Papstbrief an Frankreichs Bischöfe: Bildung, Jugend, Missbrauch


Papst Leo ermutigt Frankreichs Bischöfe dazu, die katholische Bildungsarbeit am Evangelium auszurichten und zu fördern, sich jungen Leuten und Taufbewerbern zuzuwenden und Menschen zu begleiten, die Missbrauch erlebt haben

Quelle
Kardinal nach Papstbesuch: „Man spürte die Begegnung mit einem Menschen“

Das schreibt der Papst in einem Brief an die französischen Bischöfe im Nachgang zu seiner Reise in das Land, das er vom 25.-28. September besuchte. Der auf den 1. November datierte Papstbrief wurde von den Bischöfen zum Auftakt von deren Vollversammlung in Lourdes (3.-8. November) veröffentlicht, bei der es unter anderem um das katholische Bildungswesen in Frankreich geht.

Katholische Bildung zielt auf Ganzheitlichkeit

„Die Achtung der Gewissensfreiheit eines jeden birgt ein großes Potenzial für die Gesellschaft und für die Kirche selbst“, schreibt der Papst. „Dennoch darf das katholische Bildungswesen nicht auf sein auf Christus ausgerichtetes Erziehungskonzept verzichten, das auf die ganzheitliche Entfaltung des Menschen in all seinen Dimensionen abzielt: spirituell, kulturell, intellektuell, moralisch und sozial“, warnt Leo in seinem Brief. Ähnlich hatte er sich vor den Bischöfen auch bei seiner Frankreichreise geäußert.

Werte des Evangeliums

„Die Gesellschaft braucht Männer und Frauen, die in den Werten des Evangeliums ausgebildet sind und sich für das Gemeinwohl einsetzen, um die Krisen zu bewältigen, die sie zerreißen“, erinnert der Papst, der weiter den Blick auf Frankreichs Jugend lenkt: „Es ist wichtig, den jungen Generationen zuzuhören – auch wenn sie sich unwohl fühlen oder Schwierigkeiten haben –, sie zu ermutigen, sich aufrichtig zu engagieren – auch in der Politik –, und ihnen dabei eine fundierte Ausbildung an die Hand zu geben.“ Auf die heftigen Proteste und Krawalle von Jugendlichen in Frankreich in den letzten Wochen geht der Papst in dem Schreiben nicht explizit ein.

Taufbewerber und Neugetaufte begleiten

Mit Blick auf französische Heilige ermutigt der Papst in seinem auf das Hochfest Allerheiligen datierten Brief dazu, sich von deren Lehren prägen zu lassen. „Die Kenntnis der Heiligen von gestern und heute ist eine Kraftquelle für das geistliche Leben. Zögern Sie nicht, die Gläubigen – insbesondere die Katechumenen und Neophyten – dazu anzuleiten, mit diesen ,Freunden des Himmels‘ vertraut zu werden. Durch die Vielfalt ihrer Herkunft und ihrer Lebenszeugnisse machen sie die Heiligkeit für alle zugänglich.“ In Frankreich verzeichnen die Erwachsenentaufen seit einiger Zeit einen bemerkenswerten Anstieg. 

Kardinal nach Papstbesuch: „Man spürte die Begegnung mit einem Menschen"
Beistand für Missbrauchsopfer

Leo XIV. schließt einen Appell an, sich vor allem um verletzliche und verletzte Menschen zu kümmern: „Da Heiligkeit (…) die Liebe in der Wahrheit voraussetzt, ermutige ich Sie – geleitet von diesen beiden Tugenden –, Ihre Arbeit der Begleitung von Menschen fortzusetzen, die Opfer sexueller Gewalt oder psychischer Abhängigkeit geworden sind. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Gemeinschaft der Gläubigen immer mehr zu einem Ort wird, an dem Männer und Frauen jeden Alters Trost und Heilung finden können“, erinnert der Papst, der am 27. September in Lourdes Missbrauchsbetroffene traf und ihnen zuhörte.

Für die Ausrichtung des Papstbesuches in Frankreich dankt Leo den Bischöfen nochmals. Er spricht von einer „bemerkenswerten Organisation“ und einem „unvergesslichen Erlebnis“, an dem viele mitgewirkt hätten. „Ich lade Sie ein, während dieser Versammlung darüber nachzudenken, wie die pastoralen Früchte dieses Besuchs weitergeführt werden können.“

pm – pr, 3. November 2026
 

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