Irakische Flüchtlinge wollen den Nahen Osten verlassen

Vorsitzender von Caritas Libanon: irakische Flüchtlinge wollen den Nahen Osten verlassen

Quelle

Beirut, Fides-Dienst, 05. September 2014

Viele christliche Familien, die aus Mossul und den Dörfern der Ninive-Ebene fliehen mussten, sind im Libanon untergebracht. Bisher sind es bereits 350 “doch die Zahl steigt täglich”. Dies teilt der Vorsitzende von Caritas Libanon Pfarrer Paul Karam dem Fidesdienst mit. “Die meisten”, so der maronitische Geistliche, “sind in Einrichtungen und Wohnungen der Pfarreien in Beirut und Harissa untergebracht. Caritas Libanon versorgt die Flüchtlinge vor allem mit medizinischer Hilfe und Lebensmitteln. Doch es macht uns traurig, dass fast alle nicht in ihre Heimat zurückkehren wollen: sie wollen den Nahen Osten verlassen und endgültig auswandern. Es tut mir leid, dass ich dies sagen muss, doch leider ist es so. Deshalb sollte die internationale Staatengemeinschaft sinnvolle Entscheidungen treffen, wenn sie vermeiden will, dass die christliche Präsenz im Irak ausgelöscht wird”.

Die Zwangsauswanderung irakischer Christen aus Mossul und den Dörfern der Ninive-Ebene nach der Offensive der dschihadistischen Milizen des Islamischen Staates, führte im Libanon zu einem ökumenischen Vorgehen bei der Krisenbewältigung: “Bischöfe verschiedener christlicher Kirchen”, so Pfarrer Karam, “schufen eine ad hoc-Kommission, die die Situation der Flüchtlinge aus dem Irak beobachtet. Die Kommission tagt einmal in der Woche und einmal im Monat kommen die Bischöfe dazu”.

Caritas Libanon stellt auch finanzielle Mittel für Flüchtlinge im Irak zur Verfügung. Bei ihrem jüngsten Besuch in der Autonomen Provinz Kurdistan überreichten fünf Patriarchen der Ostkirchen, darunter auch der maronitische Patriarch Bechara Boutros Rai insgesamt 500.000 Dollar an die christlichen Gemeinden und 50.000 Dollar an die jesidische Gemeinschaft. “Doch”, so Pfarrer Karam, “erfordert die Situation im Irak eine Beteiligung der internationalen Staatengemeinschaft bei der Suche nach einer friedlichen und politischen Lösung. Lokale und globale politische Spiele haben zu dieser Zuspitzung der Situation beigetragen. Und das sollte man nicht vergessen”.(GV)

Agenzia Fides 5/9/2014

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