USA: Die Katholiken und die Midterm-Wahlen
Katholiken in den USA hoffen auf einen ungestörten Verlauf der Midterm-Zwischenwahlen. Gegenüber OSV News äußerten sich mehrere katholische Würdenträger besorgt. Die Kirche ist vor Ort an den Urnen mit Wahlseelsorgern, Gebet und Dialogbereitschaft präsent

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Die Bischöfe haben an die Wähler appelliert, sich verantwortungsbewusst an der Wahl zu beteiligen, den Glauben über die Politik zu stellen und sich für das gemeinsame Wohl einzusetzen. Robert Christian, Strategieleiter des Franciscan Action Network äußerte die Befürchtung, dass die freien und fairen Wahlen untergraben werden könnten. Seine in Washington ansässige Organisation setze sich für Frieden, Menschenrechte, Bewahrung der Schöpfung und wirtschaftliche Gerechtigkeit in der US-Politik ein.
Wahlbegleiter im Einsatz
Gegenüber OSV News berichtete Christian davon, dass 375 katholische Wahlbegleiter ausgebildet worden seien, um für eine friedliche, deeskalierende Präsenz an den Wahllokalen zu sorgen. Unter den Helfenden befänden sich Franziskanermönche, Ordensschwestern sowie Laien unterschiedlicher Konfessionen. Christian verdeutlichte, dass sie allein durch ihre Anwesenheit ihrer Aufgabe nachkommen wollten. „Sie befinden sich nicht zusammen mit den Wahlhelfern im Wahllokal, sondern draußen, und sie werden geschult, um sicherzustellen, dass sie alle Vorschriften einhalten und eine hilfreiche Anwesenheit darstellen“. Besonders in Konfliktsituationen, Momenten der Aufregung oder die Demokratie gefährdenden Szenarien sei dies von besonderer Wichtigkeit.
In San Diego hat der Jesuit Pater Scott Santarosa schon vor einigen Tagen eine eucharistische Prozession zu einem Wahllokal in seiner Nachbarschaft durchgeführt. „Wir haben alle unsere Gemeindemitglieder dazu ermutigt, sich zu beteiligen – unabhängig davon, ob sie wählen durften oder nicht, um im Gebet und im Gesang dabei zu sein“, sagte Pater Santarosa. Es sei ein Zeichen von Gemeinschaft gewesen, das sage „Zusammen sind wir sicher“. Pater Santarosa bestätigte gegenüber OSV News, dass besonders die mexikanisch-lateinamerikanische Gemeinschaft sich entrechtet und unsicher fühle. Angesichts der negativen Folgen der Wahlen vor zwei Jahren in den USA sei eine politische Aktivierung bei den kommenden Zwischenwahlen unverzichtbar.
Robert Christian von FAN machte deutlich, dass die Polarisierung in den USA sich nicht über Nacht abbauen ließe. Der Einfluss der sozialen Netzwerke, die stark zur gegenseitigen Provokation einladen, sei nicht zu unterschätzen. Angesichts aktueller gesellschaftlicher Spaltungen müsse man Offenheit für andere Denkmuster zeigen.
ucanews – og, 3. November 2026
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