Run auf Hochschule und Priesterseminar Heiligenkreuz

Zahl der Studierenden an einziger Zisterzienser-Hochschule hat sich in den letzten 15 Jahren auf 242 vervierfacht

Quelle
Hochschule Heiligenkreuz

– 37 Seminaristen müssen teilweise in Wohncontainern untergebracht werden.

Wien, kath.net/KAP, 09. Oktober 2014

Enormer Run auf die Hochschule und das Priesterseminar in Heiligenkreuz (Niederösterreich): Die Zahl der Studierenden im Diplomstudium Fachtheologie an der “Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz” – die weltweit einzige Hochschule des Zisterzienserordens – hat sich in den letzten 15 Jahren von 62 auf 242 vervierfacht. 15 Neuanmeldungen aus deutschsprachigen Diözesen und Ordensgemeinschaften verzeichnet auch das “Überdiözesane Priesterseminar Leopoldinum Heiligenkreuz”. Die Gesamtzahl von 37 Seminaristen für das beginnende Studienjahr 2014/15 “übersteigt die Kapazität von 28 Zimmern bei weitem” und erfordere teilweise eine Unterbringung in Wohncontainern, teilte das Stift Heiligenkreuz am Donnerstag mit.

Da auch das Stift wegen der zahlreichen eigenen Berufungen an räumliche Grenzen stösst und die umliegenden Studentenheime in Alland und Mayerling voll sind, habe sich Abt Maximilian Heim OCist für eine ungewöhnliche Massnahme entschieden, hiess es: Im Garten des Priesterseminars sei eine kleine Siedlung von zwölf Wohncontainern aufgestellt worden, die neuen Studenten seien bereits eingezogen.

Das Leopoldinum steht allen Diözesen und Ordensgemeinschaften als Ausbildungsort für Priesteramtskandidaten zur Verfügung. Die 37 Seminaristen kommen aus zwölf verschiedenen Diözesen und neben dem Zisterzienserorden aus sieben weiteren Ordensgemeinschaften. 28 Kandidaten stammen aus dem deutschen Sprachraum; die übrigen neun aus Indien, Nigeria, der Ukraine und Vietnam. Das Altersspektrum der sozial, kulturell und spirituell bunten Hausgemeinschaft reicht aktuell von 20 bis 52 Jahren, teilte Hochschulrektor Pater Karl Wallner mit.

Vor 39 Jahren war das Priesterseminar vor allem für Spätberufene ohne Matura gegründet worden, die auf dem sogenannten “Dritten Bildungsweg” zur Priesterweihe geführt werden sollten. Dieses Bild hat sich laut Wallner im Laufe der Zeit völlig verändert: Heute verfügen 35 der 37 Seminaristen über die Hochschulreife. Unter ihnen finden sich nach wie vor viele “Spätberufene” aus unterschiedlichsten Berufsgruppen, wie Psychologen, Pädagogen, Verwaltungsbeamte, Krankenpfleger, Handwerker bis hin zum ehemaligen Schweizergardisten.

Das Priesterseminar Leopoldinum liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Hochschule, die mit dem Besuch von Papst Benedikt XVI. 2007 zur Hochschule päpstlichen Rechtes erhoben worden war. Der momentane Ausbau des Hochschulgebäudes soll am 30. April 2015 mit der Einweihung durch Kardinal Schönborn abgeschlossen werden.

Mit dem Ansturm an Auszubildenden geht auch ein enormer Bücherzuwachs einher: Der Transfer der Bibliothek der Hochschule Benediktbeuern mit einem Volumen von 265.000 Bänden, die die Salesianer Don Boscos den Zisterziensern geschenkt haben, erfolge noch vor Weihnachten, hiess es.

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