Katholischer Publizist

Schafft die Kirchensteuern ab!

Quelle
Kirchensteuer – Wie beim Ablasshandel im Mittelalter

Berlin/Kisslegg (idea), 16. Juni 2019

Der Herausgeber des katholischen PUR-Magazins, Bernhard Müller (Kisslegg), hat eine Abschaffung der Kirchensteuer gefordert. Sie führe dazu, dass es den Kirchenoberen „nur noch um jährlichen Millioneneinnahmen und nicht mehr um die Gläubigen“ gehe, schrieb er in einem Gastkommentar für die Welt am Sonntag (Ausgabe vom 16. Juni). Zwischen den grossen Kirchen in Deutschland bestehe heute eine „stabile Ökumene der Finanzen“. Die Kirchenführungen interessiere nicht mehr, „ob die Menschen dem Evangelium glauben und die Gebote halten, sondern nur noch, ob sie die Steuer entrichten“. Die evangelische und die katholische Kirche erhielten pro Jahr jeweils etwa sechs Milliarden Euro an Kirchensteuergeldern, die der Staat „sozusagen als Inkassobüro“ für sie einziehe. Für evangelische und katholische Christen sei in diesem System „nicht mehr die Taufe, sondern die Kirchensteuer zum entscheidenden Kriterium ihrer Mitgliedschaft geworden“. Das sei vergleichbar mit dem Ablasshandel im Mittelalter.

„Geld erstickt alles in der Kirche“

Die begründeten Stimmen gegen „die hartherzige Praxis kirchlichen Geldeintreibens“ würden immer lauter. So habe der katholische Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke, im Frühjahr zum Hinterfragen der Kirchensteuer aufgerufen. Den früheren Fernsehmoderator und EKD-Synodalen Peter Hahne (Berlin) zitierte Müller mit der Aussage: „Geld erstickt alles in der Kirche. Volle Konten und leere Kirchen, das ist doch ein wahnsinniger Widerspruch.“ Um die Frohe Botschaft wieder zum Mittelpunkt der deutschen Kirche werden zu lassen, brauche es eine Befreiung aus dem engmaschigen Finanzsystem, das die Kirchen einschnüre und vielen Gläubigen die Freiheit nehme, sich für den Glauben zu entscheiden, so Müller. Die evangelische und die katholische Kirche müssten die Mahnung Jesu ernst nehmen, dass man nicht gleichzeitig Gott und dem Mammon dienen könne (Matthäus 6,24). Eine Alternative zum deutschen Kirchensteuersystem könnte eine Kultursteuer sein, wie sie in Italien erhoben werde. Dort könne jeder Bürger selbst festlegen, wem er das Geld zukommen lassen wolle, etwa der katholischen Kirche, der Mailänder Scala oder einem Umweltverband.

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