Juden und Christen gegen aggressiven Säkularisms
Kardinal Koch: Juden und Christen gegen aggressiven Säkularismus
Juden und Christen sollen sich stärker als bisher gemeinsam für den Schutz der Religionsfreiheit einsetzen. Das fordert der für den Vatikan zuständige Verantwortliche für die Beziehungen zum Judentum, Kurienkardinal Kurt Koch.
Angehörige beider Religionen sollten „klare und öffentliche Zeichen der Solidarität“ mit allen wegen ihres Glaubens Angegriffenen geben und für sie beten, erklärte Kardinal Koch in einem schriftlichen Grusswort an die in Berlin tagende Konferenz Europäischer Rabbiner (CER).
Zugleich hätten Christen und Juden angesichts eines „aggressiven Säkularismus und militanten Atheismus“ die Aufgabe, Zeugen der „transzendenten Dimension“ zu sein. Unter dem Deckmantel von „Toleranz“ verberge sich zunehmend eine neue Intoleranz gegenüber religiösen Traditionen, so der Schweizer Kardinal.
Hintergrund
Mehr als 200 jüdische Rabbiner aus mehr als 30 europäischen Ländern sind seit Sonntag in der deutschen Bundeshauptstadt zu ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung zu Gast. Anlass ist der 75. Jahrestag der Pogrome vom November 1938. Koch würdigte die Wahl des Tagungsorts als „Akt des Mutes und der Überzeugung“. Es sei leider immer noch notwendig, den Antisemitismus zu verurteilen, der zu der grausamen und brutalen Erfahrung der Shoah, der Ermordung der europäischen Juden, geführt habe. Papst Franziskus betone bei jeder Begegnung mit Juden, dass ein Christ nicht Antisemit sein könne, weil das Christentum selbst jüdische Wurzeln habe, erklärte Koch.
pm/kna 12.11.2013 mg



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