Fünf wahlberechtigte Kardinäle fehlen noch
Bislang keine Terminentscheidung getroffen
Kardinalskollegium: Vatikan
Die zur Vorbereitung der Papstwahl in Rom versammelten Kardinäle haben am Dienstagvormittag über eine mögliche Vorverlegung des Konklaves diskutiert. Eine Terminentscheidung sei bislang nicht getroffen worden, teilte Vatikansprecher Federico Lombardi vor der Presse mit.
Fünf wahlberechtigte Kardinäle fehlen noch, darunter der Mainzer Bischof Karl Lehmann. An der bisher dritten Generalkongregation nahmen insgesamt 148 Kardinäle teil, davon sind 110 wahlberechtigt.
“Es gab an diesem Vormittag elf Wortmeldungen. Ich kann die Themen nur überblicksweise nennen; es ging um Aktivitäten des Heiligen Stuhls und die Beziehungen der Vatikan-Dikasterien zu den Bischofskonferenzen, um eine Erneuerung der Kirche im Licht des Zweiten Vatikanischen Konzils, um die Lage der Kirche und die Neuevangelisierung in verschiedenen kulturellen Umfeldern.
Interviews mit Kardinälen
Vorkonklave
Was für einen neuen Papst braucht die Kirche? Über dieser Frage brüten und beten die voraussichtlich 115 Kardinäle, die bald zum Konklave zusammentreten werden, in diesen Tagen des Vorkonklave.
Kardinal Jean-Pierre Ricard ist Erzbischof von Bordeaux und wird zum ersten Mal zu einer Papstwahl in die Sixtinische Kapelle einziehen. Er sagte uns in einem Interview über den künftigen Papst:
“Wir brauchen heute einen Mann Gottes, einen, der uns zu Christus hinzieht. Gleichzeitig muss dieser Papst auch ein guter Theologe sein, denn das Papstamt hat eine ausgesprochen lehrhafte Dimension. Er darf allerdings auch nicht nur ein Intellektueller sein: Wir brauchen einen Mann, der Beziehungen zu pflegen versteht, der Dialog mit verschiedenen Kulturen führen kann, mit der Moderne und mit den anderen Religionen. Er muss ein Hirte sein! Und er sollte schon ein Gespür haben für die jeweils unterschiedliche Lage der Kirche in verschiedenen Ländern.”
Vorkonklave
Zwei deutsche Kardinäle eingetroffen
Am Montagabend ist im Vatikan hinter verschlossenen Türen die zweite Generalkongregation zusammengetreten. An ihr nahmen 146 Kardinäle teil. Aufgabe dieser Konferenzen ist es, das Konklave zur Wahl eines neuen Papstes vorzubereiten. An Generalkongregationen dürfen allerdings auch Kardinäle teilnehmen, die aus Altersgründen nicht mehr zur Papstwahl berechtigt sind.
Zur zweiten Generalkongregation kamen auch fünf Kardinäle, die an der ersten Sitzung am Morgen noch nicht teilgenommen hatten. Es sind die deutschen Erzbischöfe Joachim Meisner von Köln und Rainer Maria Woelki von Berlin, ausserdem der libanesische Patriarch Béchara Rai, der tschechische Kardinal Dominik Duka und der senegalesische Erzbischof Adrien Théodore Sarr. Die fünf Neuankömmlinge leisteten den Eid, dass sie den Inhalt der Kardinalsberatungen geheimhalten werden.
Spekulationen und Erwartungen
Kardinäle äussern sich über den Verlauf und die Perspektiven des bevorstehenden Konklaves
Vatikanstadt, DT/KNA, 4. März 2013
Der New Yorker Kardinal Timothy Dolan (63) rechnet mit einem kurzen Konklave. Nach den vorbereitenden Beratungen der Kardinäle in dieser Woche “machen wir es schnell”, sagte Dolan der italienischen Zeitung “Corriere della Sera” (Montag). Dolan gilt selbst als ein möglicher Kandidat für die Nachfolge von Benedikt XVI. Er wolle mit allen Kardinälen sprechen. Von vielen kenne er bislang nur die Bücher, die sie geschrieben hätten, so der Erzbischof von New York. Vier Tage nach dem Rücktritt des Papstes kam das Kardinalskollegium unterdessen am Montag erstmals im Vatikan zu den sogenannten Generalkongregationen zusammen, um über das Konklave und über die Lage der Kirche zu beraten.
Das Konklave
Der Schweizer Teilnehmer
Rom, 1. März 2013, zenit.org, Britta Dörre
Kurt Kardinal Koch, Jahrgang 1950, stammt aus Basel. Nach der Matura studierte Koch in Luzern und München Theologie. Von 1976 bis 1978 war Koch Mitarbeiter des von “Iustitia et Pax” eingerichteten Forschungsprojekts zum menschlichen Leben in der heutigen Gesellschaft unter christlich-ethischen Gesichtspunkten. Seine akademischen Studien setzte Koch von 1979 bis 1982 als Assistent an der Theologischen Fakultät in Luzern fort, wo er sein Theologiestudium 1987 mit einer Promotion über Wolfhart Pannenberg abschloss. Von 1982 bis 1989 war Koch als Dozent für Dogmatik und Moraltheologie an der Universität in Zürich tätig, bis er 1989 den Lehrstuhl für Dogmatik und Liturgie sowie für Ökumenische Theologie in Luzern erhielt.
Veränderte Papsteinführung
Kardinäle geloben öffentlich Gehorsam
Päpstlicher Zeremonienmeister Guido Marini: Amtsübernahme nicht innerhalb der Messfeier, öffentliche Kardinalsgelöbnisse und spätere Inbesitznahme der Patriarchalkirchen
Vatikanstadt, kath.net/KAP, 24. Februar 2013
Die Liturgie zum Amtsantritt des neuen Papstes erfolgt auf Anordnung von Benedikt XVI. nach einigen leicht veränderten Zeremonien. So soll der Ritus der Amtsübernahme nicht innerhalb der Messfeier stattfinden, sondern dieser vorgeschaltet werden, betonte der päpstliche Zeremonienmeister Guido Marini in einem Interview mit dem “Osservatore Romano” am Samstag. Während seines Pontifikats hatte Benedikt XVI. bei vielen Anlässen auf eine strikte Entkopplung von Messfeiern und sonstigen liturgischen Elementen gedrängt.
Kardinaldekan Angelo Sodano
Der Dekan des Kardinalskollegiums ist der Ranghöchste unter den Kardinälen
Gegenwärtig ist dies Kardinal Angelo Sodano
Als primus inter pares hat er keine Jurisdiktionsgewalt über die übrigen Kardinäle, er übt aber spezielle Funktionen aus, zum Beispiel ruft er die Kardinäle zum Konklave zusammen. In seiner besonderen Rolle war es auch Sodano, der nach der Ankündigung des Rücktritts Benedikt XVI. am 13. Februar das Wort ergriff. 2010 tat er das ebenfalls, direkt vor der Ostermesse auf dem Petersplatz, im Zusammenhang mit der Kritik am Papst wegen der Missbrauchsfälle. Er erklärte: “Heiliger Vater, das Volk Gottes ist mit dir und wird sich nicht vom Gerede (ital.: “chiacchiericcio”) der herrschenden Meinungen beeinflussen lassen”, eine Bemerkung, die ihm viel Kritik einbrachte.


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