frage nach dem Sinn des Lebens eine der großen Herausforderungen ist“, erklärt er. In diesem Zusammenhang unterstreicht der Bischof von Salto auch den Wert der Volksfrömmigkeit: Die Marienverehrung und die Glaubensausdrücke in den verschiedenen Regionen Uruguays sollten wertgeschätzt, gefördert und durch Bildung unterstützt werden, sagt er. Er betont zudem die Bedeutung einer Kirche, die in der Lage ist, in den konkreten Lebenssituationen der Gesellschaft präsent zu sein: an der Seite der Ärmsten, im Bildungsbereich und bei verschiedenen sozialpädagogischen Initiativen. Es gehe darum, ein Evangelium zu verkünden, das „Freude und Hoffnung“ angesichts von Situationen bieten könne, die oft von Sinnlosigkeit geprägt seien.

vatican news – sst, 17. September 

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