18.8.2026 Kardinal Woelki wird 70

„Wir haben noch viel vor“: Kardinal Woelki über Evangelisierung im Erzbistum Köln

Quelle
Kardinal Woelki: „Definieren, was Synodalität ist“ – Vatican News
Kardinal Woelki wird 70, aber fühlt sich „weder alt noch müde“

Von CNA Deutsch Nachrichtenredaktion

Redaktion – Dienstag, 18. August 2026, 7:00 Uhr.

Mit Blick auf das Thema Evangelisierung in seiner Erzdiözese Köln hat Kardinal Rainer Maria Woelki bekräftigt: „Wir haben noch viel vor und wollen viele Projekte in Angriff nehmen, die einer missionarischen Erneuerung unseres Erzbistums auf allen Ebenen dienen.“ Der Kölner Erzbischof äußerte sich am Montag in einem Interview mit der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“ anlässlich seines 70. Geburtstags, den er am heutigen Dienstag feiert.

„Wir überlegen zum Beispiel, ob wir ein Zentrum für missionarisches Wachstum ins Leben rufen – ähnlich wie die anglikanische Kirche das 2015 mit dem ‚Gregory Centre for Church Multiplication‘ (CCX) in London getan hat“, führte Woelki aus. „Es unterstützt sowohl den Aufbau neuer Gemeinden im Rahmen des sogenannten ‚Church Planting‘, als auch die missionarische Erneuerung bestehender Pfarreien in Form von handwerklicher und theologischer Begleitung.“

„Das wertet die wertvolle Arbeit in den bestehenden Gemeinden nicht ab, aber damit soll ein Gedanke von Papst Franziskus, den Papst Leo sich zu eigen gemacht hat – als missionarische Jünger unterwegs zu sein –, aufgegriffen werden“, stellte der Kardinal klar. „Obwohl das eigentlich alle Päpste seit Paul VI. vor 50 Jahren in unterschiedlicher Weise betont haben, ist das im Denken und Handeln vieler noch nicht wirklich präsent. Deswegen ist es manchmal leichter, etwas Neues daneben zu setzen und Kriterien zu benennen, nach denen das Gemeindeleben gestaltet werden soll. So können sich das Bestehende und das Neue gegenseitig befruchten und bereichern.“

Schließlich betonte Woelki: „Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass wir weniger werden. Der Daseinszweck der Kirche ist die Evangelisierung, die Mission. Wachstum gehört also zu unserer DNA!“

In diesem Kontext kam Woelki auch auf die Bedeutung der überlieferten Liturgie zu sprechen, die im Erzbistum Köln an mehreren Orten von der Petrusbruderschaft gefeiert wird: „Ehrlich gesagt spielt das für uns keine gesonderte oder herausgehobene Rolle. Ich sehe mich ganz in der Tradition und Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils beheimatet. Die Liturgiereform war dabei eine der wesentlichen Reformen, das sollte man nicht vergessen. Ich möchte das eine nicht gegen das andere ausspielen.“

„Ich bin der Petrusbruderschaft sehr dankbar, dass sie an den festgelegten Orten diesen Dienst vollzieht“, sagte der Kardinal. „Ich sehe das als Bereicherung, denn es hat in der Kirche immer verschiedene Riten gegeben. Natürlich weiß ich um Missstände in der Liturgie, und das ist auch nicht zu dulden. Papst Leo hat erst jüngst wieder und zum wiederholten Male gemahnt, die Liturgie in würdiger Weise zu feiern und die liturgische Ordnung zu achten. Aber es gibt nicht nur in der erneuerten Liturgie solche Missstände. Wenn es in der Extremform nur darum geht, die Messe in zehn bis zwölf Minuten zu ‚persolvieren‘, dann ist das sicher nicht die Intention dessen, was wir mit dem tridentischen Ritus verbinden.“

„Der Novus Ordo Missae hat eine Schönheit und Würde, die dem tridentischen Ritus in nichts nachsteht“, zeigte er sich überzeugt. „Die ars celebrandi ist das Entscheidende, und daran muss gearbeitet werden. Wenn wir von der tridentischen Messe die Antwort auf Anfragen an Kirche und Glaube erwarten würden, wären wir allerdings auf dem Holzweg.“

Zum deutschen Synodalen Weg mit seinen teils radikalen Änderungsbestrebungen an der überlieferten kirchlichen Lehre, denen er in den letzten Jahren mit scharfer Kritik entgegentrat, sagte Woelki, Bischof Heiner Wilmer SCJ habe als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) „immer wieder betont, dass wir in Einheit mit der Universalkirche bleiben. Es wird keinen deutschen Sonderweg geben.“

„Deswegen ist es gut, dass alles, was in Deutschland erarbeitet worden ist, dem Papst übergeben wurde“, so der Kardinal. „Jetzt warten wir darauf, wo der Heilige Vater und seine Mitarbeiter die in meinen Augen notwendigen Korrekturen vornehmen.“

Woelki ist seit 2014 Erzbischof von Köln. Während dieser Zeit nahm er in Absprache mit Papst Franziskus eine halbjährige geistliche Auszeit. Der Hintergrund war der Umgang mit Missbrauch im Erzbistum Köln. Von 2011 bis 2014 war Woelki Erzbischof von Berlin, davor seit 2003 Weihbischof in Köln. 1985 war er zum Priester geweiht worden.

Erhalten Sie Top-Nachrichten von CNA Deutsch direkt via WhatsApp und Telegram.

Schluss mit der Suche nach katholischen Nachrichten – Hier kommen sie zu Ihnen.

 WhatsApp 
Telegram

CNA Deutsch Nachrichtenredaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Vatikan.va

Archiv

Empfehlung