Der Weltjugendtag und die Welt der Medien: ein Versagen
Nur die Kirche vermag Hunderttausende von Jugendlichen in Frieden zu versammeln
Kein anderer geistlicher „Leader“, keine politische Partei, keine andere Person geniesst so viel Achtung wie der Papst. Und dennoch: grosses Schweigen. Von Armin Schwibach
Rom, kath.net/as, 18.08.2011
Hunderttausende von Jugendlichen feiern gemeinsam mit dem Kardinalerzbischof von Madrid Antonio María Rouco Varela die heilige Messe. Lange Schlangen stehen vor Anbetungszelten, Anbetungskirchen und Anbetungskapellen. Wieder beeindruckt die grosse Zahl von Menschen, die das oft so vergessene Sakrament der Versöhnung suchen. Wie ein grosser Segelschiffhafen mutet der Parque del Retiro mit seinen 100 weissen Beichtstühlen an, und das Wort „Hafen “ trifft wohl das Bedürfnis vieler, die einen Ort brauchen, um nach langen Mühen wieder anlegen zu können.
Mit Pinsel und Spachtel dem Herrn dienen
Kölner Schülerinnen und Studentinnen im Sozialeinsatz in Nordspanien
Obanos (DT), 17.08.2011, von Katharina Wolf
„Verwurzelt in Christus und gegründet auf ihn. Fest im Glauben.“ Unter diesem Motto hat der Heilige Vater die Jugend der Welt nach Madrid eingeladen. Verwurzelt und gegründet auf Christus bedeutet auch, Werkzeug Gottes zu sein, den Nächsten zu sehen und zu helfen, wo Hilfe nötig ist. Der Einladung gingen auch wir nach und machten uns auf den Weg von Köln nach Madrid. Organisiert wurde diese Fahrt vom International College Müngersdorf, dessen geistliche Bildungsarbeit der Personalprälatur Opus Dei anvertraut ist.
Schweizer beim WJT: „Es ist genial hier“
Mindestens 1.200 Schweizer nehmen am Weltjugendtag teil
Darunter sind auch vier Schweizer Bischöfe
Rom, Radio Vatican, 16.08.2011
Im Gegensatz zu anderen Ländern ist die Schweizer Delegation in mehreren Sprachgruppen unterteilt. Deshalb hat die Schweizer Botschaft in Madrid zu einem „Schweizertag“ eingeladen.
Die Schweiz ist ein buntes Land. Das merkt man auch hier in Madrid beim Weltjugendtag. Es gibt Französischsprachige, Tessiner und Deutschschweizer. Und unter den Deutschschweizern wiederum gibt es diejenigen, die mit der Arbeitsgemeinschaft für den Weltjugendtag mitgefahren sind, und andere, die mit ihrer Bewegung hierher gekommen sind. Linus kommt aus der Zentralschweiz und ist von der Schönstatt-Bewegung. Weiterlesen
Die Kirche als Hoffnungsträger
In den sechziger Jahren verliessen zwei Millionen Spanier ihre Heimat in Richtung Frankreich und Deutschland
Madrid, die Tagespost, 16.08.2011, von Regina Einig
Der XXVI. Weltjugendtag verspricht, als geistliches und zugleich hochpolitisches Ereignis in die Geschichte der Papstreisen einzugehen. Auf Benedikt XVI. wartet eine Generation, die zunehmend als verloren gilt. Der Blues der jungen Spanier ist paradigmatisch für das Lebensgefühl der Gleichaltrigen in Europa und in den Vereinigten Staaten. Den Wohlstand ihrer Eltern werden sie weder halten noch selbst erarbeiten können. Die Europabegeisterung der Generation, über der sich 1989 der Eiserne Vorhang öffnete, wirkt auf Jugendliche heute eher befremdlich.
Die Ursache für die allgemeine negative Stimmung allein in der düsteren Wirtschaftslage zu verorten griffe aber zu kurz. Wirtschaftskrisen sind nichts Neues auf der iberischen Halbinsel. In den sechziger Jahren verliessen zwei Millionen Spanier ihre Heimat in Richtung Frankreich und Deutschland. Die meisten waren weitaus ärmer und schlechter ausgebildet als die Jungen heute. Das Bewusstsein, das Leben im Glauben auch durch Durststrecken hindurch meistern zu können, war jedoch noch eher präsent.
Eine Million Teilnehmer bei Eröffnungsmesse des Weltjugendtags
Papst Johannes Paul II: Thematischer Mittelpunkt der Eröffnungsmesse
Thematischer Mittelpunkt der Eröffnungsmesse war die Gestalt von Johannes Paul II., von ihm wurde eine Blutreliquie gezeigt. Kardinal Rouco erinnerte in der Predigt an dessen Appell: „Habt keine Angst, Heilige zu sein!“
Madrid, kath.net, 16.08.2011
Eine Million Menschen feierte die hl. Messe mit, mit der in Madrid der Weltjugendtag 2011 offiziell begonnen wurde. Antonio Maria Rouco Varela, Erzbischof von Madrid, stand der Feier vor, mehr als 8.000 Priester und über 800 Bischöfe, Erzbischöfe und Kardinäle aus aller Welt waren anwesend.
Deutschland/Spanien: Das Internet fördert Kontakte beim Weltjugendtag
Morgen Abend beginnt der Weltjugendtag in Madrid
Morgen Abend beginnt der Weltjugendtag in Madrid: Und was dieses Grossereignis des Glaubens von allen vorhergehenden unterscheiden wird, ist die Vernetzung im Internet. Kein Wunder, denn nach Madrid kommen Jugendliche der „Generation Facebook“. Markus Etscheid-Stams ist Geschäftsführer der deutschen Arbeitsstelle für Jugendseelsorge – und in Madrid dabei.
„Das Internet spielt, genauso wie es für die jungen Menschen eine grössere Rolle spielt, auch beim Weltjugendtag eine grössere Rolle. Das geht ganz parallel. Wir sehen das vor allem als eine Art Basisbewegung: Die einzelnen Gruppen vor Ort, die einzelnen Diözesen, die Jugendverbände, die geistlichen Gemeinschaften setzen viel stärker diese Medien ein, sowohl im Vorfeld der Fahrt, bei der Vorbereitung, jetzt auch bei der Berichterstattung für Daheimgebliebene, für andere.“
WJT: Presseschau zur „Olympiade des Glaubens“
Das spanische Fernsehen bezeichnet den Weltjugendtag in Madrid als „Olympiade des Glaubens“
Rom, Radio. vatican, 16.08.2011
Die iberische Metropole will 2020 die Sommerspiele durchführen, deshalb stellt TVE diesen Vergleich an. Dabei bezieht man sich vor allem auf die Zahlen, die die Organisatoren nun verkündet haben. Etwa 150 Länder werden in dieser Woche über das Jugendtreffen berichten. Man rechnet mit rund 600 Millionen TV-Zuschauern weltweit. Was die wichtigsten spanischen Zeitungen an diesem Dienstag geschrieben haben, weiss unser Korrespondent Mario Galgano.
Die grösste Tageszeitung Spaniens El Pais betrachtet den Weltjugendtag aus einer wirtschaftlichen Perspektive. Das linksliberale Blatt schreibt, dass die Organisatoren des Jugendevents durch den Verkauf von Souvenirs und andere Dienstleistungen mit mindestens 50 Prozent der Einnahmen rechnen können. Somit sei die Finanzierung des Weltjugendtreffens gesichert, da fast eine halbe Million Menschen extra hierfür erwartet werden.



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