Syrien

Syrien: Es fährt wieder ein Zug nach Aleppo

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Chaldäischer Bischof von Aleppo kritisiert bevorzugte Einreiseerlaubnis für Christen in die USA

Die Lage in Syrien bleibt prekär, auch nach der vereinbarten Waffenruhe gibt es etliche Bombardierungen und Zerstörungen. Aus dem fast komplett zerstörten Aleppo gibt es aber eine gute Nachricht: nach vier Jahren Krieg fährt wieder ein Zug. Pater Ibrahim ist Pfarrer der katholischen Pfarrei Heiliger Franziskus in Aleppo. Er sagt gegenüber Radio Vatikan, dass in den vergangenen Tagen immer wieder positive Nachrichten zu verzeichnen seien, die den Menschen in Aleppo Hoffnung schenkten.

„In der Tat sind das gute Nachrichten, wie zum Beispiel der wieder fahrende Zug. Das bestärkt uns. Wir haben die Gewalt und den Krieg über vier Jahre lang erlebt. Jetzt geht es darum, langsam wieder eine funktionierende Gemeinschaft zu bilden und zu fördern. Die soziale Bindung ist in den vergangenen Jahren leider verloren gegangen.“

In Aleppo werde wieder Fussball gespielt, es würden Feste gefeiert, und die Gläubigen könnten auch wieder regelmässig die Kirche besuchen, so der Geistliche. Schon zu Friedenszeiten galt Aleppo als eigentliche Wirtschaftsmetropole Syriens: Die wiedereröffnete Zuglinie, die die Stadt mit Bagdad im Irak verbindet, hat so auch eine wirtschaftliche Bedeutung.

„Wir haben ja so viele negative Schlagzeilen, die es leider noch weiterhin gibt. Ich denke an die Wasserleitung, die die Terrormiliz IS vor einer Woche zerstört hat. Aber die Behörden wollen diesen negativen Dingen eben mit Zeichen wie der Zuglinie entgegenwirken. Das Ziel ist, aus Aleppo wieder eine produktive Stadt zu machen.“

Sant’Egidio holt Flüchtlinge nach Italien

Während die neue US-Regierung beschlossen hat, bis auf weiteres den Zugang syrischer Flüchtlinge in die Vereinigten Staaten zu stoppen, hat die katholische Basisgemeinschaft Sant´Egidio mit Sitz in Rom für immerhin rund 40 Flüchtlinge aus dem Krisenland einen humanitären Korridor geschaffen: Am Montag kamen die Flüchtlinge in der Ewigen Stadt an, wie Daniela Pompei von Sant´Egidio gegenüber Radio Vatikan bestätigt.

„Es handelt sich um ganze Familien mit Ehefrau und Ehemann sowie deren Kindern, aber auch um ältere Syrer, also die Grosseltern dieser Familien. Es gibt viele Kinder und zwei ehemalige Gefangene, die wir aus einem syrischen Gefängnis geholt haben. Das sind zwei Christen. Alle Flüchtlinge werden nun familienweise in verschiedene italienische Städte geschickt.“

Die Flüchtlinge stammten aus Homs und Damaskus. Es seien Christen sowie Muslime dabei.

„Mit den humanitären Korridoren wollen wir aufzeigen, dass es möglich ist, legal und organisiert aus Krisengebieten auszureisen. Diese Menschen sind nicht auf kriminelle Schlepper angewiesen, und die Reise ist auch nicht gefährlich – was man von den Überfahrten auf Booten im Mittelmeer ja nicht gerade sagen kann. Wir haben neben der italienischen Regierung nun vor, auch mit der Regierung Frankreichs ein Protokoll zu unterzeichnen, um Flüchtlinge legal nach Frankreich bringen zu können.“

rv 31.01.2017 mg

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