Deutschstämmiger Bischof in Russland
Deutschstämmiger Bischof in Russland: Aufgabe ist, „immer wieder um den Frieden zu beten“

Quelle
Ukraine vor Kriegswinter: Hilfsorganisationen aktiviert – Vatican News
Von CNA Deutsch Nachrichtenredaktion
Redaktion – Montag, 2. November 2026
Der aus Deutschland stammende, aber in Russland wirkende, Weihbischof Stefan Lipke SJ hat mit Blick auf den Ukraine-Krieg unterstrichen: „Die Aufgabe, die wir haben, ist, immer wieder um den Frieden zu beten. So steht es auch in der Bibel, dass Gott Frieden schenken möge.“
Man müsse allerdings gleichzeitig für den Frieden arbeiten, etwa „indem wir Brücken bauen. Wir sehen, dass die Menschen miteinander in Kontakt bleiben. Wir können Menschen helfen und nicht fragen, woher sie kommen und wie sie denken. Wir fragen nur, wer in Not ist und Hilfe braucht.“
„Ich denke, es ist ganz wichtig, auf diese Weise Brücken zu bauen“, sagte Lipke, der im Bistum der Verklärung von Nowosibirsk wirkt, dem Kölner Domradio am Wochenende. „Das ist das, was wir tun können und wollen. Und auch Leo hat schon als zweiter Papst bestätigt, dass wir genau das tun sollen.“
„Ich bin vor 15 Jahren nach Sibirien gekommen“, erinnerte Lipke. „Dazwischen war ich sieben Jahre in Moskau eingesetzt und bin dann wieder als Weihbischof nach Sibirien zurück gegangen. Davon habe ich lange geträumt. Sibirien habe ich mir mehr gewünscht als Moskau.“
„Was ich in Russland aber noch mehr an Sibirien mag, ist, dass viele Leute aufgeschlossen und gastfreundlich sind“, erklärte er. „Sie sind noch eher als Deutsche für andere Leute offen und haben das Verständnis, dass die Probleme bei allen Menschen auf der Welt die gleichen sind.“
„In Deutschland habe ich immer das Gefühl, für die Menschen ist Ostasien super weit weg“, sagte der Weihbischof, der seit 2025 im Amt ist, aber noch 2024 ernannt worden war. „Für Russen ist es nicht so. Nicht nur, weil es geografisch näher liegt, sondern auch, weil die Menschen ein bisschen mehr dieses Gefühl haben, dass alle Menschen gleich sind. Und genau dieses Verständnis mag ich so sehr.“
Neben Lipke arbeiten weitere Bischöfe in Russland, die deutsche Wurzeln haben. Der Diözesanbischof von Nowosibirsk ist Joseph Werth und wie Lipke ein Jesuit. Er wurde als Sohn von Russlanddeutschen in Kasachstan geboren. Schließlich ist Clemens Pickel als Bischof im Bistum St. Clemens in Saratow tätig. Pickel wurde in der damaligen DDR geboren. Lipke selbst war 2002 für das Erzbistum Köln zum Priester geweiht worden. Erst später schloss er sich den Jesuiten an.
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