Sedisvakanz: Riten und Historie
Die eigentlichen Verwalter der Kirche sind in der Sedisvakanz die Kardinäle
Die Sedisvakanz – die Zeit, in der der Stuhl Petri unbesetzt ist – ist eine Zeit, um viel über die Zukunft der Kirche nachzudenken. Wir haben hier auch den gegenteiligen Weg eingeschlagen und uns mit dem Historiker, Theologen und Journalisten Ulrich Nersinger über die Vergangenheit und die alten und neueren Riten der Sedisvakanz unterhalten.
Die eigentlichen Verwalter der Kirche sind in der Sedisvakanz die Kardinäle. Das ist im Prinzip der Ältestenrat des Papstes. Was können die Kardinäle in der Zeit der Sedisvakanz, und was können sie nicht? Die Kardinäle dürfen eigentlich recht wenig machen. Sie sind laut der Papstwahlverordnung daran gehalten, nichts an den geltenden Gesetzen zu ändern. Sie müssen sich voll und ganz an die bis zu diesem Zeitpunkt gültige Gesetzordnung halten. Sie dürfen auch die bestehenden Gesetze nicht grosszügig interpretieren. Das ist auch sinnvoll, weil wir sonst in eine chaotische Lage kämen.
Letzter Kardinal vereidigt
Im Vatikan ist am Donnerstagnachmittag der letzte der erwarteten 115 Papstwähler eingetroffen
Wie Vatikansprecher Federico Lombardi mitteilte, wurde der vietnamesische Kardinal Jean-Baptiste Pham Minh Man zu Beginn der sechsten Generalkongregation vereidigt. Über den Termin des Konklavebeginns sei bislang noch nicht abgestimmt worden, so Lombardi. Bei der Nachmittagskonferenz hätten 16 Kardinäle das Wort ergriffen.
kna/rv 08.03.2013 pr
Asien/Vietnam: Fides-Dienst
Kardinal André Vingt-Trois, Erzbischof von Paris
Präsident der französischen Bischofskonferenz
Rom, 7. März 2013, zenit.org, Anne Kurian
Kardinal André Vingt-Trois, 70 Jahre alt, ist einer der vier französischen wahlberechtigten Kardinäle, die am Konklave teilnehmen und als “papabile” gehandelt werden.
Am 24. November 2007 durch Benedikt XVI. in den Kardinalsstand erhoben und seit 2005 Erzbischof von Paris, ist Vingt-Trois zurzeit Präsident der französischen Bischofskonferenz.
Kardinal Montini, Rolf Hochhuth und das Konklave
Giovanni Battista Montini, der Erzbischof von Mailand

Dass nicht die eigene Person, sondern stets die anderer im Fokus zu stehen hat, bewies ein Kardinal und späterer Papst an der Schwelle eines Konklave
Vatikanstadt, 28. Februar 2013, Zenit.org, Ulrich Nersinger
Giovanni Battista Montini, der Erzbischof von Mailand, galt schon nach dem Tode Pius’ XII. (1958) als ein aussichtsreicher Kandidat für den Stuhl Petri. Doch der Oberhirte der norditalienischen Diözese besass noch nicht den Kardinalspurpur. Zwar hätte er dennoch gewählt werden können, aber ein solcher Schritt war damals wie heute ein rein theoretischer. Von Papst Johannes XXIII. bereits am 15. Dezember 1958 in den Senat der Kirche berufen, standen für ihn im Konklave des Jahres 1963 die Chancen sehr gut, neues geistliches Oberhaupt der Katholiken in aller Welt zu werden. Die Tage vor dem Einzug in die Papstwahlversammlung verbrachte der “Papabile” nicht im Kreisen um seine Person, sondern in der Verteidigung eines Mannes, dessen Andenken in dieser Zeit der deutsche Dramatiker Rolf Hochhuth in den Schmutz gezogen hatte.
Welcher Kardinal ist papabile?
Angelo Kardinal Scola
E
in italienischer “Papabile”
Vatikanstadt, , zenit.org
Angelo Kardinal Scola, Verfechter eines “demütigen” und niemals “halbherzigen” Christentums, verbindet mit Papst em. Benedikt XVI. eine 40-jährige tiefe Freundschaft. Die Zusammenarbeit der beiden hervorragenden Theologen verbindet man mit der Herausgabe der internationalen theologischen Zeitschrift “Communio”, aber auch mit Scolas Beratertätigkeit der Glaubenskongregation, als Kardinal Ratzinger noch deren Präfekt war. Kardinal Scola, verhältnismässig spät berufen, ist nie ein bequemer Glaubenszeuge gewesen.
‘Wir sind total überwältigt und sehen die Grösse Gottes’
Eine Gebetsinitiative verbreitet sich in atemberaubendem Tempo
UPDATE: Es sind bereits 344952 Adoptionen durchgeführt worden
“Adopt a cardinal” lädt ein, sich für das kommende Konklave einen Kardinal zur Gebetsbegleitung zuteilen zu lassen. Julia Kleinheinz berichtet im kath.net-Interview. Von Petra Lorleberg
Pfaffenhofen, kath.net/pl, 4. März 2013
“Inzwischen gibt es um den kompletten Globus Beter. Das bedeutet, es ist sozusagen ein 24- Stunden-Gebet, in dem wir uns ohne Unterbrechung in der Fürbitte für die Kardinäle und in der Anbetung nach dem Himmel ausstrecken für ein geistgeleitetes Konklave.”
Anwälte der Menschheit
Es sind die Politiker, die sich mehr den Menschen zuwenden müssen, nicht Papst und Bischöfe
Die Tagespost, 6. März 2013, von Stefan Rehder.
Man kann ihn kaum noch ertragen. Den anschwellenden Bocksgesang von Politikern, die mit Blick auf das bevorstehende Konklave eine den Menschen zugewandtere Kirche fordern. In Wirklichkeit ist niemand heute den Menschen – dem Einzelnen genauso wie der Masse – mehr zugewandt als die Kirche und ihre Hirten. Was auch nicht anders sein kann. Denn erst wer in jedem Menschen ein Kind Gottes zu erblicken vermag, für dessen Erlösung Gott Mensch wurde und sich am Kreuz hingab, dem verbietet es sich, sie nach Massstäben der Welt in Arme und Reiche, Junge und Alte, Gesunde und Kranke, Produktive und Unproduktive zu kategorisieren.


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