Hunderte Christen im Iran und China festgenommen

Auch in Europa wächst die “höfliche Christenverfolgung”, warnen Papst Franziskus und der Schweizer Bischof Vitus Huonder

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Von CNA Deutsch/EWTN News

Vatikanstadt, 12. Dezember 2018 (CNA Deutsch)

Während der Papst und andere Religionsoberhäupter zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte diese Woche einen besseren Schutz der Grundrechte gefordert haben, wurden sowohl im Iran als auch in China mehr als 100 Christen festgenommen. Aber auch in Europa wächst die “höfliche Verfolgung” und Intoleranz gegen Christen, warnen Papst Franziskus und der Schweizer Bischof Vitus Huonder.

Die Erklärung der Vereinten Nationen, die am 10. Dezember 1948 verkündet wurde, bekräftigt, dass “jeder das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit hat”.

Dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung zu wechseln – was in islamischen Gesellschaften oft lebensgefährlich sein kann – sowie die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung auch auszuüben – was auch und gerade in kommunistischen Ländern gezielt unterdrückt wird.

Papst Franziskus erinnerte mit einer Botschaft für eine Konferenz über die Menschenrechte am Montag dieser Woche daran, das die Menschenrechte 70 Jahre nach ihrer Verabschiedung nicht in die Praxis umgesetzt sind. Gegen Menschen werde auch heute noch wegen ihrer religiösen Zugehörigkeit diskriminiert, sie seien Intoleranz und Gewalt ausgesetzt.

“Meine Gedanken gelten auch all denen, die in einem von Misstrauen und Verachtung geprägten Klima leben, die aufgrund ihrer rassischen, ethnischen, nationalen oder religiösen Zugehörigkeit Intoleranz, Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt sind.”

Jeder Mensch sei aufgerufen, “mutig und entschlossen” zur Achtung der Menschenrechte beizutragen, so Franziskus.

Ganze Gemeinde in China festgenommen

Die “New York Times” berichtete, dass in der chinesischen Provinz Sichuan ein prominenter protestantischer Pastor und mehr als 100 Mitglieder seiner Gemeinde am 9. Dezember inhaftiert wurden.

Einige Mitglieder der kirchlichen Gemeinschaft wurden am 10. Dezember freigelassen, dann aber unter Hausarrest gestellt. Der Pastor, Wang Yi, ist als Aktivist bereits seit Jahren aktiv und hat 2006 in den USA unter anderem US-Präsident George Bush getroffen.

Die Religionsfreiheit wird offiziell durch die chinesische Verfassung garantiert, aber religiöse Gruppen müssen sich bei der Regierung registrieren und werden von der Kommunistischen Partei Chinas überwacht. Präsident Xi Jinping hat sich in den letzten Jahren für die “Sinisierung der Religion” eingesetzt, und die staatliche Aufsicht verstärkt.

Festnahmen ehemaliger Muslime im Iran

Wie der britische Zweig des Hilfswerks “Open Doors” meldet, wurden vergangene Woche 114 Christen im Iran verhaftet.  Die Zeitung “The Telegraph” berichtete am 10. Dezember, dass viele der Festgenommenen ehemalige Muslime sind, die sich zum Christentum bekehrt haben.

Der schiitische Islam ist die Staatsreligion des Iran, obwohl offiziell mehrere religiöse Minderheiten anerkannt sind, und diesen Religionsfreiheit gewährt wird. Die Bekehrung vom Islam ist im Iran jedoch strengstens verboten.

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